Wohnhaus

Darmstädter Straße 16 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7998
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Darmstädter Straße 16, 50678 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.11.1996
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1905; querrechteckiger Grundriß mit langgestrecktem Seitenflügel.

Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Satteldach (Zwerchhaus/2 in der Substanz originale Gauben); 3 Achsen (2 zusammengefaßte Fensterachsen als Mittelachse; Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil (flächig angelegte Gliederungselemente: aufgeputzte Lagerfugen, profilierte Fensterrahmungen und -brüstungen, floral ornamentiertes Giebelfeld); Mittenbetonung durch leichtes Vorstufen der beiden Mittelachsen/Zwerchhaus mit Giebel; EG nachträglich verändert (vollflächig verfliest); Fenster erneuert (großflächige Holzfenster mit Oberlichtern); neue Eingangstür (Aluminium mit Verglasung).

Rückfront: 2 : 5 Achsen (Vorderhaus: 1 Gaube, Seitenflügel 3 Gauben, in der Substanz original); backsteinsichtig; Seitenflügel durch mittiges Vorstufen rhythmisiert; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert; Hoftür original.

Innen original: Vorflur/rückwärtiger Flur: Terrazzoboden (mit schwarzer Bordüre) und Terrazzostufen; schwarz-weiß gemusterter Wandbelag (Wandfliesen; die weißen Fliesen leicht reliefiert) mit doppelter Abschlußleiste (ebenfalls leicht reliefiert); Decken mit Stuckkehlen und Mittelornamenten; rundbogiger Durchgang zwischen Vor- und rückwärtigem Flur/Treppenhaus (im Bogen leicht profiliert); Treppenhaus: EG-Bodenbelag in Terrazzo; Terrazzotreppe (ins DG in Beton) mit reich profiliertem Antrittspfosten, gedrehten Geländerstäben und Handlauf aus Holz; Kellertür erneuert; Wohnungen: Grundrisse original; Wohnungs- und Zimmertüren erneuert; z.T. abgehängte Decken (Stuck nicht mehr vorhanden).

Bestandteil des Denkmals ist auch die zweischenklige Hofmauer (backsteinsichtig; gestrichen; mit Sockel, Krone und Pfeilern mit pyramidalen Bekrönungen).

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Darmstädter Straße eine besondere Bedeutung zu, da sie eine Querverbindung zwischen der Alteburger- bzw. Teutoburger Straße und der Bonner Straße herstellt, wobei sie gemeisam mit der Kurfürsten-, der Bonner, der Elsaßstraße und dem Zugweg eine für die Neustädtische Planung typische sternförmige Straßenanlage bildet. Die um 1905 angelegte Darmstädter Straße - bis 1910 hieß sie noch Frankfurter Straße - ist durch eine Reihe erhaltener Bauten als integraler Bestandteil dieser groß angelegten Stübbenschen Planung charakterisiert.

Die einheitliche Konzeption des Straßenbildes wird durch eine im Detail spannungsreich variierte Bebauung geprägt. Das o.g. Objekt variiert den für Köln charakteristischen Gebäudetyp des Dreifensterhauses mit L-förmigem Grundriß (hofwärts angefügter Seitenflügel) dahingehend, daß die mittige Fensterachse verdoppelt, jedoch in einer einheitlichen Rahmung als Einheit behandelt wird. Die Stuckelemente unterschiedlicher Provenienz - zu nennen sind die beschlagwerkartigen Fensterrahmungen der Neo-Renaissance und die floralen Motive des Jugendstil - werden, und dies ist ein zeittypische Merkmal, miteinander kombiniert und sorgen für eine wirkungsvolle Rhythmisierung bzw. Akzentuierung der Fassade, ohne deren einheitliche Wirkung zu beeinträchtigen.

In Einheit mit den benachbarten Häusern Nr. 14 und 18 ist das o.g. Objekt Bestandteil einer in Architektur- und Dekorformen ähnlichen Häusergruppe, die das Erscheinungsbild der Darmstädter Straße maßgeblich mitprägt und als typisch für die südliche Neustadt bezeichnet werden kann. Als integraler Bestandteil dieser Erstbebauung ist das o.g. Objekt als bauliches Dokument für das Verständnis der städtebaulichen Zusammenhänge und deren Erlebbarkeit unverzichtbar und daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0