Wohnhaus
Eugen-Langen-Straße 3 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8022 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Eugen-Langen-Straße 3, 50968 Köln |
| Baujahr | 1933 bis 1934 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.11.1996 |
| Stadtteil | Marienburg |
1933/34 erbaut; Architekt: Theodor Merrill; zweigeschossiges, freistehendes Einfamilienhaus; verputzt; Satteldach; traufständig; Garage; seitlicher, späterer Treppenhausanbau.
Fronten:
Straßenfront: asymmetrische horizontale Gliederung durch Holzfenster (alle original, unterschiedliche Formen: vier-, drei-, zwei- u. einteilig, teilweise mit Oberlichtern mit Metallrahmen, hölzerne Sohlbänke) bzw. hölzerne Eingangstür mit Glasfüllung (original) und Eingangsvordach (original, Schieferblende: spätere Veränderung); Fenster sind tief in die Fassade eingeschnitten, so daß hölzerne Rolläden (original) noch hinter Mauerflucht liegen; südlich an das Haus anschließend: hohe Gartenmauer mit Tür (Holz mit Glasfüllung, original); rötliche Sandsteinplatten im Vorgarten (original); originaler Schornstein: später mit Schiefer verblendet;
Gartenfront: asymmetrische horizontale Gliederung durch Holzfenster und hölzerne Terrassentüren mit Glasfüllung (alle original, unterschiedliche Größen, zweiteilig, teilweise mit Oberlichtern mit Metallrahmen, hölzerne Sohlbänke, nur nördl. Erdgeschoßfenster verändert) sowie durch einen die gesamte Gebäudelänge einnehmenden Balkon, der nördlich als Altan gebildet ist und südlich als Terrassenüberdachung fungiert; in das Satteldach eingeschnittene Dachterrasse (späterer Dachausbau, 1960);
Giebelfronten: Süden: Vorbau im Erdgeschoß mit Flachdach; Kellerzugang (Treppe sowie Treppengeländer (Metall) original); originale hölzerne Fenster im Erd- und Dachgeschoß; rechteckige Öffnung der seitlichen Terrassenbegrenzung mit nachträglicher Verglasung (50er Jahre); Norden: nachträglicher Treppenhausanbau mit Satteldach und Schieferverkleidung (1960); originales hölzernes Erdgeschoßfenster; alle Erdgeschoßfenster bzw. Türen der Straßenfront und der Giebelseiten sind vergittert;
Garage: hölzernes Garagentor sowie Tür zum Garten original;
Im Inneren original erhalten: der Erd- und Obergeschoßgrundriß; Dachgeschoß: späterer Ausbau (1960); sämtliche profilierten hölzernen Türverkleidungen und Holztüren; hölzerne Heizungsverkleidungen und Abdeckungen (Solnholfer Sandstein), die teilweise als Fensterbänke dienen (in zwei Räumen erneuert); oberer Wandabschluß in den Wohnräumen durch umlaufende Leiste akzentuiert; Erdgeschoß: im Eingangsbereich Solnhofer Sandsteinbodenplatten; Toilette: gelbe Wandfliesen; in den zum Garten hin gelegenen Räumen: rechteckige Wandöffnung mit profilierter Holzverkleidung; Holztreppe und gedrechseltes Stabgeländer mit hölzernem Handlauf; Obergeschoß: teilweise originale Türklinken; im Flur: Linolium; im Ankleidezimmer: hölzerne Einbauschränke; Balkon: Balkonbrüstung mit Metallgeländer.
Der Vorgarten und der rückwärtige Garten (überwiegend Rasenfläche; Rabatten, Büsche und Bäume an den Rändern) sind Bestandteil des Denkmals.
In den 1870er Jahren wurde auf Initiative von Ernst Leybold in Marienburg mit der Villenbebauung begonnen. Kurz nach 1900 gewann dieser Kölner Villenvorort - wohl im Zuge einiger infrastrukturellen Maßnahmen (elektrische Straßenbahn, Rheinuferbahn etc.) - an Attraktivität. In jener Zeit wurde die Eugen-Langen-Straße (1901/02) angelegt. Marienburg ist dank der unterschiedlichsten hier wirkenden Kräfte nicht nur eine "englische Gartenstadt", sondern vielmehr auch so etwas wie ein "lebendiges Architekturmuseum", in dem auserlesene Beispiele die verschiedensten Strömungen einer über 100jährigen Architekturgeschichte erläutern. Der große Unterschied zwischen "Villen" und/oder "Landhäusern" vor dem Ersten Weltkrieg und denen der 30er Jahre liegt augenfällig in deren Dimensionierung. Die bemerkenswertesten Häuser der 30er Jahre in Marienburg stammen u.a. von Theodor Merrill. Marienburg wurde im Zweiten Weltkrieg im Verhältnis zu anderen Kölner Stadtgebieten nur geringfügig zerstört. Der Gesamtcharakter des Stadtbezirks wie auch der originale Zustand einer Vielzahl der Gebäude blieb erhalten, weshalb Marienburg heute zu einer der geschlossensten Villen-Kolonien in Deutschland zählt.
Zu den wichtigsten Persönlichkeiten, die sich engagiert an der Entwicklung Marienburgs beteiligten, zählt Dr. Hervey Cotton Merrill. Theodor Merrill erhielt durch die gesellschaftlichen Verbindungen seines Vaters, Dr. Hervey Cotton Merrill, eine Vielzahl von Aufträgen vor allem auf dem Gebiet des Privathaus- und Villenbaus. Für Marienburg ist er - schon rein quantitativ gesehen - der wichtigste Architekt, der in dem Stadtteil zudem entschieden den englischen bzw. anglo-amerikanischen Charakter unterstrichen hat. Seine überwiegend von der anglo-amerikanischen Architektur her beeinflußten Bauten, neben denen aber auch zahlreiche im Sinne eines Schultze-Naumburg und des "Neuen Bauens" entstanden waren, fanden auch überregional eine breite Anerkennung und ließen somit Merrill zu einem der wichtigsten deutschen Villenarchitekten zwischen den beiden Weltkriegen werden.
Das von Merrill 1933/34 gebaute Wohnhaus "Eugen-Langen-Str. 3" folgt in seinem Grundcharakter der traditionellen Architekturauffassung eines Schultze-Naumburg, zeigt aber in einigen Bauteilen (Balkon, rechteckige Terrasseneinfassung) und Details (Farbkontraste der Fenster: weiße Fensterflügel, schwarze Fensterpfosten) Anklänge an das "Neue Bauen". Mit der gegenüber älteren Marienburger Villen kleineren Dimensionierung ist die "Eugen-Langen-Str. 3" ein typisches Beispiel der 30er Jahre Bebauung Marienburgs. Das Gebäude besitzt einen klaren, wohl proportionierten Grundriß, der erkennen läßt, daß das Gebäude von der inneren Struktur ausgehend entworfen worden ist, der sich die äußere, schlicht gehaltene Fassade unterzuordnen hatte. Das Gebäude "Eugen-Langen-Str. 3" ist als typisches 30er Jahre Wohnhaus, in dem sich traditionelle und moderne Architektur harmonisch verbinden, als wichtiges Werk innerhalb des Oeuvres Theodor Merrills und als charakteristisches Beispiel der 30er Jahre Bebauung Marienburgs ein unbedingt zu erhaltenes Baudenkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0