Halbvilla
Hauptstraße 394 · Porz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8244 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Halbvilla |
| Adresse | Hauptstraße 394, 51143 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.01.1998 |
| Stadtteil | Porz |
Erbaut 1906 in historisierenden Formen.
2 1/2geschossiger traufständiger verklinkerter Backsteinbau mit Putzgliederungen, 3:1 Achsen, schräggestellter Eckrisalit mit Pyramidendach; breite Mittelachse durch Zwerchhausgiebel betont, mit polygonalem Standerker und aufsitzendem Balkon mit Stein-/Gitterbrüstung; Tür- und Fensteröffnungen in variierenden Formen; originale Eingangstür an der rechten Gebäudeseite (neuverkleidetes Treppenpodest mit 6 Stufen).
Rückseite: vier Achsen; Backstein; (nachträglich dreiachsiger Dachgeschoßausbau; in der OG-Mittelachse erneuerter Balkon).
Innen original: Keller mit Betonkappendecke, Holztreppe. Treppenhaus: originale Bodenfliesen (mehrfarbig) mit umlaufendem Mäander. Holztreppe mit Holzgeländer, Antrittspfosten in stilisierten Blütenformen. Grundrisse weitgehend erhalten. (Zimmertüren erneuert, Decken abgehängt, Dielenböden abgedeckt.)
Ehem. Vorgarten verändert, nicht Teil des Denkmals.
Schon im Mittelalter erlangte Porz als Verwaltungszentrum des in Ämter geteilten Herzogtums Berg regionale Bedeutung. Das Amt Porz umfaßte ein großes Gebiet südlich der Wupper, dem bis auf die kurkölnische Orte Deutz, Kalk, Vingst, Poll und Westhoven auch das heutige rechtsrheinische Stadtgebiet angehörte. Unter der französischen Herrschaft wurden die Ämter abgeschafft. Die Preußen übernahmen zunächst die 1808 geschaffenen Bürgermeistereien Wahn und Heumar, die alle heute zu Porz gehörenden Ortschaften umfaßten. 1847 wurde der Amtssitz der Bürgermeisterei Heumar nach Porz verlegt.
In der 1. Hälfte des 19. Jh.s waren Landwirtschaft und Fischfang die häufigsten Erwerbs-quellen, bis um die Jahrhundertmitte die Industrialisierung auch im Porzer Raum einsetzte. Die Einwohnerzahl stieg von 1000 (1825) auf 5000 (1900). 1929 wurden Wahn und Porz in einer Gemeinde zusammengefaßt, 1951 kam es zur Stadterhebung und 1975 wurde Porz letztendlich der Stadt Köln eingemeindet.
Für den Innenstadtbereich von Porz ist eine Gemengelage von Werksgeländen und Wohngebäuden bestimmend, so wurden z. B. 1897: die Deutsche Cotton Öl, 1899: die Rhein. Weinessig Fabrik, 1900: die Rhein. Portlandwerke, Tonröhrenfabrik Wienecke und 1900: das Spiegelglaswerk Germania gegründet. Um 1900 hat die Bebauung die Porzer Hauptstraße (früher: Provinzialstraße) übersprungen, die bis dahin die östliche Begrenzung des Stadtkerns bildete. Außer der Schule gab es dort bis dato nur gewerblich genutzte Gebäude wie die Firmen Seidel und Himmelreich. 1903 wurde ein Fluchtlinienplan beschlossen und ab 1904 setzte eine vermehrte Bebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern ein.
Leider sind bei der großflächigen Innenstadtsanierung der 70er Jahre viele Gebäude dieser Zeit verlorengegangen. Somit kommt den nur noch vereinzelt vorhandenen Altbauten im Bereich der Porzer Hauptstraße als Geschichtszeugnis des Ortes besondere Bedeutung zu. Zu dieser Gruppe gehört auch die einseitig angebaute Villa Hauptstraße 394. Sie entstand 1906 nahezu gleichzeitig mit dem Nachbargebäude Nr. 396. Die Villa zeigt in ihrem architektonischen Anspruch die Entwicklung des ehemals dörflichen Porz zu Beginn dieses Jahrhunderts zu einem verstädterten Ort, wodurch sie zusätzlich auch noch ortsgeschichtliche Bedeutung gewinnt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0