Wohnhaus

Mainzer Straße 82 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7843
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mainzer Straße 82, 50678 Köln
Baujahr1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.04.1996
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut 1905 (inschriftl. datiert); nahezu quadratischer Grundriß; Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Mansarddach 2 in der Substanz originale Gauben); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil (floral ornamentierte Fensterrahmungen und -brüstungen; stilisierte Säulenschäfte im 1.OG; horizontale Lagerfugen im EG); Mittenbetonung der Fassade durch dreigeschossigen Erker mit Balkon (Brüstung entfernt, Geländer erneuert) und hochaufragendes Giebelfeld mit Schweifgiebel; Fenster/Eingangstür erneuert; Schaufenster im EG entfernt (jetzt 2 kleinteilige Fenstern wegen Wohnraumnutzung).

Rückfront: 4 Achsen; backsteinsichtig (Horizontalgliederung/Stichbögen in gelbem Backstein); profiliertes Traufgesims; Fenster/Hoftür erneuert.

Innen original: Vorflur: Wandfliesen (im unteren Wandbereich mit leichtem Relief, obere Reihe floral ornamentiert; profilierte Abschlußleiste); geometrisch ornamentierte Bodenfliesen mit Bordüre; profilierter Durchgang; Treppenhaus: Terrazzotreppe mit Antrittspfosten, gedrehtem Holzgeländer und -handlauf; Kellerwange und -tür in Holz; Wohnungen: Grundrisse weitgehend original; Decken abgehängt (keine Aussage über den Zustand der Stukkaturen).

Bestandteil des Denkmals ist auch die Hofmauer, die das Grundstück gegenüber der Nachbarbebauung abgrenzt.

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Mainzer Straße als Verbindung zwischen dem Sternplatz am Römerpark und dem Alteburger, bzw. Oberländer Wall als Begrenzung der Neustadt eine besondere Bedeutung zu. Diese Herstellung von Sichtachsenbildung ist prägend für die stübbensche Planung, die immer wieder mit platzbildenden Konzentrationen von Straßenzügen arbeitet, um so ein spannungsreiches Straßenbild zu schaffen. Ein weiteres Anliegen der neustädtischen Planung ist die Durchgrünung der neuen Stadtquartiere, wofür die als Allee angelegte Mainzer Straße ein typisches Beispiel ist.

Wie u.a. auch das "Gerichts-" und das "Belgische Viertel" gehören Teile der südlichen Neustadt zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden, die durch ausgesprochen repräsentative Bauten geprägt sind. Zu diesen Wohngegenden gehört auch die Mainzer Straße, die von vier- und fünfgeschossigen Mietshäusern mit z.T. großzügiger Ausstattung gesäumt wird, die fast ausschließlich durch mehrgeschossige Erker mit breiten, bzw. gekoppelten Fenstern das Straßenbild prägen. Die Erker betonen den Vermittlungsbereich der Hausfassaden als eine in den Luftraum der Straße vorgeschobene Nahtstelle des Innen und Außen einer Wohnung und gestalten so das Straßenraumprofil der Mainzer Straße maßgeblich mit.

Als intgraler Bestandteil der zwischen dem Römerpark und dem Alteburger Wall noch weitgehend erhaltenen Erstbebauung ist das o.g. Objekt ein anschauliches und unverzichtbares Beispiel der gründerzeitlichen Architektur- und Stadtbaugeschichte Kölns.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0