Wohnhaus

Wichheimer Straße 20 · Buchheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8203
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Wichheimer Straße 20, 51067 Köln
Baujahrum 1893
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.11.1997
Stadtteil Buchheim

Erbaut um 1893; dreigeschossiges traufständiges Haus, Türen und Fenster erneuert.

Straßenfront: Stuckfassade im Stil der Neorenaissance (EG umgebaut), 3 Achsen, 1. OG durch Putzfugen und aufwendigere Fensterrahmung herausgehoben, horizontale Gliederung durch Stock- und Sohlbankgesimse (Traufgesims vereinfacht erneuert).

Rückseite: backsteinsichtige Hoffassade mit gestuftem Dachgesims, links Kellerfenster (original) und darüber 3 segmentbogige Fenster, rechts Anbau mit Hoftür (original, mit Außentreppe) und 2 Treppenhausfenstern, anschließend vorspringender Anbau mit gerundeter Ecke und 5 Achsen, links dreigeschossig (3 kleine Toilettenfenster), dann zweigeschossig (Keller- und EG-Fenster in den zwei Achsen der rechten Hälfte und OG-Fenster in rechter Achse zugemauert, 2 Zuganker gesetzt), Rückseite des Anbaus mit Kellerfenster und -abgang (umgebaut), darüber 2 große (im OG zugemauert) und 1 kleines Fenster, Dachdeckung und Kamin erneuert, Gaube später.

Innen original: Keller mit Backsteinboden und preußischen Kappen (Holztreppe erneuert); EG-Flur mit bunten Bodenfliesen; Holztreppe mit gedrechseltem Antrittspfosten, hölzernem Stabgeländer und Handlauf sowie Dielen (im Dachgeschoß Badeinbau z. T über Treppenloch); insgesamt 2 Wohnungstüren im 1. und 2. OG sowie Speichertür (andere Treppenhaustüren zugemauert), Dielenboden in den Obergeschossen und im Anbau (im 1. OG des Anbaus Boden erneuert).

Bestandteil des Denkmals ist auch die Hof und Garten trennende Mauer sowie der ehemalige Nutzgarten (heute verändert, Rasen und Buschwerk).

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der Hof, dessen Belag etwa 0,10 m höhergelegt und zementiert wurde.

Der heutige Kölner Stadtteil Buchheim gehörte im 19. Jahrhundert zum Landkreis Mülheim und wurde mit diesem 1914 nach Köln eingemeindet. Aufgrund der industriellen Entwicklung Mülheims entstanden im benachbarten Buchheim kurz vor der Jahrhundertwende zahlreiche Arbeiterwohnhäuser, von denen sich ein sehr umfangreiches Ensemble auf beiden Seiten der Wichheimer Straße erhalten hat. Der von der Bergisch-Gladbacher Straße abzweigende Beginn der Wichheimer Straße zeigt bis zur Hausnummer 46 die vorzüglich erhaltene Bebauung der Jahrhundertwende und ist somit ein in seinem Umfang seltenes Zeugnis für die Geschichte der Menschen im rechtsrheinischen Köln.

Das mitten in dieser Häuserzeile stehende Haus Wichheimer Str 20 stellt mit seinen Nachbarhäusern und den erhaltenen Eckbauten zur Bergisch-Gladbacher Straße ein wichtiges städtebauliches Ensemble dar. Es ist ein typisches Beispiel für das städtische Mietshaus mit historisierender Stuckfassade, die auch bei den benachbarten Häuser Nr. 26-28 und 42-46 vorhanden ist. Daneben existieren auch gemischte BacksteinPutz-Fassaden (Nr. 18 und 36-40) und reine Backsteinfassaden (Nr. 30-34 und gegenüberliegende Straßenseite). Das Ensemble ist damit ein gutes Beispiel für das gleichzeitige Nebeneinander ganz verschiedener Fassadengestaltungen.

Das Haus wurde vom Ziegeleibesitzer Görtz um 1893 für die Arbeiter der benachbarten Fabriken errichtet. Görtz wohnte in dem kurz zuvor erbauten Nachbarhaus Nr. 22; seine Ziegelei lag im südlichen Teil der Wichheimer Str.

Die Straßenfassade des Hauses ist größtenteils erhalten. Ihre Wirkung wird durch das 1957 vereinfachte Traufgesims und das 1960 umgebaute EG zwar beeinträchtigt, doch ist sie im Zusammenhang mit den Nachbarbauten von großer Bedeutung für das geschlossene Straßenbild. Zudem ist das Baugefüge mit Vorderhaus und seitlichem Anbau sowie tiefem ehemaligem

Nutzgarten erhalten und damit ein wichtiges sozialhistorisches Zeugnis für die Wohnverhältnisse der Arbeiterschaft um die Jahrhundertwende.

Aus den o. g. Gründen ist das Haus Wichheimer Str. 20 unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0