Wohn- u. Geschäftshaus

Wichheimer Straße 3 · Buchheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8115
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Wichheimer Straße 3, 51067 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.06.1997
Stadtteil Buchheim

Erbaut um 1890; rechteckiger Grundriß, 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, traufständig, rückwärtiger dreigeschossiger Anbau mit Pultdach.

Fassade: 3 Achsen, Putzfassade im Stil der Neorenaissance. Im EG rechts veränderter Ladeneinbau, links Hauseingang (erneuerte Haustür, Holz, 30er Jahre; erneuerte Steinstufen). Im 1. und 2. OG je drei hochrechteckige Fenster (erneuert, Einscheibenfenster mit Oberlicht, im 1. OG Rolladenkästen), Fensterachsen gerahmt durch Pilaster mit Fugenschnitt, reiche Fensterbekrönungen, kräftiges Konsoltraufgesims. 2 Gauben mit hölzernem Überfangbogen und verzierten Sparren, ein Dachflächenfenster.

Rückseite: verputzt, kleiner Hof mit Schuppen überbaut.

Innen original: schlichter Terrazzoboden im Vestibül, Holztreppe mit gedrechseltem Handlauf, Dielenboden im 2. OG, Stuckkehlen in straßenseitigen Zimmern des 2. OG, im Keller Backsteinboden und preußische Kappen (Keller teilweise ausgebaut). (Veränderungen: alle Wohnungs- und Zimmertüren verkleinert erneuert, Spitzbodenausbau mit zwei Dachflächenfenstern)

Nicht zum Denkmal gehörig ist der eingeschossige Schuppen im ehemaligen Hof.

Der heutige Kölner Stadtteil Buchheim wurde schon im Mittelalter erwähnt, im 19. Jahrhundert gehörte er zum Landkreis Mülheim und wurde mit diesem 1914 nach Köln eingemeindet. Aufgrund der industriellen Entwicklung Mülheims entstanden im benachbarten Buchheim kurz vor der Jahrhundertwende zahlreiche Arbeiterwohnhäuser, von denen ein sehr umfangreiches Ensemble in der Wichheimer Straße auf beiden Seiten erhalten ist. Der von der Bergisch-Gladbacher Straße abzweigende Beginn der Wichheimer Straße zeigt bis zur Hausnummer 46 die fast vollkommen erhaltene gründerzeitliche Bebauung und ist somit ein in seinem Umfang seltenes Zeugnis für die Geschichte der Menschen im rechtsrheinischen Köln. Das Objekt stellt mit seinen Nachbarhäusern und den erhaltenen Eckbauten zur Bergisch-Gladbacher Straße einen wichtigen städtebaulichen Akzent dar, insbesondere da es auch von der vielbefahrenen Hauptstraße aus sichtbar ist.

Es ist typisches Beispiel des Kölner Dreifensterhauses, zeigt jedoch im Gegensatz zu benachbarten und schräg gegenüber liegenden schlichten Backsteinbauten eine aufwendige Putzfassade mit Elementen der Neorenaissance, die ihr noch aufwendigeres Pendant im Nachbarhaus Nr. 1 findet. Das Objekt dokumentiert gemeinsam mit den anderen in diesem Abschnitt der Wichheimer Straße gelegenen Bauten die Vielfalt der Fassadengestaltung zur Zeit der Jahrhundertwende und ist auch aus diesem Grund ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal in Köln.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0