Wohnhaus
Teutoburger Straße 13 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7742 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Teutoburger Straße 13, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.01.1996 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1905; nahezu quadratischer Grundriß mit Seitenflügel; Fassade: 4 Geschosse, Dachgeschoß nach Kriegsschaden verändert wiederaufgebaut; 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung im Jugendstil (flächig angelegte Oberflächenstruktur; profilierte flache Lagerfugen/Putznuten; stilisierte Kolossalordnung im 2./3. OG); Mittenbetonung durch dreigeschossigen Erker; Horizontalgliederung durch Stockwerk- und Sohlbankgesimse; Fenster/Eingangstür erneuert.
Rückfront: 3 : 2 Achsen; backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster/Hoftür erneuert; 4. OG neu wiederaufgebaut.
Innen original: floral ornamentierte Bodenfliesen mit Bordüre im Vorflur/Treppenhaus; Vorflur: : profilierte vertikale Wandgliederung/Gurtbögen (Kanneluren); tonnengewölbte Decke; floral ornamentierter Wandfries; rundbogiger, profilierter Durchgang zum Treppenhaus; Treppenhaus: z.T. erheblich beschädigte Terrazzotreppe (weggebrochene Ecken, bzw. Kanten); Terrazzobelag mit Intarsien auf den Podesten (Treppengeländer erneuert); Treppenunterseiten/Treppenhausdecken z.T. mit profilierten Stuckleisten; 1. OG Treppenhaus mit Stuckrosette; Grundrisse durch Aufteilung in 2 Wohneinheiten verändert (Zugangssituation dabei verändert, Wohnungseingangstüren erneuert).
Bestandteil des Denkmals ist auch die zweischenklige, backsteinsichtige Hofmauer.
Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.
In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Teutoburger Straße eine besondere Bedeutung zu, da sie die Verbindung zwischen dem Sternplatz am Römerpark, der als platzbildende Konzentration von Straßenzügen prägend für die Stübbensche Planung ist, und der Bonner Straße, die als eine der großen Radialen die neustädtische Bebauung in Sektoren gliedert, herstellt.
Ein weiteres Anliegen der neustädtischen Planung ist die Durchgrünung der neuen Stadtquartiere. Die als Allee angelegte Teutoburger Straße bildet dabei gemeinsam mit der Roland- und der Volksgartenstraße eine parallel zu den Ringen verlaufende Grünachse, die ein charakteristisches Merkmal der südlichen Neustadt ist.
Wie u.a. auch das "Gerichts-" und das "Belgische Viertel" gehören Teile der südlichen Neustadt zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden , die durch ausgesprochen repräsentative Bauten geprägt sind. Zu ihnen gehört auch die Teutoburger Straße, die von vier- und fünfgeschossigen, reich ausgestatteten Miethäusern gesäumt wird, die fast ausschließlich durch mehrgeschossige Mittelerker mit breiten, bzw. gekoppelten Fenstern das Straßenbild prägen. Die Erker betonen den Vermittlungsbereich der Hausfassaden als eine in den Luftraum der Straße vorgeschobene Nahtstelle des Innen und Außen einer Wohnung und gestalten so das Straßenraumprofil der Teutoburger Straße maßgeblich mit.
Gliederungselemente, wie die Kolossalordnung im zweiten und dritten Obergeschoß, die Balustraden im ersten Obergeschoß, die Balkone vortäuschen oder die als geschweifter Ziergiebel ausgeführte Fensterverdachung am Erker bestimmen den repräsentativen Charakter des Gebäudes.
Als integraler Bestandteil der im Bereich zwischen Bonner und Alteburger Straße noch weitgehend erhaltenen Erstbebauung ist das o.g. Objekt ein anschauliches Beispiel gründerzeitlicher Architektur- und Stadtbaugeschichte, das es unbedingt zu erhalten gilt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0