Wohn- u. Geschäftshaus
Hauptstraße 396 · Porz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8245 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Hauptstraße 396, 51143 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.01.1998 |
| Stadtteil | Porz |
Erbaut 1906 von Josef Zimmermacher in historisierenden Formen.
Zweigeschossiger traufständiger Backsteinbau, drei Achsen, Erdgeschoß: Putzquaderung, Obergeschoß: verklinkert, Mansarddach mit drei Gauben. Rechteckige Tür- und Fensteröffnungen mit aufgeputzten horizontalen Verdachungen im Obergeschoß. Im EG Ladenlokal. (Türen und Fenster erneuert).
Rückseite: 2:3 Achsen, mit seitlich anschließendem dreigeschossigen Anbau. (Später Balkone angefügt).
Innen original: Keller mit Betonkappendecke, Holztreppe. Entrée: originaler Fliesenboden (stilisierte Blütenmotive), schmaler Stützbogen, Holztreppe mit Stabgeländer. Toiletten in rückwärtigem Anbau auf halber Höhe. Grundrisse weitgehend erhalten, (Wohnungsabtrennung im OG neu). Dielenböden größtenteils abgedeckt. Originale Zimmertüren und Laibungen erhalten.
Schon im Mittelalter erlangte Porz als Verwaltungszentrum des in Ämter geteilten Herzogtums Berg regionale Bedeutung. Das Amt Porz umfaßte ein großes Gebiet südlich der Wupper, dem bis auf die kurkölnische Orte Deutz, Kalk, Vingst, Poll und Westhoven auch das heutige rechtsrheinische Stadtgebiet angehörte. Unter der französischen Herrschaft wurden die Ämter abgeschafft. Die Preußen übernahmen zunächst die 1808 geschaffenen Bürgermeistereien Wahn und Heumar, die alle heute zu Porz gehörenden Ortschaften umfaßten. 1847 wurde der Amtssitz der Bürgermeisterei Heumar nach Porz verlegt.
In der 1. Hälfte des 19. Jh.s waren Landwirtschaft und Fischfang die häufigsten Erwerbsquellen, bis um die Jahrhundertmitte die Industrialisierung auch im Porzer Raum einsetzte. Die Einwohnerzahl stieg von 1000 (1825) auf 5000 (1900). 1929 wurden Wahn und Porz in einer Gemeinde zusammengefaßt, 1951 kam es zur Stadterhebung und 1975 wurde Porz letztendlich der Stadt Köln eingemeindet.
Für den Innenstadtbereich von Porz ist eine Gemengelage von Werksgeländen und Wohngebäuden bestimmend , so wurden z.B. 1897: die Deutsche Cotton Öl, 1899: die Rhein. Weinessig Fabrik, 1900: die Rhein. Portlandwerke, Tonröhrenfabrik Wienecke und 1900: das Spiegelglaswerk Germania gegründet. Um 1900 hat die Bebauung die Porzer Hauptstraße (früher: Provinzialstraße) übersprungen, die bis dahin die östliche Begrenzung des Stadtkerns bildete. Außer der Schule gab es dort bis dato nur gewerblich genutzte Gebäude wie die Firmen Seidel und Himmelreich. 1903 wurde ein Fluchtlinienplan beschlossen und ab 1904 setzte eine vermehrte Bebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern ein.
Leider sind bei der großflächigen Innenstadtsanierung der 70er Jahre viele Gebäude dieser Zeit verlorengegangen. Somit kommt den nur noch vereinzelt vorhandenen Altbauten im Bereich der Porzer Hauptstraße als Geschichtszeugnis des Ortes besondere Bedeutung zu. Zu dieser Gruppe gehört auch das Gebäude Hauptstraße 396. Es entstand 1906 für Heinrich Billstein und gehört zu einem der wenigen erhaltenen Wohn- und Geschäftshäuser in historisierenden Formen aus der Frühzeit der Bebauung dieser Straße. Noch typisch für den ländlichen Raum ist der breite Baukörper ohne große Höhe, während das nahezu gleichzeitig erbaute Nachbargebäude Nr. 394 in seinem Formenkanon schon dem städtischen Bauen verhaftet ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0