Wohnhaus

Hölderlinstraße 29 · Bayenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7995
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hölderlinstraße 29, 50968 Köln
Baujahrum 1920
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.10.1996
Stadtteil Bayenthal

Erbaut um 1920 von dem Architekten Josef Ruff als Doppelhaus mit Hebbelstr. 81 für die britische Besatzungsmacht.

Zweigeschossiger traufständiger Putzbau in 2:3 Achsen mit biberschwanzziegelgedecktem Walmdach. Eckbebauung durch sich verjüngende pilasterartige Wandverstärkungen. Die stehenden Fensteröffnungen sind einfach eingeschnitten und mit originalen zweiflügeligen Holzsprossenfenstern und hölzernen Lamellenklappläden versehen. In der Gebäudeschmalseite befindet sich die originale einflügelige Holzeingangstür mit schmaler, mittiger Verglasung und vorkragender Natursteinlaibung. Auf der Gebäuderückseite befindet sich eine Fenster-/Türöffnung im Erdgeschoß, die auf eine kleine Terrasse führt.

Im Gebäudeinneren hat sich sowohl der originale Grundriß als auch ein Großteil der ursprünglichen Ausstattung erhalten. Im Erdgeschoß sind das Wohn- und Eßzimmer mit Schiffsparkett ausgestattet und durch eine zweiflügelige verglaste Tür miteinander verbunden. Im Deckenbereich sind Hohlkehlen vorhanden. Die Solnhofener Fliesen im Eingangs- und Flurbereich sowie die Boden- und Wandfliesen in Küche und Bädern stammen aus den 50er Jahren. Im Obergeschoß ist durchgängig Linoleum verlegt.

Original ist die die Obergeschosse verbindende Holztreppe mit Holzstabgeländer.

Neben dem Vorgarten ist auch die originale Metallstab-Mauereinfriedung Teil des Denkmals.

Begründung der Denkmaleigenschaft gemäß § 2 DSchG NW:

Das Wohnhaus Hölderlinstr. 29 befindet sich in dem südlich der ehemaligen preussischen Umwallung gelegenen Kölner Industrievorort Bayenthal, der ab 1860 durch die Niederlassung der Maschinenbaufirma BAMAG entstand. Diese Entwicklung prägte den an Alteburger- und Goltsteinstraße liegenden Bereich mit den verschiedensten dort angesiedelten Industriebetrieben und einer Wohnbebauung, die überwiegend für die hier arbeitende Bevölkerung bestimmt war.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Entwicklung zum Industrievorort durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes, der Bayenthal strukturell mit Marienburg verband, abgebrochen, so daß sich im südlichen Teilbereich die villenartige Bebauung Marienburgs fortgesetzt hat.

Gewissermaßen den Übergang dazu bildet der Bereich westlich der Goltsteinstraße, wo vor allem in den 20er Jahren Einfamilienhäuser in Reihenbauweise errichtet wurden.

Die Doppelhaushälfte Hölderlinstr. 29 ist Teil einer britischen Besatzungsbebauung, die nach dem Ersten Weltkrieg im südlichen Teil Bayenthals hauptsächlich für höhere Dienstränge entstand.

Das Doppelhaus Hölderlinstr. 29/Hebbelstr. 81 ist zusammen mit weiteren zeitgleich errichteten Bauten (z. B. Hebbelstr. 80 - 82) ein bedeutendes historisches Dokument für die Besatzungszeit Kölns nach dem Ersten Weltkrieg und gleichzeitig wissenschaftlich bedeutend als belegtes Werk innerhalb des Schaffens des bekannten Kölner Architekten Josef Ruff.

An der Erhaltung und Nutzung des Gebäudes Hölderlinstr. 29 besteht dementsprechend aus wissenschaftlichen - hier architekturgeschichtlichen und historischen - sowie städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0