Wohnhaus
Niederichstraße 11 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8591 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Niederichstraße 11, 50668 Köln |
| Baujahr | um 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.09.2002 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Um 1898 erbaut, viergeschossiges, vierachsiges traufständiges Wohnhaus auf winkelförmiger Grundriss.
Vorderfassade:
Fassade hell verklinkert mit Stuckgliederungen (stilistischen Anklänge an Renaissance und Klassizismus), hochrechteckige Fensteröffnungen, Fenster und Haustür erneuert.
Sockel mit Kellerfensteröffnungen (original), breites Sohlbankgesims zum EG.
EG: Fugenschnitt, Fenster und Hauseingang (rechte Achse) mit Segmentbogen betont, getrennt vom 1. OG mit Stockgesims. Im 1. OG: durchgehendes Sohlbankgesims, Fensterbrüstungen jeweils verputzte Nische mit geometrischem Relief.
1. und 2. OG: Fenster gerahmt mit schlichten Dekordetails. Fenster der zwei Geschosse verbunden durch pilasterartige Wandvorlagen, die mit dem Sohlbankgesims des 2. OG verkröpft sind.
3. OG: Schlicht gestaltet, darüber breites Traufgesims mit Rundbogenfries auf mit horizontalem Band verkröpften und ornamental gestalteten Konsolen. In den Rundbögen florale Ranken mit Krabben.
Ausgebautes Dachgeschoss mit drei Gauben, diese erneuert.
Rückfassade: backsteinsichtig; 2 Achsen;
Übergang zum Anbau nach hinten versetzt, hier 2 Achsen; segmentbogige Tür zum Innenhof.
Anbau: 4 Geschosse, 2 Achsen, alle Fenster mit Segmentbogen und betont durch vorspringende Fensterbänke in Backstein. Fenster Ende der 70er Jahre in Kunststoff erneuert.
Im Inneren original: Grundriss weitgehend; Entree mit Deckenstuck und Fliesenboden (original); Durchgang zum Treppenhaus gerahmt mit Oberlicht (original).
Treppenhaus mit Fliesenboden (original), Holztreppe mit Antrittspfosten, Handlauf und gedrechselte Stäbe (original).
Türen im EG erneuert, sonst Wohnungstüren original, kassetiert mit Glasscheibe in oberer Hälfte. Anteilige Wand zum Treppenhaus mit Holz verkleidet und ebenfalls kassetiert.
Schlichte originale Kellertreppe aus Holz mit Handlauf.
Die Niederichstraße, benannt nach dem dort gelegenen mittelalterlichen Stadtteil und Gerichtsbezirk Kölns, gehört zu den über die alte Wallstraße hinaus bis zur neu angelegten Ringstraße fortgesetzten Altstadtstraßen. Die Niederichstraße wurde erst nach Aufgabe der Bastion Thürmchen durch den Militärfiskus im Jahre 1886 angelegt. Ihre Bebauung erfolgte um 1899/1900. In dieser Erstbebauungsphase der Straße wurde auch das o. g. Gebäude Niederichstr. 11 errichtet.
Bedingt durch seine Lage besitzt das Haus besondere Bedeutung unter städtebaulichen Gesichtspunkten. Mit den aus der Zeit der Jahrhundertwende erhaltenen Baudenkmälern Niederichstr. 9, 13, 14 und 36 - 38 sowie Thürmchenswall 55 - 63, 72 und 81 schließt es sich zu einem Ensemble zusammen, das die gründerzeitliche Entwicklung der Architektur im unmittelbaren Nahtbereich zwischen Altstadt und Neustadt dokumentiert.
Die Fassade des Hauses ist durch einfachen Stuckdekor gekennzeichnet, wie er für schlichte Bauten der unteren bis mittleren Bevölkerungsgruppen der damaligen Zeit typisch ist. Die sparsamen Gliederungen in Formen, die der Renaissance und dem Klassizismus entlehnt sind, beschränken sich auf die Betonung der Fensteröffnungen. Die Gebäudefront ist ohne aufwendigere plastische Bereicherung etwa durch Erkervorbauten gestaltet.
Das Gebäude Niederichstr. 11 ist als wichtiges Zeugnis der gründerzeitlichen Bebauung sowohl in städtebaulicher als auch in architekturhistorischer Hinsicht unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0