Wohnhaus

Malteserstraße 23 · Buchheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7523
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Malteserstraße 23, 51065 Köln
Baujahr1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.07.1995
Stadtteil Buchheim

Erbaut 1914, auf rechteckiger Grundfläche mit straßenseitigem Mittelrisalit auf polygonalem Grundriß, Rauhputzfassade in Formen des Heimatstils, historisierende Fassadendetails, 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, hoher Ziergiebel in der Mittelachse, 3 Achsen, Eingang rechts, profilierte und scharrierte Deckplatte mit verschiefertem Wetterdach, Haustür erneuert, Fenster mit geradem oberen Abschluß (im Ziergiebel ein Rundfenster), Risalitfenster zu Dreiergruppen zusammengefaßt, Fenster zum großen Teil erneuert (Holz), Treppenhausfenster in Holz original (Buntglas, bleigefaßt erneuert), Klappläden. Rückseite: verputzt, weit vorkragende Traufe, im Erdgeschoß Loggia mit Treppe zum Garten, gemauerte und verputzte Treppenwangen, originale Brüstungsgitter, 1. Obergeschoß Balkon, Fenster mit geradem oberen Abschluß, alle rückwärtigen Fenster erneuert.

Im Innern original erhalten: Eingangsbereich: mehrfarbige, geometrisch gemusterte Bodenfliesen mit Bordure, Terrazzotreppe, Antrittspfosten, Stäbe und Handlauf erneuert, Podeste mit Terrazzobelag, Bordure, originale Wohnungseingangstüren (Oberlichte entfernt), im 2. Obergeschoß Grundriß in Teilen verändert. In den Wohnräumen: Holzdielenboden, Türen und Gewände zum großen Teil erneuert.

Straßenseitiger Ziergarten, gemauerte und verputzte Einfriedung mit Pfeilern, schmiedeeisernes Gitter.

Der rückwärtige Ziergarten ist Bestandteil des Denkmals.

Buchheim besitzt eine bis in das Mittelalter zurückreichende Ortsgeschichte, gehörte im 19. Jahrhundert zur Bürgermeisterei Merheim im Landkreis Mülheim und kam 1914 durch Eingemeindung an die Stadt Köln. Von der ursprünglich ländlichen Bebauung sind heute außer dem Haus Herl und der Herler Mühle keine Reste mehr erhalten. Der heutige alte Ortskern an der Alten Wipperfürther Straße wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts geprägt, als das Schulgebäude (um 1890) und die katholische Pfarrkirche St. Mauritius (1896) mit Pfarrhaus (1890) entstanden. Aus dieser Zeit stammt auch die älteste noch erhaltene Wohnbebauung der Straße. Sie wird gekennzeichnet durch zwei- bis dreigeschossige gründerzeitliche Bauten, die entsprechend ihrem vorstädtischen Charakter sparsamen Fassadendekor in Stuck aufweisen. Die Malteserstraße liegt nordwestlich der Hauptverkehrsachse Elisabeth-Schäfer-Straße in einem durchgrünten Wohngebiet, an das sich südöstlich jenseits der Durchgangsstraße um den Strunder Bach ausgedehnte Grünflächen ausbreiten. Im Bereich zwischen Johanniter-, Hochmeister- und Fürstenstraße erstreckt sich die Malteserstraße, die charakterisiert ist durch breitgelagerte im Inneren großzügig dimensionierte Wohn- und Mietwohngebäude mit Mittelbetonung der Fassaden in Form von Erkern, Risaliten und Ziergiebeln. Es gehört bauhistorisch und ortsgeschichtlich zu einer Gruppe von Häusern des mittelständisch geprägten Bürgertums der Buchheimer Siedlung "Im Paradies". Da nur noch einzelne Häuser der Straße diese Phase der historischen Bebauung zu Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentieren (die gegenüberliegende Zeile zeigt viergeschossige und breitgelagerte Mietwohnbauten aus jüngster Zeit), stellen sie im Ensemble für den Buchheimer Ortskern unverzichtbare Bauten dar, die auch in städtebaulicher Hinsicht als wichtiger Bezugspunkt unbedingt zu erhalten sind.

Das 1914 errichtete Wohngebäude zeigt in der Fassadengestaltung eine zeitgemäß modernen Formen verpflichtete Gestaltung mit Versatzstücken historisierender Fassadendekoration (Schmuckformen: Mittelbetonung durch Risalit und Dachaufbau, Eingang mit von Volutenkonsolen getragener profilierter und scharrierter Platte, verschiefertes Wetterdach, Risalit mit dreigeteiltem Fensterband in beiden Geschossen, im Obergeschoß mit eingestellten Pilastern und Volutenkapitellen (z. T. beschädigt), reich profiliertes Traufgesims, Blechhaube). Das Haus Malteserstr. 23 ist mit seinen in Proportion, Geschoßzahl, Fassadendekoration und Ausführung der Ziergärten gleich gestalteten Nachbarhäusern (Nrn. 15 - 25, Johanniterstr. 19/21 und ehemals 15/17) ein wichtiges Zeugnis der frühen Bebauung in einem der alten Straßenzüge Buchheims nach der Jahrhundertwende. Aus städtebaulichen Gründen ist das Gebäude schützenswert, da es als ein Teil der Erstbebauung dieser Straße zusammen mit weiteren erhaltenen Gebäuden eine Fassadenreihe von Häusern des späten Historismus und Jugendstils bildet. Kunsthistorisch ist die gründerzeitliche Bebauung der Maltesterstraße eine Abfolge nachempfundener Epochenstile sowie zeitgemäß moderne Formen zeigender Architektur. Die aufwendigen Dekorationen zeigen sich auch im Inneren der Gebäude, insbesondere in den Entrées und Treppenhäusern, wie auch in den großzügig dimensionierten Wohnräumen. Die sich noch heute darstellenden hohen Ansprüche an repräsentative Wohnformen lassen erkennen, daß sich in der Malteserstraße eine etablierte Bauherrenschaft Wohnhäuser auch zur eigenen Nutzung errichtete. Der Wert des Gebäudes für die Kölner Stadtbaukultur ist unverkennbar. Aufgrund der weitgehend erhaltenen Substanz ist das Gebäude sowohl für das Erscheinungsbild der Malteser- und umgebender Straßen als auch als Dokument für die vorstädtisch geprägte Gestaltung der gebauten Umwelt, sowie zur Veranschaulichung historischer Wohn- und Repräsentationsformen zu Anfang des 20. Jahrhundert von hoher Bedeutung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0