Geschäftshaus
Hahnenstraße 23 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8123 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Geschäftshaus |
| Adresse | Hahnenstraße 23, 50667 Köln |
| Baujahr | um 1950 |
| Architekt / Planung | Wilhelm Riphahn |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.08.1997 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Erbaut um 1950, Architekt Wilhelm Riphahn, 1 1/2-geschossiges Ladenlokal als Teil einer Ladenzeile, kubischer Stahlskelettbau mit Flachdach und straßenseitiger Schaufensterfront.
Fassade: unter dem weit vorkragendem Dach (verändert: dünn verkleidet) links natursteinverkleidete Stütze, dann Schaufenster in ganzer Breite der Fassade (verändert: Schaufensterbereich komplett erneuert, Fenster tiefer gezogen, Fenster und asymmetrisch angeordnete Tür auf einer Ebene anstelle des ursprünglich zurückspringenden Eingangsbereiches). Hinter die Schaufensterfassade zurückspringendes halbes OG (verändert: ursprüngliche Fensterbänder zu allen drei von der Straße einsehbaren Seiten verkleidet) mit leicht vorkragendem Flachdach.
Innen original: Raumgliederung: im Eingangsbereich ebenerdig eingeschossig (teilunterkellert), nach hinten über Treppenanlage (verändert, erneuert) zweigeschossig: vertieftes UG und um halbes Geschoß nach oben versetztes OG.
Nicht zum Denkmal gehörig ist der rückwärtige, im Grundriß trapezförmige, wenig spätere Anbau.
Die Nachkriegsplanung der Neubebauung der stark kriegszerstörten Hahnenstraße wurde schon 1946 begonnen. Die um 1950 von dem bedeutenden Kölner Architekten Wilhelm Riphahn errichteten Ladenzeilen der südlichen Straßenseite bildeten damals den ersten mit einem Gesamtkonzept errichteten Straßenzug Kölns und gehörten in dieser frühen Wiederaufbauphase deutschlandweit zu den wenigen einheitlich realisierten Geschäftsstraßen.
Ursprünglich wollte man auch hier zunächst provisorische Ladenbauten errichten wie es gleichzeitig z.B. in der Hohe Straße durchgeführt wurde. Der Architekt tat dies jedoch als unwirtschaftlich ab und entwarf unter dem Druck der Materialknappheit nach dem Krieg 1 1/2-geschossige Ladenbauten entlang der Straße, die wenig später durch mehrgeschossige seitliche und rückwärtige Gebäude ergänzt werden sollten. Dieses Konzept sicherte einerseits eine gute Grundstücksausnutzung, bildete andererseits aber auch ein Vorzeigeobjekt für die städteplanerischen Ideale der Nachkriegszeit: der Straßenraum war stark "durchlüftet" und partielle Begrünung - besonders in den im Inneren entstandenen Freiflächen - war Bestandteil der Planung.
Die Ladenbauten wurden mit einfachen Mitteln, dem konstruktiven Prinzip einer Industriehalle folgend, in Stahlskelettbauweise mit Schwemmsteinausfachungen und Betonfertigteildecken errichtet.
Die Straße sollte Flanier- und Geschäftsstraße werden, daher plante Riphahn eine Folge von Schaufenstern, die ohne jeden Schnörkel die Ansprüche von Funktion und Konstruktion erfüllten, wie es das Bauhaus und der Deutsche Werkbund nach 1945 forderten. Riphahn selbst schrieb im Dezember 1949: es solle "ein weit auskragendes, alle Läden verbindendes Vordach sowie die ganz in Glas aufgerissene Fassade die Passanten, besonders an regnerischen Abenden durch Schutz und Lichtfülle zum Beschauen" anlocken.
Im Inneren bezeugt die klare Raumdisposition mit veränderter, aber immer noch zentraler Treppenanlage und der unter anderem ursprünglich aus belichtungstechnischen Gründen höher gestuften zweiten Raumebene die konsequente Formensprache der Architektur der frühen 50er Jahre.
Das Objekt ist mit seinen ebenfalls denkmalwerten Nachbarbauten unverzichtbares Zeugnis dieser frühen Phase der Kölner Nachkriegsgeschichte. Es ist bedeutendes Zeugnis für das Oeuvre eines der bedeutendsten Kölner Architekten unseres Jahrhunderts und es hat fast 50 Jahre später noch große stadtbildprägende Bedeutung indem die beidseitige Bebauung der Hahnenstraße bis heute eine im Kölner Stadtbild beruhigend einheitliche Bebauung höchster architektonischer Qualität darstellt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0