Wohnhaus
Heinestraße 10 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8092 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Heinestraße 10, 50931 Köln |
| Baujahr | 1927 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.04.1997 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut 1927; zweigeschossiges giebelständiges Wohnhaus mit Backsteinfassaden (weiß geschlämmt) und ausgebautem Satteldach mit profiliertem, leicht vorkragendem Ortgang); Fenster komplett erneuert (sprossierte Kunststoffenster).
Straßenfront: EG-Betonung durch mittigen erkerartigen Vorbau (profilierte Backsteinrahmung); originale Schlagläden im OG und DG; Nördliche Seitenfront: vorgestufter Treppenhausvorbau (daran rückwärtig angeschlossen eingeschossiger Küchentrakt) mit separatem Walmdach; originale Eingangstür; profiliertes Türgewände (Backstein); Rückfront: Terrasse (Gartenniveau durch Anböschung auf Terrassenniveau angehoben) mit Überdachung (Balkon im OG); rechts eingeschossiger Küchentrakt; Südliche Seitenfront: im EG mittig Erker mit Balkon (im EG starke Backsteinprofilierung) und übergiebelter Dachaufbau; profilierter Sturz; Balkonbrüstung im DG mit doppeltem Zickzackmuster; Innen original: Grundrisse (außer Vergrößerung des Küchenraumes durch Zusammenlegung der ehemaligen Küche, Anrichte, Speisenkammer); Treppenhaus: Holztreppe mit Handlauf (Speicherzugang verlegt); Küchen-, Keller- und WC-Tür; Entree: verspringende Deckenhöhen; zwei Deckenlampen im Eingangsbereich.
Bestandteile des Denkmals sind auch der das Haus umgebende Garten und die gemauerte Einfriedung.
Lindenthal wurde 1888 dem stadtkölnischen Gebiet eingemeindet. Der Vorort, der ab 1846 für die Wohnbebauung erschlossen wurde, entwickelte sich aufgrund günstiger Bodenpreise und nur vereinzelt vorhandener Industriebetriebe zu einem der bevorzugten Wohngebiete für wohlhabende Kölner Bürger. Vor allem in der Umgebung der Grünanlagen erfolgte eine Wohnbebauung, die ihren Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hatte.
Zwischen Gleueler und Kerpener Straße verlaufend, gehört die Heinestraße zu einem Bereich zwischen Zülpicher und Dürener Straße, in dem die Ausbauphase um 1900 einsetzt und bis in die 20er Jahre anhält. In unmittelbarer Nähe der Universitätsklinik entstand eine Bebauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern und Villen, die durch Vorgärten und rückwärtige Gärten, Parks und Straßenbepflanzung aufgelockert ist. Architektonisch herausragend präsentiert sich die Heinestraße, deren Bebauung im wesentlichen durch Einzel- und Doppelvillen geprägt ist.
Das o.g., kurz nach der Mitte der 20er Jahre erbaute Objekt ist ein typisches bauliches Dokument der durch gehobene Wohnansprüche geprägten Bebauung, die in diesem Fall stilistisch durch eine Kombination von Heimatstilelementen (hoch aufragender Spitzgiebel), reduzierten, in Ansätzen noch am Expressionismus orientierten Elementen und die Betonung der Kubatur, hier deutet sich die neue Sachlichkeit an, charakterisiert ist.
Die strenge Gestaltung bewirkt nicht nur am Außenbau eine Konzentration auf die wesentlichen Architekturelemente, sondern bestimmt auch die innenräumlichen Qualitäten, wobei vor allem die zurückhaltende Inszenierung der Zugangssituation und des Treppenhauses zu erwähnen sind. Vom seitlichen Eingang gelangt man über ein Entree mit betont niedriger Decke in einen hohen hallenartigen Raum, der als Mittelpunkt des Hauses durch seine räumliche Höhe eine gewisse repräsentative Qualität erhält, ohne den insgesamt sachlichen Gesamteindruck zu beeinträchtigen. Die sachliche, durch die Funktion bestimmte Baugliederung bestimmt auch die in Teilen erhaltene Innenausstattung.
Als Zeugnis der historischen Entwicklung des im Krieg erheblich zerstörten Stadtteils Lindenthal und als bauliches Dokument der architekturhistorischen Entwicklung in der Zeit zwischen Gründerzeit und Jugendstil einerseits und den modernen Strömungen (Expressionismus und Neues Bauen) andererseits ist das o.g. Objekt unverzichtbar für das Verständnis der Lindenthaler Stadtteilgeschichte.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0