Wohnhaus

Scheffelstraße 24 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8032
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Scheffelstraße 24, 50935 Köln
Baujahr1892
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.01.1997
Stadtteil Lindenthal

Erbaut 1892; Fassade: 2 Geschosse, ausgebautes Satteldach mit Drempel (mittiger Treppengiebel mit schmiedeeiserner Wetterfahne, seitlich originale Dachhäuschen mit Hauben und Aufsätzen); 3 Achsen (Tordurchfahrt links); zweifarbige Backsteinfassade mit fassadengliedernden Abmauerungen (Zakkenfries im EG; Konsolfries am Traufgesims; Fensterrahmungen mit Formsteinen); zweiflügliges Tor erneuert; Fenster erneuert (Holzfenster mit originaler Gliederung im EG, als Kreuzstockfenster in Holz im OG, Giebel- und Dachhäuschenfenster als Einscheibenfenster in Kunststoff).

Rückfront: backsteinsichtig; 3 Achsen; mittiges Treppenhaus im EG/1.OG vorgestuft (separate Verdachung); Dachgeschoß nach Kriegsschaden verändert wiederaufgebaut (Dachstuhl angehoben, neu aufgemauerte Wandfläche); Treppenhausfenster auf dem ersten Zwischenpodestes vermutlich original (Kreuzstockfenster in Holz mit Sprossen, profiliertem Kämpferholz, Beschlag und Aufreiber), auf dem zweiten Zwischenpodest vermutlich nach dem Krieg erneuert (hölzernes Kreuzstockfenster mit Sprossen); Fenster EG und 1.OG vermutlich 50er Jahre (Holz); Dachfenster in Kunststoff erneuert (Einscheibenfenster); Hoftür erneuert.

Tordurchfahrt: mittiger, auf stuckierten Konsolen gelagerter Unterzug; Deckenrahmung mit profilierten Stuckleisten; brüstungshohe profilierte Wandleiste; zweiflüglige, kassettierte Treppenhaustür (profilierter Rahmen, kassettierte Laibung).

Innen original: Treppenhaus: ornamentierte Bodenfliesen (geometrisiertes florales Ornament) mit schwarzer Rahmung; hölzerne Treppenanlage (Stufen, gedrehte Geländerstäbe, Handlauf, Podeste mit Dielenboden, Antrittspfosten erneuert); kassettierte Laibungen der Wohnungstüren im EG (Türen evt. nur nachträglich verkleidet); zweiflüglige Wohnungstür im OG (mit Sprossierung); eine WC-Tür (erstes Zwischenpodest); Wohnungen: Grundrisse (außer DG); Zimmertüren mit Rahmen und Laibungen.

Bestandteil des Denkmals ist auch der an der Parzellenrückseite stehende eingeschossige Gewerbebau (6 Achsen, backsteinsichtig, weiß gestrichen, Pultdach).

Der schon 1888 eingemeindete Kölner Stadtteil Lindenthal hat seine Entwicklung zu einem geschlossenen Vorort ähnlich wie z.B. Sülz oder Ehrenfeld zwar dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu verdanken, geht in seinem Ursprung aber bis an die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert zurück.

Die eigentliche, neuzeitliche Entwicklung des Gebietes, das heute Lindenthal heißt (das einstige Dorf Lind lag zwischen dem Stadtwald und dem heutigen Krankenhaus Hohenlind) zu einem Kölner Vorort ist den Kölner Bürgern Fühling und Thelen zu verdanken, die in 1840er Jahren an der Dürener Straße ein etwa 40 Morgen umfassendes Areal erwarben und durch Wege und Straßen zuerst für Schrebergärten und ab 1846 dann für Wohnhäuser - das erste Haus wurde in der Falkenburgstraße gebaut - erschlossen.

In diesem stadtteilhistorischen Zusammenhang kommt dem o.g. Objekt eine besondere Bedeutung zu, da der backsteinsichtige Bau als ein typisches Beispiel für die frühe, noch ländlich orientierte Vorortbebauung gelten kann. Der um 1892 errichtete Bau gehört zu den wenigen baulichen Dokumenten Linden- thals, die die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges überdauert haben und auch heute noch einen anschaulichen Eindruck dieser frühen Bebauungsphase geben.

Der ländliche Einfluß auf die Baugestalt des o.g. Objekts läßt sich an der Dimensionierung (zweigeschossig), der breiten Lagerung und der Materialwahl und -gestaltung (schlicht gestalteter Treppengiebel) belegen. Schräg gegenüber der Einmündung der Falkenburgstraße in die Scheffelstraße gelegen, die bis einschließlich 1892 noch Albertstraße hieß, prägt dieser frühe Bau mit seinem hoch aufragenden Giebel das Straßenbild der Scheffelstraße maßgeblich mit.

Als integraler Bestandteil der nur noch teilweise erhaltenen Erstbebauung der Scheffelstraße ist das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument, welches die ursprünglichen städtebaulichen und siedlungsgeschichtlichen Zusammenhänge in Lindenthal erkennbar und somit auch heute noch erlebbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0