Wohnhaus
Lützerathstraße 14 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7953 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lützerathstraße 14, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.09.1996 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Um 1890 erbautes, freistehendes, traufständiges, zweigeschossiges Haus; dreiachsig, Satteldach (verändert: straßenseitig großes und kleines Dachfenster, gartenseitig eine Dachgaube). Rückseitiger, eingeschossiger Anbau.
Straßenfront: Unverputzte Backsteinfassade; Gliederungselemente mit gelbem Backstein hervorgehoben: Sturzbögen der Fenster, Geschoßgesims als deutsches Band gestaltet, ausgeprägtes, konsolartiges Traufgesims. Leicht vorspringender Sockel (moderne Metallabdeckung), hochrechteckige Fensterlaibungen mit Stichbogen (Fenster erneuert: Kunststoff ohne Sprossen, Sohlbänke verändert), Eingangstür rechts (Tür und Treppenstufen erneuert).
Rückseite und Seitenansichten backsteinsichtig, Fensterform und -gestaltung wie an Vorderfront, an Seitenfronten Gesims unterhalb des Giebelfeldes und Maueranker. Rückwärtiger, schmaler eingeschossiger Backsteinanbau mit Satteldach (Dach zur Hofseite später tiefer heruntergezogen).
Inneres: originale hölzerne Treppe mit Antrittspfosten.
Bestandteil des Denkmals ist auch ein Teil des rückwärtigen, ausgedehnten Nutzgartens.
Jüngere, an den alten Anbau anschließende Schuppen entlang der südl. Grundstücksgrenze sind nicht Bestandteil des Denkmals.
Der heutige Stadtteil Rath/Heumar entstand erst 1975 aus zwei dicht nebeneinander liegenden alten Ortschaften. Der alte Ort Rath ist erstmals im 15. Jahrhundert mit der Wasserburg Rath erwähnt. Er war lange Zeit nur ein Weiler, bestimmt durch mehrere Höfe in der Umgebung der Burg entlang der heutigen Straßen Lützerathstraße, Rösrather Straße und Göppersgasse. Kirchlich gehörte Rath seit 1833 zur Kirchengemeinde in Heumar. 1914 wurde Rath der Stadt Köln eingemeindet, in dieser Zeit begann seine Entwicklung zu einem Wohnvorort von Köln, wodurch das Ortsbild heute hauptsächlich durch größere Wohnbauten geprägt ist. Die Lützerathstraße umschließt die Rather Burg in weitem Bogen von Nordwesten, an ihr befinden sich nur noch wenige Beispiele der alten, locker auf meist sehr langen Flurstücken um die Burg angeordneten Bebauung. Die meisten erhaltenen Objekte sind ältere Fachwerkbauten. Typische Beispiele der Bauweise des späten 19. Jahrhunderts - Backsteinbauten - sind dagegen kaum noch vorhanden.
Auch im übrigen Rath/Heumar ist die ursprüngliche Backsteinsichtigkeit vieler - besonders ländlicher - Bauten dieser Zeit nur noch an wenigen Beispielen ablesbar; besonders das ehemalige Küsterhaus, das Pfarrhaus und die westl. Bauteile der Heumarer Kirche, sowie das Haus Rösrather Str. 533 zeigen mit ihren teilweise mit dem o. g. Objekt identischen Gesimsformen die Variationsmöglichkeiten dieser Bauweise Ende des 19. Jahrhunderts im Ort Rath/Heumar.
Das o. g. Objekt ist Zeugnis für die ländliche Bebauung dieses Ortes am Ende des 19. Jahrhunderts, als man begann, einfache, aber im Gegensatz zu dem bis dahin üblichen Fachwerkbau, aufwendigere und die Wohnqualität der ländlichen Bevölkerung steigende Wohnhäuser zu errichten. Es verdeutlicht besonders gut die Lebensweise dieser Region, indem der sehr tief ausgedehnte Garten heute noch für Obst- und Gemüseanbau genutzt wird.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0