Wohnhaus
Unter Kirschen 15 · Bickendorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8336 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Unter Kirschen 15, 50827 Köln |
| Baujahr | um 1936 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.07.1998 |
| Stadtteil | Bickendorf |
Erbaut um 1936; rechter Abschluß einer Reihe, zweigeschossiges Backsteinhaus mit ausgebautem Dachgeschoß, Gestaltung mit Anklängen an den Expressionismus.
Straßenfront: Zweiachsig, rechts Hauseingang oberhalb von Treppenstufen, rundbogig mit spitzwinklig vortretender Rahmung und schlußsteinartiger Dekoration, originale Haustür mit rundbogiger Binnenverglasung; querrechteckige Fensteröffnungen, Fenster erneuert außer Treppenhausfenster (dreiflügelig mit Sprossenteilung und farbiger rautenförmiger Bleiverglasung); vorkragendes Satteldach mit zwei Gauben.
Giebelfront: Gliederung durch eine Fensterachse links der Fassadenmitte (je zwei kleine querrechteckige Fenster in beiden Geschossen); Giebelschräge durch ornamentalen Mauerverband akzentuiert; Betonung des Giebelfußes auf beiden Seiten durch gestufte, die traufseitigen Dachüberstände stützende Backsteinkonsolen.
Rückfront: Dreigeschossig durch tiefer gelegenen Garten, Kellergeschoß mit späterem Garageneinbau; zweiachsig, links Altan mit aufgesetztem Balkon im Obergeschoß, rechts Balkon im Erdgeschoß mit Treppenabgang (Brüstungsmauer mit späterem Fliesenbelag), erneuerte Geländer und spätere Balkonüberdachung im Erdgeschoß; Fensteröffnungen quadratisch bis hochrechteckig, Fenster und Balkontüren erneuert, Klappläden; vorkragendes Satteldach mit zwei Gauben.
Innen original: Treppenhaus: Terrazzotreppe mit Holzgeländer, einige Holztüren, teilweise mit Glasfüllungen; Holzdielenboden im Obergeschoß.
Vorgarten mit teilweise originaler Einfriedung (straßenseitiger Backsteinsockel mit späterem Metallzaun, seitlicher Mauersockel verputzt) und rückwärtiger, zum Haustyp gehöriger Garten sind Bestandteile des Denkmals.
In Bickendorf (1888 zu Köln eingemeindet) entstand zwischen 1914 und 1920 auf Initiative der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG) die Siedlung Bickendorf I, die von Brunnenweg, Sandweg und Akazienweg begrenzt wird. An diese Einfamilienhaussiedlung schließt sich südlich des Brunnenweges bis zur Venloer Straße die Siedlung Bickendorf II an, die von 1923 bis 1938 mit mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern durch die GAG angelegt wurde. Westlich von Bickendorf I errichtete 1920 - 1926 die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) Kölner Gartensiedlung die Gartensiedlung Bickendorf, die von Akazienweg und Erlenweg begrenzt wird. Diese drei unmittelbar benachbarten Wohnungsbauprojekte ließen auf bis dahin unbebautem Gelände einen neuen Wohnvorort entstehen.
Die Straße "Unter Kirschen", an der sich das o. g. Gebäude Nr. 15 befindet, verbindet den Erlenweg mit dem Zentrum der Gartensiedlung Bickendorf, der alleeähnlichen Straße Unter Bergamotten, die sich zu einem Platz mit anliegendem Genossenschaftsheim weitet. Entsprechend der zugrundeliegenden Idee der Gartenstadt wurde das Gelände nur mit Ein- und Zweifamilienhäusern in Zeilenbauweise bebaut und mit großen rückwärtigen Gartenflächen gestaltet, die ursprünglich der Eigenversorgung dienten. Mittlerweile wurden die individuell genutzten Gärten zu einem einheitlichen gemeinsamen großen Ziergarten zusammengefaßt, wodurch der geschlossene Charakter der stark durchgrünten Siedlung mit verhältnismäßig viel Freifläche gewahrt blieb.
Durch geschickte Ausnutzung der abfallenden Geländeform (Bickendorfer Mulde) - die zur Straße hin zweigeschossigen Häuser wurden gartenseitig dreigeschossig ausgebildet - konnte insgesamt der Eindruck einer gegenüber der tatsächlichen Geschossigkeit geringeren Bauhöhe erweckt werden.
Aufgrund der wirtschaftlich schlechten Lage und der damit verbundenen Miet- und Beitragsrückstände der Genossen wurde die Genossenschaft 1934 liquidiert. Die noch nicht bebauten Grundstücke wurden an Privatpersonen verkauft. Auf diese Weise entstanden um 1936 das o. g. Gebäude und das ähnlich gestaltete Nachbarhaus Nr. 13.
Unter dem Aspekt der bereits um ein Jahrzehnt späteren Bauzeit ist die stilistische Anpassung an die in den 1920er Jahren errichtete Siedlungsbebauung besonders auffällig. Vorbildlich für die Fassadengestaltung haben die Häuser mit ausgeprägt expressionistischen Backsteinelementen gewirkt, wie sie beispielsweise die Gebäude am Akazienweg oder Unter Kirschen Nr. 9 und 11 derselben Reihe aufweisen. Durch die Übernahme der Bauformen und gestalterischen Details wurde das o. g. Gebäude überzeugend in den Siedlungszusammenhang eingebunden. Die etwas schlichtere, sachlichere Formensprache verrät dennoch seine jüngere Entstehungszeit.
Dem städtebaulichen Konzept der Gartensiedlung Bickendorf entsprechend tragen auch die begrünten Flächen zum Denkmalwert des Objektes erheblich bei. Unverzichtbar sind der für die ruhigen Wohnstraßen typische Vorgarten und die begrünte Gartenfläche auf der Rückseite, die für die Gesamterscheinung des anschließenden Grünraums von wesentlicher Bedeutung ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0