Wohn- u. Geschäftshaus
Niederichstraße 21 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8235 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Niederichstraße 21, 50668 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.12.1997 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Um 1900 erbaut, Eckhaus zum Thürmchenswall auf winkelförmiger Grundfläche.
Fassade: 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (erneuertes Dach mit 3:3 Gauben ohne ehemaliges Zwerchhaus an der Ecke); 4:3 Achsen und abgeschrägte Ecke, Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance, EG mit Fugenschnitt; Hauseingang an äußerster rechter Gebäudekante zusammen mit profilgerahmtem hochrechteckigem Blendfeld mittig unter der rechten Fensterachse angeordnet, Haustür erneuert; Ladeneingang an der Ecke, Ladentür erneuert, in den Achsen neben der abgeschrägten Ecke je eine Schaufensteröffnung, Schaufenster original; rechteckige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; stichbogige Kellerfensteröffnungen; an der Ecke im 1. und 2. OG Austritte mit originalen schmiedeeisernen Brüstungsgeländern.
Rückseite: Fassade verputzt; stichbogige, im 3. OG rechteckige Fensteröffnungen, Fenster bis auf ein originales Treppenhausfenster erneuert. Die erdgeschossige rückwärtige Grundstücksüberbauung ist nicht Bestandteil des Denkmals.
Im Inneren original: In Entrée und Treppenhaus zweifarbiger Terrazzoboden - rotbraun/weiß mit schwarzem Randstreifen-, Wohnungstür im 1. OG (Flügel mit Sperrholzverkleidung), Treppe in Holz erneuert; im Laden Fliesenboden; in den Wohnungen im 1. und 2. OG teilweise Zimmertüren.
Die Kölner Neustadt, die seit 1881 bis in den Beginn des 20. Jahrhunderts unter Josef Stübben als Stadtbaumeister und nach seinen Plänen halbkreisförmig um das alte Stadtgebiet angelegt worden ist, gilt als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des 19. Jahrhunderts. Sie entstand von Anfang an nicht als einheitlicher Stadtteil, sondern als Gefüge verschiedenartiger Wohnviertel entlang der Ringstraße als repräsentativem Boulevard.
Die Niederichstraße, benannt nach dem dort gelegenen mittelalterlichen Stadtteil und Gerichtsbezirk Kölns, gehört zu den über die alte Wallstraße hinaus bis zur neu angelegten Ringstraße fortgesetzten Altstadtstraßen. Ihr Neustadtabschnitt, an dem sich das o. g. Objekt befindet, liegt im Bereich des nördlichen Drittels der alten Umwallung, der als letzter bebaut wurde. Die Niederichstraße wurde erst nach Aufgabe der Bastion Thürmchen durch den Militärfiskus im Jahre 1886 angelegt. Ihre Bebauung erfolgte um 1899/1900. In dieser Erstbebauungsphase der Straße wurde auch das o. g. Gebäude Niederichstr. 21 errichtet.
Bedingt durch seine Lage an der Ecke zum Thürmchenswall besitzt das Haus besondere Bedeutung unter städtebaulichen Gesichtspunkten. Mit den aus der Zeit der Jahrhundertwende erhaltenen Baudenkmälern im weiteren Kreuzungsbereich Niederichstr. 9 - 13, 14 und 36 - 38 sowie Thürmchenswall 55 - 63, 72 und 81 schließt es sich zu einem lockeren Ensemble zusammen, das die gründerzeitliche Entwicklung der Architektur im unmittelbaren Nahtbereich zwischen Altstadt und Neustadt dokumentiert. In dem Wohn- und Geschäftshaus befand sich von Beginn an im Erdgeschoß eine Kolonialwarenhandlung, später bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts eine Bäckerei und Konditorei. Die Eingangssituation an der Ecke und die Schaufensteranlagen sind von dieser Ladennutzung erhalten.
Die Fassade des Hauses ist durch einfachen Stuckdekor gekennzeichnet, wie er für schlichte Bauten der unteren bis mittleren Bevölkerungsgruppen der damaligen Zeit typisch ist. Die sparsamen Gliederungen in Formen, die der Renaissance entlehnt sind, beschränken sich auf die Betonung der Fensteröffnungen. Die Gebäudefronten sind ohne aufwendigere plastische Bereicherung etwa durch Erkervorbauten gestaltet. Lediglich kleine Austritte mit noch originalen Geländern heben die Achse an der Ecke hervor.
Trotz des heute aufgrund der Kriegsschäden leider fehlenden Akzents des Zwerchhausgiebels an der Ecke ist das o. g. Gebäude Niederichstr. 21 als wichtiges Zeugnis der gründerzeitlichen Neustadtbebauung sowohl in städtebaulicher als auch in architekturhistorischer Hinsicht unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0