Wohnhaus

Herderstraße 56 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8028
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Herderstraße 56, 50931 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.01.1997
Stadtteil Lindenthal

Erbaut um 1900; Bauherr: Wassermann; Fassade: 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (links originales Dachhäuschen mit in Blech gestanztem Ornamentfeld, rechts Dacherker); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil (unterschiedliche Fensterformen, profilierte Fensterrahmungen, asymmetrische und flächig angelegte Fassadengliederung, Treppenhaus leicht vorgestuft, Eingang portalartig gerahmt); Horizontalgliederung durch Geschoß- und Traufgesims; reich gestaltete Eingangstür und Fenster mit Beschlägen (außer Fenster Dachhäuschen) original (Verglasung erneuert); Rolläden erneuert.

Rückfront: 3 Achsen (Treppenhaus links leicht vorgestuft); backsteinsichtig (Gliederungen in gelbem Backstein); Traufgesims mit Zackenfries; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert (Kreuzstock; Kunststoff, mit profilierten Schlagleisten und Kämpfern); Treppenhausfenster mit erneuerter Jugendstil-Verglasung; Hof- und Kellertür original.

Innen original: Grundrisse (außer DG und Badezimmereinbau im EG); Treppenhaus: Terrazzoboden mit Bordüre im Eingangsflur und Treppenhaus EG; hölzerne Treppenanlage: reichgeschnitzter, profilierter Antrittspfosten, Zwischenpfosten, gedrehte Geländerstäbe, Stufen, Podeste, profilierte Kellerwange und -tür; Fensterbänke in belgischem Granit; WC-Türen im EG/Zwischenpodest (Installationen komplett erneuert); Wohnräume: Parkettböden im EG/OG (jeweils beide Straßenzimmer); EG: Zimmertüren mit Rahmen und Laibungen, dreiflüglige Zwischentür; teilweise Beschläge; Fußleisten; OG: eine zweiflüglige Verbindungstür vorn, zweiflüglige Tür zum Treppenhaus; Beschläge vereinzelt original; Badezimmereinbauten komplett erneuert; Fußleisten in den Straßenräumen; DG: eine Tür original; Bad komplett erneuert.

Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten und die dreiseitige Gartenmauer (backsteinsichtig).

Die historische Entwicklung Lindenthals als westlicher Vorort Kölns beginnt 1843 mit dem Plan zur Gründung einer Wohnkolonie durch die Kölner Bürger Thelen und Fühling, die damals im Bereich der heutigen Dürener-, Falkenburg-, Herder- und Theresienstraße Land erwarben, das gesamte Grundstück parzellierten und verkauften.

Ab 1846 begann die Bebauung zunächst nur zögerlich. Erst in Folge der Eingemeindung Lindenthals nach Köln im Jahre 1888 setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang des 20. Jahrhunderts eine rege Bautätigkeit, u.a. entlang der Herderstraße ein. Neben betont repräsentativen Gebäuden wie dem o.g. Objekt entstanden auch schlichter gestaltete Wohnbauten, u.a. für die Arbeiter der nahegelegenen Ziegeleien. Die Gebäude Herderstr. 22, 24, 30 und 39a sind hierfür typische Beispiele. Anders jedoch als z.B. in Ehrenfeld, Nippes oder Sülz entstand in Lindenthal nur relativ wenig durchgängig geschlossenen Bebauung.

Das o.g., außergewöhnlich gut erhaltene und qualitätvoll gestaltete Objekt gehört zu den jüngeren Beispielen der historischen Bebauung der Herderstraße und wurde vermutlich im Zuge einer Baulückenschließung errichtet. Von der älteren Bebauung unterscheidet es sich vor allem durch die aufwendige Gestaltung des Außenbaus. Damit korrespondiert auch die weitgehend originale Innenausstattung dieses Einfamilienhauses, die die gehobene Wohnkultur der Erstbewohnerschaft dokumentiert. Dadurch wird das Gebäude in seiner Gesamtheit zu einem unverzichtbaren Beispiel für eine frühe repräsentativanspruchsvolle Jugendstilarchitektur. Darüberhinaus ist das Gebäude integraler Bestandteil der erhaltenen gründerzeitlichen Bebauung in Lindenthal, die trotz erheblicher Kriegszerstörungen die wesentliche städtebauliche Entwicklungsphase dieses Stadtteils veranschaulicht und erlebbar macht, weshalb das o.g. Objekt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0