Wohn- u. Geschäftshaus
Lassallestraße 60 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6824 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Lassallestraße 60, 51065 Köln |
| Baujahr | 1954 bis 1955 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.04.1993 |
| Stadtteil | Mülheim |
1954/55 erbaut; Architekt: Herbert Baumann; Gebäudekomplex bestehend aus einem 5geschossigen, flachgedeckten Eckhaus zur Frankfurter Straße mit zurückgesetztem Staffelgeschoß sowie einem 4geschossigen Anschlußbau mit Satteldach an der Lassallestraße, Putzfassaden.
Eckhaus: im EG Ladenlokal mit einem hinter den Eckpfeiler zurückgezogenen Eingang, orig. Ladenfront mit Fenster- und Türrahmen aus eloxiertem Leichtmetall, aufgeständertes 1. OG, an der Nordwestecke des Gebäudes Treppenhaus mit orig. gelber Ornamentverglasung (Rhombenmuster), im 6. OG umlaufende Dachterrasse mit orig. Brüstungsgitter, auskragendes Flachdach auf schlanken Säulen, Leuchtreklame auf der senkrechten, fensterlosen Fläche der Nordfassade (1961) sowie über den Schaufenstern (Schriftzüge in Schreibschrift und in Einzelbuchstaben, 1959). Im gesamten Gebäudekomplex 2flügelige Fenster und -türen der originalen Gliederung entsprechend erneuert, orig. Brüstungsgitter an den Fenstertüren, Haustür verändert. Rückseite: neu verblendet, Fenster und Hoftür neu. Im Innern original erhalten: im Treppenhaus Plattenbelag in Terrazzo, Eisenbetontreppe mit Terrazzoauflage, Geländer mit Metallstäben und Holzhandlauf, Wohnungsabschlußtüren.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Im Zweiten Weltkrieg war Mülheim einer der am stärksten zerstörten Kölner Vororte. Im Zuge des Wiederaufbaus entstanden in den 50er Jahren Wohnbauten, Kirchen, Schulen und stadtteilbildende Siedlungen. Auch an der seit den 30er Jahren zur Mülheimer Hauptgeschäftsstraße avancierten Frankfurter Straße wurden, meist auf Grundstücken kriegszerstörter Bauten, neue Wohn- und Geschäftshäuser errichtet, zu denen obiges Gebäude als Dokument der 50er Jahre-Architektur in Mülheim gehört.
Es wurde 1954/55 nach den Plänen des Architekten Herbert Baumann errichtet, wobei der nordöstliche Bauteil als höherer Eckbau an der Einmündung der Lassalle- in die Frankfurter Straße städtebaulich einen Blickfang darstellt. Es handelt sich um ein Putzgebäude, dessen einzelne Fassadenabschnitte durch die Wiederholung gekuppelter Fenstertüren den Baukomplex optisch zusammenfassen. Eine durch Schaufenster und Pfeiler aufgelockerte Erdgeschoßzone hebt sich von der regelmäßigen Rhythmik der oberen vier Wohngeschosse ab. Ein baukünstlerisch bemerkenswertes Element ist die Dachgeschoßzone, wo vor einem zurückspringenden Staffelgeschoß betont schlanke Säulen zwischen einem lichten Brüstungsgitter die vorkragende, leicht erscheinende Dachplatte tragen. Hierin kommt deutlich die in der 50er Jahre-Architektur bewußt herbeigeführte grazile Wirkung bestimmter Gebäudeteile zum Ausdruck. Einen wichtigen Bestandteil dieses Gebäudes und ein charakteristisches Merkmal der 50er Jahre-Architektur stellen auch die an diesem Wohn- und Geschäftshaus noch erhaltenen Leuchtreklamen dar, die als baukünstlerische Elemente in die Architektur eingebunden sind. So blieb ein Bereich der Nordwestfassade fensterlos und bildet statt dessen den Rahmen für eine Leuchtreklame, die in ihrer ausschwingenden Form die für die 50er/Anfang 60er Jahre charakteristische "geschwungene Linie" widerspiegelt und einen Kontrast zu dem in diesem Bau vorherrschenden Prinzip des rechten Winkels bildet.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0