Pfarrkirche St. Christophorus

Allensteiner Straße 5 · Niehl

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8338
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungPfarrkirche St. Christophorus
Adresse Allensteiner Straße 5, 50735 Köln
Baujahrum 1958 bis 1959
Eigentumstädtisches / öffentliches Eigentum
Eingetragen seit 27.07.1998
Stadtteil Niehl

Kirche:

Erbaut: 1958/59

Architekt: Rudolf Schwarz

Mitarbeit: Paul Altgassen, Heribert Herrmann, Karl Wim mennauer

Skulpturaler Schmuck von Theo Heiermann

Glasfenster sowie Wandgemälde von Georg Meistermann

Vorhalle, Campanile, Pfarrgebäude:

Erbaut: 1962/63

Architektin: Maria Schwarz

Mitarbeit: Erwin Drese

Kindergarten:

Erbaut: 1963/65 (1966 eröffnet)

Architektin: Maria Schwarz

Mitarbeit: Erwin Drese

Gesamtanlage innerhalb eines weiträumigen Grünbereiches: Kirche als rechteckiger Hallenbau in Ost-West-Richtung, gewestet; im Bauverband nach Süden anschließend ein- bzw. zweigeschossige Gebäude (Pfarrhaus und -saal, Büros, Dienstwohnung, Kindergarten).

Kirche

Kubische Hallenkirche auf neunteiligem Grundriß (28 x 19 m); Höhe: 13 m). Innen und außen sichtbar belassenes Stahlbetonskelett mit Ausfachung in rotem Backstein; zu beiden Längsseiten leicht geneigtes Flachdach.

Fassaden: Gliederung der Fassaden durch eine gleichförmige Stahlbetonkonstruktion, Ausfachung in Backstein; Querriegel sowie umlaufendes Gesims in Sichtbeton mit grauem Anstrich (ehemals blauer Anstrich); roter Backstein in Kreuzverband.

Eingänge beidseitig der nach Norden vorkragenden - den ursprünglichen Eingangsvorbau aufnehmenden - Vorhalle von 1960 bis 1965.

An den Längsseiten jeweils in der Mitte drei, an den Stirnseiten in der Fassadenmitte je ein rechteckiges Fenster, Metallfenster (Außen- und Innenverglasung) mit neunteiliger Gliederung; außen: farblose Bleiglasfenster mit graphischer Struktur (Georg Meistermann); innen: Bleiglasfenster in Buntglas mit figürlichen und abstrakten Darstellungen (Georg Meistermann).

Im Inneren: Fußboden: großflächige Aufteilung durch Bodenplatten in Anröchter Marmor (schwarz/grün und weiß), Tonplatten, rot und gelb, Werkstein; Wandpfeiler und Gesimse in Sichtbeton mit tannengrünem Anstrich (ehemals lindgrün/grau gestrichen), Wandflächen backsteinsichtig, rot; vier freistehende, raumhohe und schlanke Betonpfeiler tragen zwei Längsunterzüge in Beton; Betondecke in Querrippenkonstruktion.

Nach Süden hin zwei paarweise zusammengefaßte Eingänge: Türsturz in Beton, Holztüren. Der linke Eingang wird einseitig von einer halbplastisch aus der Wand hervortretenden, von Theo Heiermann gestalteten Skulptur in rosafarbenem Sandstein in Form eines - der Gestalt einer kapitellbekrönten Säule ähnlichen - Baumes flankiert, die sich an der Außenwand wiederholt; Inschrifttafel: "A1958D". Nach Norden hin zwei paarweise zusammengefaßte Eingänge zur Vorhalle, Türsturz in Beton, zweiflügelige Holztüren, verglast, Metallhandgriffe.

Chor

Nach Westen; um eine Stufe erhöhter Chorbereich, um zwei weitere Stufen erhöhte Altarinsel; Bodenbelag in schwarz-grünem Anröchter Marmor, Altar und Lesepult in Naturstein, z. T. scharriert.

