Wohnhaus
Elisabeth-Breuer-Straße 2 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7819 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Elisabeth-Breuer-Straße 2, 51065 Köln |
| Baujahr | 1901 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.03.1996 |
| Stadtteil | Mülheim |
Erbaut 1901; quadratischer Grundriß; Fassade: 5 Geschosse (Staffelgeschoß mit Flachdach Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil (reich ornamentierte Fenster- und Türrahmungen, Fensterbrüstungen, Abschlußfries); EG/1.OG mit aufgeputzter Quaderstruktur (Rustika-Imitat); Fassadenrhythmisierung durch dreigeschossigen Mittelerker auf mächtigen Konsolen; EG durch Einbau zweier großer Schaufenster nachträglich verändert; Fenster (Kunststoff)/Eingangstür erneuert.
Rückfront: 5 Achsen; backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster/Fenstertüren (Kunststoff), Gauben und Balkone erneuert; Anbau einer Aufzugsanlage im Treppenhausbereich.
Innen original: Bodenfliesen (Jugendstilornament) mit Bordüre im Vorflur/Treppenhaus-EG; Terrazzotreppe und -podeste (mit Bordüre); Antrittspfosten, Geländerstäbe (mit Metallbuchsen) und Handlauf in Holz; Grundrisse im 1./2./3.OG weitgehend original.
Veränderungen: völlige Veränderung der Grundrißdisposition im EG durch Umnutzung zu einem Ladenlokal; sämtliche Ausstattung (Türen, Fenster etc.) erneuert, keinerlei Stukkaturen.
Nicht denkmalwerte Bestandteile des Objektes sind die eingeschossigen Hofanbauten und der Aufzug.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft, bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u.a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845, bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der mit dem industriellen Wachstum verbundene steigende Wohnraumbedarf führte dann seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes mit Wohnbauten.
Die Bedeutung der Frankfurter Straße, einer alten Ausfallstraße in Richtung Südosten, war um die Jahrhundertwende und in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts deutlich gestiegen. Durch die stadträumliche Ausweitung und Neustrukturierung Mülheims im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie entwickelte sich die Frankfurter Straße und die daran anliegenden Straßen - darunter auch die Elisabeth-Breuer-Straße - bis etwa 1910 zu repräsentativen Wohnstraßen.
Die ursprüngliche, im wesentlichen durch Jugendstilbauten geprägte Bebauung der Elisabeth-Breuer-Straße an deren platzartig erweiterter Einmündung in die Frankfurter Straße ist weitestgehend zerstört. Auch das o.g. Objekt ist durch Kriegseinwirkungen in seinem äußeren Erscheinungsbild beeinträchtigt worden (Zerstörung des DG), dokumentiert durch seine repräsentativ angelegte Fassade mit aufwendigen zeittypischen Stukkaturen dennoch eindrucksvoll die ursprüngliche Bebauung. Besonderer Bedeutung kommt dem Gebäude im Hinblick auf seine platzbildprägende Wirkung zu. Durch die straßenräumliche Erweiterung der Elisabeth-Breuer-Straße an der Einmündung zur Frankfurter Straße wird das Gebäude weithin freigestellt und dominiert den ansonsten vorwiegend durch schlichte Wiederaufbauten geprägten Platzbereich.
Als eins der wenigen erhaltenen Gebäude der historischen Erstbebauung ist das o.g. Objekt als bauliches Dokument unverzichtbar für das Verständnis der stadtteilspezifischen Geschichte Mülheims und daher unbedingt zu erhalten. bauliches
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0