Wohnhaus
Paulistraße 1 · Braunsfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8277 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Paulistraße 1, 50939 Köln |
| Baujahr | 1923 bis 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.03.1998 |
| Stadtteil | Braunsfeld |
Erbaut: 1923-25; Architekt: Goswin Baumhögger; Bestandteil der einheitlich gestalteten Wohnhausgruppe (Pauliplatz 1-3a; Paulistr. 1-11); zweigeschossiges, traufständiges, in Nachbarbebauung eingebundenes Einfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoß im Heimatstil; Satteldach; Putzfassade; Holzsprossenfenster größtenteils mit Klappläden;
Straßenfront: horizontale Gliederung durch profilierte Gesimse; Erdgeschoß: spitzbogiger, tief eingeschnittener Eingang mit gekehlter Laibung (originale Holztür mit sternförmiger Verglasung), polygonal vorkragendes Fenster in querrechteckiger Fensternische, kleines, polygonales Fenster mit originalem Gitter; Obergeschoß: drei Fenster durch gemeinsame Sohlbank zusammengefaßt; zwei Gauben;
Im Inneren original erhalten: weitgehend Grundriß;
In der Besiedlungsgeschichte des vormals von schlichten Arbeiterhäusern bestimmten Vorortes Braunsfeld setzt mit der Anlegung des Stadtwaldes in den Jahren 1895-98 eine Wende in Bezug auf den Charakter des Vorortes zu einer Bebauung mit Villen und großbürgerlichen Mehrfamilienhäusern ein. Das Wohngebiet am Südrand des Industriegebietes von Ehrenfeld-Braunsfeld mit seiner Nähe zur Aachener Straße und der gleichzeitigen Nähe zum Villenviertel in Braunsfeld und Lindenthal, südlich der Aachener Straße, besaß zwar auch eine günstige Lage, konnte aber zunächst nicht erschlossen werden. Landwirtschaftlich genutzter Grundbesitz (der ehemalige Maarhof mit seinen Ländereien) verhinderte hier bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg eine Siedlungsentwicklung. Erst 1913 begann der ehemalige Hof- und Grundbesitzer Josef Pauli mit einer Siedlungsentwicklung an der Paulistraße, und zwar abseits der Aachener Straße. Siedlungsansatz bildete eine großzügige Platzgestaltung, nämlich die des um 1914/15 angelegten Pauliplatzes.
Das o.g. Objekt ist integraler Bestandteil der Erstbebauung dieses Terrains sowie Teil einer geschlossenen, gestalterisch einheitlichen Bauzeile, die sich um den Pauliplatz, Paulistraße gruppiert. Zu dem Denkmalensemble (zwei- bis dreigeschossige Wohnhausgruppe (Pauliplatz Nr. 1-3a; Paulistr. 1-11) mit Balkonen, Putzfassaden und Stuckgliederungen) sind auch die 1914 von Josef Alsdorff entworfenen Gebäude Paulistr. 36-46 zu zählen. Die von der Gartenstadtidee inspirierte und im Heimatstil errichtete Bebauung um den Pauliplatz, die weitgehend im alten Stil erhalten ist, stellt städtebaulich ein mustergültiges Beispiel der 10er und 20er Jahre-Architektur dar, durch die der Stadtteil Braunsfeld im Bereich zwischen Maarweg, Aachener, Peter-vonFliesteden- und Stolberger Straße maßgeblich geprägt wird.
So wird das o.g. Objekt unverzichtbares bauliches Dokument für die frühe Ausbauphase Braunsfelds.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0