Nach Osten frei vor der Rückwand auf zwei Betonböcken plazierte Orgel; zwischen den seitlich eingebauten Beichtstühlen ist der Raum des Sängerchors (heute ist die nicht mehr genutzte Orgel durch eine hölzerne Konstruktion verkleidet).

Originales Kirchenmobiliar in Holz; originale gläserne Lampen.

Ausstattung

Drei figürliche Wandzeichnungen von Georg Meistermann, Kohle auf weißer Putzfläche; jeweils ein Wandfeld ausfüllend; Stirnseite nach Westen Christusdarstellung (Orantengestus), Längsseite nach Süden Engel, Stirnseite nach Osten Hl. Christophorus.

Außen farblose Bleiglasfenster mit graphischer Struktur; innen Buntglasfenster von Georg Meistermann, Metallsprossenteilung, bleigefaßte Gläser mit abstrakten und figürlichen Darstellungen.

Tabernakel in Messing (Plazierung verändert); geschnitztes Holzkreuz; Weihwasserbecken in Naturstein, scharriert.

Vorhalle an der Nordfassade (im Bereich des 2. und 3. Wandfeldes nach Ost): Erweiterung des Eingangsvestibüls durch Maria Schwarz, 1962/63; bis zum Querriegel reichender kubischer Baukörper auf annähernd quadratischer Grundfläche; innen backsteinsichtig, Fußboden in Naturstein; Betondecke; Eingänge nach Ost und West, Zweiflügeltüren, oberhalb der Eingänge und an der Stirnseite nach Norden großflächige, zwölfteilige Rechteckfenster in Metall.

Ausstattung der Vorhalle

Bronzene Portalplastik von Theo Heiermann (ehemalige Außenplastik oberhalb der Vorhalleneingänge; nach der Erweiterung von 1962/63 im Innenraum der Vorhalle an gleicher Stelle): freie individuelle Kombination von Versatzstücken (Herz-Jesu-Symbolik, Friedenstauben u. a.), ohne eindeutige ikonographische Zuordnung. Die zwischen den Vorhallenfenstern am Wandpfeiler verankerte Skulptur besteht aus einem zur Seite geneigten, von einer Dornenkrone umschlungenen Herzen mit bekrönendem Kreuz, aus dem eine dornenbewehrte Pflanze mit bekrönender fünfblättriger Blüte wächst. Entlang des Blütenstammes haben sich rhythmisch versetzt acht Tauben auf den im rechten Winkel abstehenden Dornen niedergelassen.

Rundes Weihwasserbecken in Naturstein, scharriert (Plazierung verändert, heute Kerzenbecken).

Campanile

Seitlich vom Hauptbaukörper abgerückter, freistehender Glockenturm auf Rechteckgrundfläche, roter Backstein mit Sockel, Gesims und Gliederungen im oberen Bereich durch horizontal umlaufende Bänder in Beton (grau gestrichen), Flachdach; Turmeingang nach Osten, Tür in Metall. Klangarkaden mit Rundöffnungen (an den Längsseiten je sieben, an den Stirnseiten je drei Öffnungen).

Das Raumgefüge der Hallenkirche erscheint heute durch reversible Einbauten und Dekoration mit Kultgegenständen der armenischen Kirchengemeinde (geosteter Altar, Umnutzung der Orgel, Einbau einer achtseitigen Kuppelkonstruktion in Edelstahl mit Bespannung in hellem Segeltuch (Albert Sous), Dekoration durch farbige Teppiche und Wandbilder u. a.) in seinem Eindruck verändert.

Pfarrgebäude

Nach Süden hin verbindet das eingeschossige und flach gedeckte Gebäude der ehemaligen Sakristei die Kirchenhalle mit den Pfarrgebäuden. Der in Ost-West-Richtung langgestreckte zweigeschossige Baukörper ist dem Kirchengebäude parallel nach Süden hin vorgelagert.

