Wohnhaus
Paulistraße 3 · Braunsfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8182 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Paulistraße 3, 50939 Köln |
| Baujahr | 1923 bis 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.10.1997 |
| Stadtteil | Braunsfeld |
Erbaut: 1923-25; zweigeschossiges, giebelständiges, in Nachbarbebauung eingebundenes Einfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoß; Satteldach; Putzfassade; Kunststoffenster (neu); südlichstes Gebäude einer Dreierhausgruppe (Paulistr. 3, 5, 7) mit gemeinsamer Giebelgestaltung sowie Bestandteil einer einheitlich gestalteten Wohnhausgruppe (Pauliplatz 1-3a; Paulistr. 1-11);
Straßenfront: horizontale Gliederung durch profilierte Gesimse; Erdgeschoß: nördlicher Vorbau mit tief eingeschnittenen Doppelfenstern (setzt sich über ganze Front Paulistr. 5 und südlichen Bereich Paulistr. 7 fort), profilierter Putzfenstersturz und -sohlbank, südlicher spitzbogiger, tief eingeschnittener Eingang, originale Holztür mit sternförmiger Verglasung, hochrechteckiges WC-Fenster mit Vergitterung; Obergeschoß: drei Fenster durch gemeinsame Sohlbank zusammengefaßt, Klappläden (erneuert); Giebel: im unteren Bereich querrechteckige Blende, die sich über die gesamte Giebelfront der Dreierhausgruppe fortsetzt, an den Gebäudegrenzen ovalartiges Loch in der Blende, zwei Fenster mit Segmentbogen, Klappläden (erneuert); Spitzboden: Segmentbogenfenster mit profilierter Sohlbank, nachträglich ausgebaut;
Rückfront: Erdgeschoß: südlicher Wintergarten erneuert, nördliche Terrasse und Treppe neu gefliest mit Pergola (neu); Obergeschoß: Balkon erneuert; Dachgeschoß: zwei Gauben;
Im Inneren original erhalten: Treppenhaus: Holzgeländer und -treppen;
Der Garten (überwiegend Rasen) ist Bestandteil des Denkmals.
In der Besiedlungsgeschichte des vormals von schlichten Arbeiterhäusern bestimmten Vorortes Braunsfeld setzt mit der Anlegung des Stadtwaldes in den Jahren 1895-98 eine Wende in Bezug auf den Charakter des Vorortes zu einer Bebauung mit Villen und großbürgerlichen Mehrfamilienhäusern ein. Das Wohngebiet am Südrand des Industriegebietes von Ehrenfeld-Braunsfeld mit seiner Nähe zur Aachener Straße und der gleichzeitigen Nähe zum Villenviertel in Braunsfeld und Lindenthal, südlich der Aachener Straße, besaß zwar auch eine günstige Lage, konnte aber zunächst nicht erschlossen werden. Landwirtschaftlich genutzter Grundbesitz (der ehemalige Maarhof mit seinen Ländereien) verhinderte hier bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg eine Siedlungsentwicklung. Erst 1913 begann der ehemalige Hof- und Grundbesitzer Josef Pauli mit einer Siedlungsentwicklung an der Paulistraße, und zwar abseits der Aachener Straße. Siedlungsansatz bildete eine großzügige Platzgestaltung, nämlich die des um 1914/15 angelegten Pauliplatzes.
Das o.g. Objekt ist integraler Bestandteil der Erstbebauung dieses Terrains sowie Teil einer geschlossenen, gestalterisch einheitlichen Bauzeile, die sich um den Pauliplatz gruppiert. Zu dem Denkmalensemble (zwei- bis dreigeschossige Wohnhausgruppe (Pauliplatz Nr. 1-3a; Paulistr. 1-11) mit Balkonen, Putzfassaden und Stuckgliederungen) sind auch die 1914 von Fritz Klein entworfenen Gebäude Paulistr. 34-46 zu zählen. Die von der Gartenstadtidee inspirierte und im Heimatstil errichtete Bebauung (z.B. erinnern die Giebelblenden der Dreierhausgruppe Paulistr. 3, 5, 7 an den Kölner "Flabes") um den Pauliplatz, die weitgehend im alten Stil erhalten ist, stellt städtebaulich ein mustergültiges Beispiel der 10er und 20er Jahre-Architektur dar, durch die der Stadtteil Braunsfeld im Bereich zwischen Maarweg, Aachener, Peter-von-Fliesteden- und Stolberger Straße maßgeblich geprägt wird.
So wird das o.g. Objekt unverzichtbares bauliches Dokument für die frühe Ausbauphase Braunsfelds.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0