Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 33 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7994 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 33, 51107 Köln |
| Baujahr | 1926 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 29.10.1996 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
1926 erbaut , Architekten: Pasmann & Bonn; Teil der "Göttersiedlung", als Typ " Koch" in den Originalplänen bezeichnet; Hälfte eines Doppelhauses, bestehend aus zwei giebelständigen Bauten mit rechtwinklig dahinter befindlichem, gemeinsamem Satteldach, annährend quadratischer Grundriß; 1 Geschoß und ausgebautes Satteldach, gelbliche Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung.
Straßenfassade: 2 Achsen, Hauseingang in linker Achse mit abgeschrägtem Putzgewände, doppelläufige Freitreppe mit Brüstungsmauer und originalem Metallgeländer (eingearbeitete Jahreszahl "1926"), Haustür und querrechteckige Fensteröffnungen im EG original, Oculi zu beiden Seiten der Haustür mit originalem Ziergitter (Verglasung erneuert), Gesims über EG durchlaufend über gesamte Doppelhausfassade und Seitenfassade, verkröpft um mittiges Regenfallrohr, oberhalb Eckgesimse, im Dachgeschoß und Spitzboden rundbogig Fenster mit originalem Rahmen (Sprossen entfernt), Klappläden erneuert, gestuft vorspringendes Gesims zwischen den beiden Giebeln des Doppelhauses, Betonung der Giebelspitze durch bekrönenden Aufsatz, mittig zwischen den Haushälften Firstkamin mit dreieckigem Aufsatz.
Seitenfassade: 3 kleine quadratische Fensteröffnungen mit durchlaufenden Sohlbankgesims, Fenster original, Gesims über EG, verkröpft über Fallrohr, 1 kleines Dachfenster mit originaler Buntverglasung.
Rückseite: im EG nachträglich einen Wintergarten angebaut, 2 rechteckige Fenster mit originalem Rahmen im Dachgeschoß (Sprossen entfernt), Rundbogenfenster im Giebel (vergrößert), Ecke durch Gesims betont, Gesims zwischen den beiden Giebeln, über Fallrohr verkröpft, Schopfwalmdach.
Im Inneren original erhalten: Grundrißgestaltung, Türen mit z. T. kassettierter Verkleidung, geknickte Keller- und Haustreppe mit Stabgeländer und Antrittspfosten (Dachaufgang umgebaut), Betondecken über UG und EG, Holzbalkendecke über DG, Steinholzfußboden im südwestlichen Zimmer des Dachgeschosses (ansonsten alle Böden erneuert), 3 originale Heizkörper.
Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit straßenseitig originaler Einfriedung (im Einfahrtsbereich beschädigt) und der rückwärtige Garten (veränderte Gestaltung). Die seitlich angebaute Garage und der rückwärtige Wintergarten sind nicht Bestandteil des Denkmals.
Das Haus Wodanstr. 33 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für den gehobenen Bedarf durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Gleichzeitig spiegelt sie die städtische Siedlungspolitik, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt an die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zum nahe gelegenen Bergischen Land herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch.
Das Doppelhaus Wodanstr. 33/35 gehört zu einem in der Siedlung nur zweimal vertretenen Doppelhaustyp (s. a. Nr. 57/59), der sich durch Giebelständigkeit und hohe steile Satteldachform auszeichnet. Charakteristisch sind rundbogige Fensteröffnungen und eher schlichte expressionsistisch beeinflußte Zierformen in der Detailgestaltung wie beispielsweise die Eckgestaltung und die auffällige Giebelbekrönung. Dieser Haustyp besitzt städtebaulich besonders markante Bedeutung, da er innerhalb der Siedlungskonzeption bewußt als Akzent gesetzt worden ist. Mit Bezug auf die Freyastraße als mittlerer Eingangsachse zur Siedlung ist die Bebauung an der Wodanstraße spiegelsymmetrisch angelegt. Sie wird bezeichnet durch zwei an den Straßenecken gelegene Dreierhausgruppen (Nr. 41 - 45 und 47 - 51) und je eine anschließende Reihe von drei etwas weiter zurückgesetzten Doppelhäusern. Diese sind durch den herausragenden giebelständigen Haustyp in der Mitte (Nr. 33/35 und 57/59) besonders betont und werden vom barock beeinflußten Typ mit Walmdach flankiert.
Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen, der Vorgarten und der rückwärtige Garten. Dank seines nahezu unveränderten Erscheiniungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0