Zwei Geschosse, Backstein mit Gliederungen in Beton, grau gestrichen (Querriegel, Fensterstürze, Gesimsbänder); Flachdach.

Fassade nach Süden: Sechs Achsen; nach Osten drei Fenstertüren mit feststehender Seitenverglasung, Metall, blau.

Im mittleren Bereich drei annähernd quadratische Fenstereinheiten (geschlossener Brüstungsbereich in Metall, kleinteilige Fenstergliederung), zwischenliegende Oberlichtbänder; Geschoßgesims.

Stirnseite nach Osten: Zwei Achsen; zweiteilige Metallfenster, blau.

Stirnseite nach Westen gänzlich geschlossen.

Fassade nach Norden: Vier Achsen; Eingang mit Seiten- und Oberlicht in Holz; links zwei kleine quadratische Fenster Metall, blau; rechts quadratisches Fenster in Metall, blau im Bereich zwischen den Geschossen (Treppenhausfenster); rechts zwei Metallfenster, blau.

Rechts (Saalfront): Drei Achsen, geschoßhohe Öffnungen.

Im Inneren

Fliesenboden; Backstein z. T. weiß gestrichen, Gewände und Türen in Holz, raumhoch, z. T. verglast und mit Oberlicht.

Pfarrsaal: Parkettboden; Wände backsteinsichtig, Holzdecke mit Unterzügen in Beton.

Offene Holztreppe mit Holzgeländer, Obergeschoßräume: Kunststeinböden; Türen, z. T. mit Oberlicht und Gewände in Holz; Bibliothek mit Riemchenparkett; Toiletten mit weißen Wand- und grauen Bodenfliesen; Fensterbänke in Kunststein.

Ehemalige Sakristei: Fassade nach Westen: Vier Achsen; symmetrische Gliederung; in den Außenachsen in überdachter Eingangsnische zweiflügelige Eingänge in Holz. Fassade nach Osten: Vier Achsen; symmetrische Gliederung; in den Außenachsen in überdachter Eingangsnische zweiflügeliger Eingang in Holz, bzw. durch Glasbausteine geschlossene Öffnung; die inneren Achsen mit zwei quadratischen Fenstern in Metall, blau.

Im Inneren: Holzdielenböden; Wände verputzt, Türen und Gewände in Holz.

Kindergarten

Eingeschossig, flach gedeckt; in Nord-Süd-Erstreckung; nach Norden hin im Bauverband zum zweigeschossigen Pfarrhaus mit Gemeindesaal. Annähernd symmetrischer, um zwei Innenhöfe gruppierter Grundriß.

Nach außen und innen unverputzte Backsteinfassaden mit Gliederungen in Beton (Wandstützen und Horizontalgesimse), verputzt und gestrichen.

Alle Fenster und Fenstertüren in Metall erneuert, blau gestrichen (ehemals Holz).

Fassaden nach Ost und West: gleichförmige Gestaltung: Drei Achsen; nach Norden drei identische quadratische Fenstereinheiten: raumhoch in Metall; im unteren Bereich geschlossene Brüstungsfelder, Mitte je zwei kleine Fenster; oben: feststehendes ungeteiltes Fenster; nach Süden innerhalb einer Nische mit gemauerter Sohlbank Oberlichtfensterband in Metall.

An der Ostfassade Haupteingang innerhalb einer Nische, zweiteilige verglaste Tür in Metall, Oberlicht.

Fassade nach Süd: Sechs Achsen, sechs identische, quadratische Fenstereinheiten in Metall, blau; waagerechtes Sonnendach, Horizontalstege in Metall.

Im Inneren

Eingangsbereich/Flur/Garderobe: originale Bodenfliesen, rot (Terrakotta); Wände backsteinsichtig, rot; raumhohe Zweiflügeltüren, verglast, Oberlichte; Türen und Gewände in Holz.

Waschräume und Küche: originale Bodenfliesen, grau; originale Wandfliesen, weiß.

Gruppenräume: PVC-Bodenplatten; Wände in Backstein, geschlämmt.

