Wohnhaus

Mörikestraße 4 · Bayenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7635
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mörikestraße 4, 50968 Köln
Baujahr1921
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.08.1995
Stadtteil Bayenthal

Erbaut 1921 von dem Architekten Johannes Schüller als Doppelhaus mit Nr. 6 für die britische Besatzungsmacht.

2-geschossiger traufständiger Putzbau in 2 Achsen, seitlicher Gebäudezugang, ziegelgedecktes Walmdach.

Gliederung durch profilierte Stock- und Brüstungsgesimse.

Die Tür- und Fensteröffnungen sind hochrechteckig und mit aufgeputzten, profilierten Rahmungen versehen. In der Front finden sich im Erdgeschoß je 2 gekuppelte Fensteröffnungen mit gemeinsamer Rahmung, während das Obergeschoß vierachsig ausgebildet ist. Die Fenster und die Balkontür sind 2-flügelig mit Sprossen und profilierten Kämpfern gestaltet, in der Treppenhausachse mit Buntverglasung. Ursprünglich waren sämtliche Wandöffnungen im Obergeschoß mit Lamellenklappläden versehen, die sich nur im Balkonbereich erhalten haben.

Die Eingangstür an der rechten Gebäudeseite befindet sich in einer leicht als Risalit vorgezogenen Achse, die im Obergeschoß das Brüstungsgesims schneidet, während Stock- und Kranzgesims verkröpft sind. Die Eingangstür, zu der ein halbrundes Treppenpodest führt, ist mit einer hochrechteckigen, abgefasten Werksteinrahmung mit kleinem Vordach versehen. Mit Ausnahme des Treppenhausfensters wird die Gebäudeseite von einer Reihe einfach eingeschnittener, hochrechtekkiger Fensteröffnungen von geringer Größe belichtet, die mit gebauchten Vergitterungen versehen sind. Die Gebäuderückseite zeigt die gleiche Gliederung wie die Schauseiten; vor der einen Gebäudehälfte befindet sich ein Kastenerker mit aufsitzendem Balkon mit Gitterbrüstung.

Oberer Gebäudeabschluß durch ein reich profiliertes Kranzgesims mit Klötzchenfries. Die Belichtung der Dachgeschoßräume erfolgt durch Gauben an sämtlichen Dachseiten und ein zweiachsiges, die Mitte des Doppelhauses betonendes Zwerchhaus.

Der ursprüngliche Grundriß hat sich in allen Geschossen im wesentlichen erhalten. Während die das Gebäude erschließende Treppe mit massiven Eichenstufen und ornamental gestaltetem Metallgeländer aus der Erbauungszeit stammt, datiert der Großteil der Ausstattung wie Solnhofer Platten im Eingangsbereich, Parkettböden in Wohn- und Eßzimmer, hölzerne Heizkörperverkleidungen sowie sämtliche Zimmertüren von einer Grundrenovierung um 1950, die dem Stil des Gebäudes hervorragend angepaßt war.

Teil des Denkmals ist auch der zur Straße hin mit einer Gittereinfriedung abgetrennte Vorgarten. Die an der Gebäudeseite liegende Durchfahrt führt zu einer flachgedeckten Garage, die durch eine Mauerscheibe mit segmentbogigem Durchgang zum Garten hin an das Haus angeschlossen ist.

Begründung der Denkmaleigenschaft gemäß § 2 DSchG NW:

Das Wohnhaus Mörikestr. 4 befindet sich in dem südlich der ehemaligen preußischen Umwallung gelegenen Industrievorort Bayenthal, der ab 1860 durch die Niederlassung der Maschinenbaufirma BAMAG entstand. Diese Entwicklung prägte den an Alteburger- und Goltsteinstraße liegenden Bereich mit den verschiedensten dort angesiedelten Industriebetrieben und einer Wohnbebauung, die überwiegend für die hier arbeitende Bevölkerung bestimmt war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Entwicklung zum Industrievorort durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes, der Bayenthal strukturell mit Marienburg verband, abgebrochen, so daß sich im südlichen Teilbereich die villenartige Bebauung Marienburgs fortgesetzt hat. Gewissermaßen den Übergang dazu bildet der Bereich westlich der Goltsteinstraße, wo vor allem in den 20er Jahren Einfamilienhäuser in Reihenbauweise entstanden.

Das Doppelhaus der Mörikestr. 4 - 6 ist Teil einer britischen Besatzungssiedlung, die nach dem 1. Weltkrieg im südlichen Teil Bayenthals hauptsächlich für höhere Dienstränge errichtet wurde.

Lage und Ausstattung lassen die Wohnanlage, dessen Bestandteil das für 2 Offiziersfamilien vorgesehene Doppelhaus ist, auf den ersten Blick kaum als Siedlung erscheinen. Als typische Besatzungsbauten der Zeit sind die Gebäude in den Proportionen streng gegliedert und z. T. mit bildhauerischem Schmuck im Stil des Expressionismus (Mörikestr. 5 - 11) versehen. Die Doppelhaushälfte Mörikestr. 4 ist als historisches Dokument für die Besatzungszeit nach dem 1. Weltkrieg, als belegtes Werk (Inschriftlich an Gebäude Nr. 6 datiert und bezeichnet) des anerkannten Architekten J. Schüller, aber auch als Zeugnis für die Entwicklung Bayenthals erhaltenswert.

An der Erhaltung und Nutzung des Gebäudes besteht dementsprechend aus architekturgeschichtlichen, künstlerischen, historischen und städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0