Wohnhaus
Strundener Straße 33 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8137 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Strundener Straße 33, 51069 Köln |
| Baujahr | 1921 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.08.1997 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Erbaut 1921 (inschriftlich datiert), Doppelhaus mit Nr. 31 im Heimatstil süddeutscher Prägung.
2geschossiger traufständiger Putzbau mit biberschwanzgedecktem ausgebautem Walmdach; seitlicher Eingang. Horizontale Gliederung durch aufgeputztes umlaufendes Sohlbankgesims. Hochrechteckige Fenster mit originaler Gliederung, Beschlägen und Schlagläden.
Straßenfassade: 2achsig; Dachgeschoßbelichtung in der Front durch ein Fenster in der gemeinsamen Dreiecksgaube mit Nr. 31.
Seitenansicht (Eingang): einachsig; originale Eingangstür (Holz) mit achteckiger Verglasung und originalem Schutzgitter, geohrter Werksteinrahmung und Schlußstein, im OG eine Fensteröffnung.
Rückseite: Neuer Wintergartenanbau (Glas- /Metallkonstruktion) unter Einbeziehung des ehem Stallgebäudes. Kellerabgang mit originaler Holztür. Im Dachgeschoß große liegende Rechteckgaube (nicht original).
Innen original: Keller mit Betondecke und Holztreppe. Treppenhaus: Holztreppe mit einfachem Stabgeländer. Grundrisse mit Ausnahme von EG weitgehend erhalten, Flurabtrennungstüren neu bzw. versetzt. Im Eingangsbereich Bodenfliesen (achteckig, rot), in den Wohnräumen größtenteils Dielenböden (im OG Pitchpine). Zimmertüren mit Bakelitgriffen weitgehend erhalten. Im Dachgeschoß Leiteraufgang zum Spitzboden.
Originale alternierende Pfeiler- Holzlatten- Einfriedung auf durchlaufendem Sockel mit Holztor.
Vorgarten mit Einfriedung und rückwärtiger ehemaliger Nutzgarten sind Teil des Denkmals. Auf dem rückwärtigen Grundstück befindet sich ein ehem. Behelfswohnhaus (zweitverwendete Backsteine) von 1946 sowie ein Messepavillon des Architekten Op gen Oorth von 1954, der heute als Atelier dient, beide, sowie Wintergarten und Sauna sind nicht Teil des Denkmals.
Der heutige Ortsbereich Dellbrück entstand erst 1905 durch Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn und Alt Dellbrück und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die einzelnen Ortschaften mehr und mehr zusammen und der Ort entwickelte sich auch durch den Einfluß der verkehrsmäßigen Anbindung an Köln mit Eisen- und Straßenbahnlinien. Der Bergisch-Gladbacher Straße kam dabei als Ost-West-Verbindung besondere Bedeutung zu. Gefördert durch die Eingemeindung Dellbrücks nach Köln im Jahre 1914 entstanden um diese Zeit viele Wohngebäude von finanziell starken "Stadtflüchtlingen". Diese Entwicklung wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen, ging aber ab 1920 nahtlos weiter. Es entstanden mit geschlossenen Villenvierteln (z. B. Thielenbruch) auch viele Einzelbauten, die auf vorhandenen Restgrundstücken entlang wichtiger Verkehrswege wie der Strundener Straße erbaut wurden. Sie spiegeln noch heute die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit und veranschaulichen das Bedürfnis der damaligen Stadtbevölkerung nach zurückgezogenem Wohnen in städtischer Randlage.
Die Strundener Straße verläuft auf der Flußterrasse nördlich des Strunderbaches, der bei Herrenstrunden am Westrand der Bergischen Höhen entspringt. An seinem ca. 20 Kilometer langen Lauf befanden sich ehemals mindestens 51 Mühlen (Seit dem 14. Jh. belegt), denen auch die Ortschaft Strunden ihre Existenz verdankte. Zu den Mühlen gehörten oftmals Herrenhäuser wie Haus Thurn oder Isenburg - ehemalige Wasserburgen, deren Gräben vom Bach gespeist wurden. Das 1921 errichtete Haus Strundener Straße 33 gehört zu einer umfangreichen Reihe repräsentativer, mit unterschiedlichen Stilelementen gestalteten Wohnbauten auf beiden Straßenseiten. Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Haus als Dokument der stadtkölnisch beeinflußten Siedlungsentwicklung Dellbrücks in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts. Diese hat nicht nur den Siedlungsbau entlang der Bergisch Gladbacher Straße und der Dellbrücker Hauptstraße bewirkt, sondern auch zum Bau von Landhäusern an der Thurner- und Strundener Straße geführt. Auffällig, aber auch typisch für die Erbauungszeit sind die großen Grundstücke mit ihren ehemaligen Stallanbauten, die in der Nachkriegszeit zur Selbstversorgung dienten. Das Gebäude Strundener Straße 31-33 ist ein Beispiel für den Heimatstil süddeutscher Prägung in Dellbrück. In der Strundener Straße ist dieser Typus nahezu einmalig und ein Beispiel für das charakteristische Nebeneinander von ländlich und städtisch beeinflußter Bebauung in dieser Straße.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0