Innenhöfe: mit Kopfsteinpflaster belegt.

Der große, die Gebäude umgebende Grünbereich mit Rasenflächen (z. T. terrassiert), Buschwerk, historischem Baumbestand, baumbestandenen Hügel im Südosten, Kinderspielplatz und halbrunder Betonbank ist Bestandteil des Denkmals.

Die Pfarrkirche St. Christopherus einschließlich der Pfarrgebäude und des Kindergartens an der Allensteiner-/Waldfried/Weidenpescher Straße in Köln-Niehl sind Baudenkmäler im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes NordrheinWestfalen (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Bis ins 20. Jahrhundert bewahrte Niehl seinen ländlich-dörflichen Charakter, erfuhr in den 20er Jahren mit der Ausweitung des stadtkölnischen Gebietes und in den 30er Jahren durch die Ansiedlung der Ford-Werke im Norden eine allmähliche städtischen Prägung. Siedlungsbau und weitgehende Veränderung der ländlich geprägten Wohnbebauung zu Mietwohnobjekten veränderten den dörflichen Charakter Niehls hin zum Arbeiterwohnort im Einzugsbereich von Industrieanlagen. Die ehemals ländlich-dörfliche Bebauungsstruktur ist heute nur noch im näheren Bereich des Rheinufers erlebbar.

Südlich der Verkehrsachse Industriestraße, die das weiträumige Gelände des Niehler Hafens im Osten von aufgelockerten Wohngebieten trennt, westlich der Niehler- und östlich der Amsterdamer Straße, die den Ortsbereich mit der Kölner Innenstadt verbinden, liegt ein ausgedehntes in unmittelbarer Nachkriegszeit und bis in die 1970er Jahre entstandenes Siedlungsgebiet. Die Nesselrode- und Allensteiner Straße prägen heute eine aufgelockerte drei- bis viergeschossige Wohnbebauung sowie zusammenhängende Siedlungsbauten der Nachkriegszeit, die nach Süden hin von dreigeschossigen Schulgebäuden mit Turnhalle der 1960er Jahre, nach Norden durch das Gemeindezentrum um die Pfarrkirche St. Christophorus abgeschlossen werden.

Der Kirchenstandort ist einem ausgedehnten Industrieterrain, insbesondere den Ford-Werken benachbart.

Die innerhalb einer großzügigen Grünanlage im Kreuzungsbereich Allensteiner-/Waldfried- und Schlenderhaner Straße gelegene Christophoruskirche umfaßt neben dem Kirchengebäude mit Campanile im Bauverband mit dem Kirchengebäude anstehende zweigeschossige Pfarrgebäude sowie den eingeschossigen Kindergartenbau.

St. Christophorus in Niehl stellt sich als besonders wertvolle architektonische Lösung innerhalb des Spektrums der Kirchenneubauten der Zeit des "Neuanfangs" nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Die zeittypische Auffassung von der "entdekorierten" Kirche findet bei dem Gebäude ihren Niederschlag in der sichtbaren Konstruktion in Stahlbeton mit innen und außen unverputzter Backsteinausfachung. Die Raumgliederung teilt den Innenraum in drei Schiffe. Das Raumerleben des zurückhaltend gestalteten, durch klare Linien und Flächen bestimmten Baukörpers wird durch den Wechsel der verwendeten Materialien mit Einschluß von Buntglasfenstern erzielt. Das Innere des quaderförmigen Sakralbaus erscheint, in seinem Ausdruck gesteigert durch den klaren neunteiligen Grundriß mit sichtbarer Rippendecke als großzügige Kirchenhalle mit ausgewogen abgestimmten Materialien und Farben (starkfarbige Fenster, auf Putzflächen aufgetragene große Zeichnungen, gemusterte Fußböden). Die "Dramaturgie des geistigen Raumes" erfährt ihre Wirkung durch die Zonen des Lichts im oberen Wandbereich über dem Betonquerriegel, die die verschattete Rippendecke schweben läßt.

