Postamt
Mathiaskirchplatz 5 · Bayenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8030 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Postamt |
| Adresse | Mathiaskirchplatz 5, 50968 Köln |
| Baujahr | 1920 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.01.1997 |
| Stadtteil | Bayenthal |
Erbaut um 1920; Eckgebäude zur Bernhardstraße; zweigeschossiger Putzbau in Kombination von neubarocken und Heimatstil-Elementen bergischer Provenienz; verschiefertes Mansardgiebeldach, Rundbogenfenster im EG, umlaufendes Sohlbankgesims im OG, Asymmetrie durch seitlichen Risalit, Baudekor, Kellersocke und Sohlbänke mit scharriertem Putz; Sprossenfenster im EG original, im OG und DG erneuert (Kunststoff mit Sprossen).
Fassade: 7 : 4 Achsen (Eingang zum Treppenhaus rechts, zum Postamt links; Eingangstüren original); Eckakzentuierung durch Risalit mit breitem Sandsteinportal (mit monumentalen seitlichen Voluten), Drillingsfenster im OG (Fensterbrüstung mit einem Adler verziert) und separater Verdachung mit Schweifgiebel und Aufsatz.
Rückfront: 7 Achsen; rechter Hand schließt eingeschossiger Neubau (Erweiterung des Postamtes, nicht Bestandteil des Denkmals) rechtwinklig an das Hauptgebäude an; rechte Gebäudeachse risalitartig vorgestuft (DG mit Giebelfeld, Rahmung aus Holzprofilen); DG durch leicht abgeschlepptes Dach räumlich erweitert; DG-Fenster mit profilierten Holzstürzen; profiliertes Traufgesims (Holz); Hoftür und -treppe erneuert.
Innen original: Treppenhaus: Terrazzoboden und -treppe; zweiflüglige Zwischentür Eingangsflur/Treppenhaus (verglast) vermutlich original; profilierter Antrittspfosten, gedrehte Geländerstäbe (mit Metallbuchsen) und Handlauf in Holz; Keller- und Speichertür;
Postamt (EG): Grundriß.
Veränderungen: im Postamt und den Wohnungen komplett erneuerte Innenausstattung.
Bestandteile des Denkmals sind auch die Einfriedung am Mathiaskirchplatz (Sockel mit scharriertem Putz, teilweise originales Metallgeländer), der Vorgarten innerhalb der Einfriedung und die Freitreppe zum Postamt.
1307 als Flurbezeichnung erstmals erwähnt, beginnt die eigentliche bauliche Entwicklung in Bayenthal, abgesehen von der heute zu Marienburg gehörenden "Alteburg", erst im 19. Jahrhundert. In den 1830er und 1840er Jahren siedelten sich erste Gewerbebetriebe (Holzschneidemühle Boisseree und eine Eisengießerei) an. Ausschlaggebend für die bald sehr rapide einsetzende Entwicklung zu einem eigenständigen Vorort vor den Toren Kölns war die Gründung der "Kölnischen Maschinenbau AG" 1856.
1894-1901 wird die städtebauliche Entwicklung Bayenthals durch die Aufstellung und Fortschreibung eines neuen Bebauungsplans strukturell stark verändert. Durch die Neuplanung wird die Entwicklung Bayenthals hin zu einem Industrievorort abgebrochen und statt dessen eine starke Durchgrünung des Bereiches zwischen Bayenthalgürtel, Bonner, Schönhauser und Goltsteinstraße bestimmend.
Der Mathiaskirchplatz, an dem das o.g. Objekt liegt, wurde in diesem Zusammenhang als Freifläche geplant und 1904 von Gartendirektor Fritz Encke gestaltet. Mit der Errichtung der Kirche St. Mathias (1902-04 nach einem Entwurf von Theodor Kremer) bekam der Platz eine erste stadtteilprägende Funktion. Als Nachfolgebau der 1863 von Vincenz Statz entworfenen Kirche an der Ecke Goltsteinstraße/Bonifazstraße, die übrigens nach der Errichtung von St. Mathias abgerissen wurde, bildet der neugotische Backsteinbau mit seinem hochaufragenden Turm einen wichtigen Orientierungspunkt in dem neu festgestellten Plan.
Das neue Konzept setzte sich in stärkerem Maße allerdings erst in den 1920er Jahren durch, als die Kirche, das Krankenhaus, das St.-Josef-Haus und das o.g. Objekt als neuer Ortsmittelpunkt ausgewiesen wurden. Dem o.g. Objekt kommt als Postamt in diesem Zusammenhang besondere Bedeutung für die Infrastruktur des Stadtteiles zu. Die Mittelpunktfunktion des Platzes wird zudem im Straßenbild durch die höher zonierten Platzrandbebauung betont.
Das Postamt ist als Endbau der südlichen Platzseite durch seine imposante Baugestalt charakterisiert. Außer dem hoch aufragenden Mansardgiebeldach mit originaler Eindeckung in Schiefer ist es vor allem die markant gestaltete Eingangssituation des Postamtes mit dem risalitartigen Vorbau mit Schweifgiebel und einem breiten Sandsteinportal mit monumentalen Voluten, die das Gebäude kennzeichnen.
Durch die Positionierung des Eingangs wird das Gebäude eindeutig auf den Platzraum bezogen, während die Stirnseite sich zur Bernhardstraße in fünf rundbogigen Fenstern öffnet. Als qualitätvolles Beispiel eines an historischen Vorbildern orientierten Gebäudes ist das Postamt in seiner platzbildprägenden Funktion ein absolut unverzichtbares bauliches Dokument der späten Ausbauphase Bayenthals, das unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0