Hofanlage Kappelshof

Kappelsweg 1 · Bocklemünd/Mengenich

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7770
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungHofanlage Kappelshof
Adresse Kappelsweg 1, 50825 Köln
BaujahrAnfang 19. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.02.1996
Stadtteil Bocklemünd/Mengenich

Sogenannter "Kappelshof"; vierseitig geschlossene Hofanlage; erbaut Anfang 19. Jahrhundert.

Bauteil I (Wohnhaus): zweigeschossiger Fachwerkbau mit abgeschlepptem Walmdach und rundumlaufendem hölzernem Traufgesims; Südost-/Nordostfassade: fünf-, bzw. dreiachsig (SOFront mit mittigem Eingang); Fachwerk mit verputzten Ausfachungen (Sockel und Ausfachungen neu verputzt); Fensteröffnungen original; Fenster/Eingangstür erneuert, Schlagläden entfernt; Hoffront: 4 Achsen (im EG zusätzlich mittige Tür); backsteinsichtig (OG mit Fachwerk); stichbogenförmige Fensteröffnungen im EG; Fenster und Türen erneuert; Schlagläden entfernt; Innen original: östlich ausgerichteter EG-Raum mit z.T. originalem, mitlerweile dekorativ freigelegtem Fachwerk; Treppenanlage (Antrittspfosten nicht aus der Erbauungszeit); Grundrisse verändert.

Bauteil II: zweigeschossiger Anbau an das Wohnhaus mit separatem Satteldach (traufständig); Südostfassade: in einer Flucht mit dem Wohnhaus; im EG neu verputzt, OG mit Fachwerk und Drillingsfenster; Fenster erneuert; Hoffront: backsteinsichtig; gegenüber dem Wohnhaus leicht zurückgestuft; Fenster erneuert.

Bauteil III: zweigeschossiger traufständiger Anbau; 3 Achsen; Satteldach; Südostfront durch eingeschossigen, flachgedeckten Neubau verstellt (nicht Bestandteil des Denkmals); Hoffront: stichbogenförmige, z.T. veränderten Fensteröffnungen; kunstvoll gemauerter Kaminkopf mit Verzierungen (Stirnseite mit kreuzförmigem Rauchabzug) und Satteldach.

Bauteil IV (ehemaliges Stallgebäude): Satteldach mit hofseitig 2 Arbeitsgauben (linke Gaube verändert) mit originaler Eindeckung und Dachkonstruktion und einer normalen Gaube; der von Südwesten sichtbare obere Teil der Wand backsteinsichtig (neues eingeschossiges Stallgebäude angebaut); Hoffront verputzt; Wandöffnungen verändert (Glasbausteine); Innen durch Umbauten z.T. verändert.

Bauteil V (Scheune): Ständerbau mit z.T. erneuerten Toren, originalem Holzständerwerk auf Backsteinsockel, Dachkonstruktion und Backsteinboden; Hoffront: backsteinsichtig; Giebelwände: südwestliche Giebelwand (ursprünglich Backstein) wegen Neubaus der Reithalle (nicht Bestandteil des Denkmals) abgerissen und mit Holzverschalung versehen; nordöstliche Giebelwand backsteinsichtig (ornamentartige Abmauerungen am Ortgang, S-förmige Maueranker).

Bauteil VI (ehemaliger Schweinestall/Schmiede): ein-, bzw. eineinhalbgeschossiger Backsteinbau; Satteldach; mehrfach abgestuftes Traufgesims; Wandöffnungen verändert, bzw. geschlossen; südöstliche Giebelwand mit 2 stichbogenförmigen Fensteröffnungen (EG) mit originalen Sprossenfenstern/Fenstergittern; schmiedeeiserne Maueranker.

Torbogen: rundbogig gemauerte Tordurchfahrt (Mauerkrone erneuert); backsteinsichtig; lisenenartig flankiert (Abmauerungen mit ausgesparten Kreuzen).

Bestandteil des Denkmals ist auch ein Reststück der Grünfläche vor der Südost-Fassade mit zwei symmetrisch gesetzten Kastanienbäumen.

Der Lageplan (s. Anlage) ist Bestanteil des Bewertungstextes.

Der "Kappelshof" gehört zu einer kleinen Gruppe von erhaltenen Hofgütern im Nordwesten Kölns, wozu u.a. auch der Fettenhof (Mitte 19. Jh.), der Arnoldshof (1741) und der WeyerPalanterhof (1778) in Bocklemünd, sowie der stark veränderte Dohmenhof (1774) in Mengenich gehören. Andere Hofgüter, wie der Neuenhof (1854) und der Michelshof, sind bereits nicht mehr vorhanden.

Im ehemaligen Weiler Mengenich, dessen ursprüngliche Siedlungsstruktur u.a. noch an der Oberen und Unteren Dorfstraße (Hinweis auf die markante Ortslage auf der Mittelterrasse), der Dohmengasse und dem Kappelsweg ablesbar ist, hatte der "Kappelshof" als geschlossene Hofanlage am ehemaligen Dorfeingang, direkt an der alten Dorfstraße gelegen, eine ortsbildprägende Bedeutung als Blickfang. Die Fachwerkfassade (typisch die Kombination mit den backsteinsichtigen Wirtschaftsgebäuden) weist in diesem Zusammenhang auf ein gewisses Repräsentationsbedürfnis hin. Gemeinsam mit dem Dohmenhof, dem mittlerweile abgerissenen Michelshof und den giebelständigen Kleinhäusern im Norden des Dorfes bestimmte der "Kappelshof" das alte Ortsbild.

Bereits im Jahre 1485 ist eine Hofanlage urkundlich erwähnt, als Sophia de Cornu, Witwe des Constantin de Cornu, den Hof an das Antoniuskloster in Köln verkaufte. Nach dem Besitzerwechsel hieß die Anlage nun Antoniterhof. Der Name "Kappelshof" geht auf den ehemaligen Besitzer Josef Cappel zurück, der den Hof 1812, zur Zeit der Säkularisation, von der französischen Domänenverwaltung erwarb, was wiederum ausgesprochen selten vorkam. Meist wurden die unter den Franzosen säkularisierten Güter erst nach 1815 von den preußischen Behörden veräußert.

Die weitgehend erhaltene, geschlossene Hofanlage dokumentiert trotz Umbauten noch den ursprünglichen Zustand vom Beginn des 19. Jahrhundert, wobei anzumerken ist, das die Fachwerkonstruktion des Wohnhauses für diese Zeit eher untypisch ist, weshalb es denkbar wäre, das Wohnhaus in das 18. Jahrhundert zu datieren. Es könnte dann später an den jetzigen Standort transloziert worden sein, eine nicht unübliche Methode bei Fachwerkbauten.

Innerhalb der heute durch Fabrik- und mehrgeschossige Neubauten beiderseits des Kappelsweg/Obere Dorfstraße stark verunklärten dörflichen Situation stellt der" Kappelshof" ein unbedingt zu erhaltendes bauliches und ortsgeschichtliches Dokument dar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0