Den Altarbezirk steigert - traditionelle Lösung des Longitudinalbaus - die Hochlegung des Chorbereiches. Akzente setzen wertvolle Ausstattungsstücke mit hoher Symbolbedeutung (das runde Taufbecken in Naturstein (aus einem Stein gearbeitet) mit dekorativer Scharrur und zweiteiliger Abdeckung in Edelmetall stand ehemals im südwestlichen Bereich der Kirchenhalle. Es war innerhalb eines rechteckigen, von verschiedenfarbigem Marmor eingefaßten Bodenfeldes plaziert. In jüngster Zeit wurde die Taufstelle aus dem Kircheninnenraum entfernt. Die heutige Plazierung innerhalb des umgebenden Grünbereichs, Auffüllung mit Mutterboden und Bepflanzung mit Rhododendronbüschen stellt sowohl eine Gefährdung des natürlichen Materials (Entfernung der Abdeckung in Edelmetall!), als auch eine unbefriedigende Nutzung des wertvollen kunsthandwerklich gearbeiteten Ausstattungsstücks dar).

Klarheit und Strenge des Kultraumes sind bildhafter Ausdruck einer theologischen Erneuerungsbewegung, der sich Rudolf Schwarz verpflichtet fühlte. Die Einfachheit des "leeren" meditativen Raumes, in dem Gemeinschaft gelingen kann, steht für einen Neuanfang liturgischer Reform und assoziiert die Rückbesinnung auf die Urgemeinde, auf "theologische Wahrheit" und "Anfang der Schöpfung".

Der freistehende und somit in seiner Monumentalität gesteigerte Glockenturm markiert als skulpturales Bauwerk die zentrale Lage des Gotteshauses im Seelsorgbezirk.

Vorhalle, Turm und ebenso die Pfarrgebäude, die gleichsam von Beginn eingeplant waren, wurden 1962/63 von der Witwe des Architekten, Maria Schwarz, gebaut, während die Architektin erst anschließend an diese Bauaufgabe den Kindergarten 1963/65 errichtete. Sämtliche, später angefügten Bauten orientierten sich am ausgeführten Entwurf Rudolf Schwarz'. Sichtbeton an den Außenfassaden und rotes Backsteinmauerwerk innen wie außen lassen die Pfarrgebäude in Einheit mit der Kirchenhalle als zusammengehöriges Bautenensemble erscheinen und übertragen des Architekten Idee von Klarheit, Einfachheit und Materialgerechtigkeit auf die Nachfolgebauten.

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, sind als inzwischen abgeschlossene Periode des Bauschaffens Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl von Bauwerken von hoher baukünstlerischer und städtebaulicher Qualität. Die gestaltbildenden Qualitäten des Kirchengebäudes und der anschließenden zugehörigen Bebauung sind charakteristischer Ausdruck für das Bauschaffen der 1950er Jahre und vermitteln auch heute noch aussagekräftig die Bemühungen der Zeitgenossen auf der Suche nach neuen und kreativen Gestaltungsmöglichkeiten der Zeit.

Das Kirchengebäude von 1958/59 mit Vorhalle und Turm von 1962/63 sowie die Pfarrgebäude und der Kindergarten von 1963/65 sind als besonders qualitätvolle Bauten der Nachkriegsarchitektur innerhalb der in Einheit mit dem Gotteshaus gestalteten Gesamtanlage und einschließlich dieser unbedingt erhaltenswert. Als archtektonische Schöpfung der 1950er Jahre und als Folgebauten kriegszerstörter Kirchen sind die Bauwerke unverzichtbare Dokumente der religiös-kirchlichen Tradition des Ortes.

Sie sind hochrangige bauliche Zeugnisse für die Neugestaltung des Ortsteiles Niehl nach dem Zweiten Weltkrieg, deren Erhalt zum Verständnis der jüngeren Geschichte des 20. Jahrhunderts von herausragender Bedeutung ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0