Wohnhaus

Merkenicher Straße 176 · Niehl

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8350
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Merkenicher Straße 176, 50735 Köln
Baujahr1862
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 31.08.1998
Stadtteil Niehl

1862 (datiert durch die Maueranker); Zweigeschossiges Wohnhaus, traufständig, Satteldach.

Fassade: Backsteinsichtige, schmucklose Fassade; 5 Achsen, Gliederung durch die Fensteröffnungen (Fenster erneuert), Hauseingang in der Mittelachse (Haustür wohl 1920er Jahre); Wandflächen überwiegend im Blockverband, Tür- und Fensteröffnungen mit segmentbogigen Stürzen (Rollschichtmauerwerk); reicheres, leicht vorkragendes Traufgesims (Konsolfries, Sägeschicht - sog. Deutsches Band). Balkenlage des Obergeschoßfußbodens sichtbar durch Maueranker gesichert (Maueranker in Form von Buchstaben und Zahlen: I A 1 8 6 2)

Seitenwände, Rückfront: Schlichte Giebelseiten, Durchfensterung dort z. T. zugesetzt, südliche Giebelwand backsteinsichtig, nördliche Giebelwand verputzt. Rückfront durch zweigeschossigen Anbau verstellt (ca. 1977, aufgestockt 1982/83).

Inneres: Zur Straße hin halbseitig unterkellert (flaches Tonnengewölbe, Backstein); Mittelflur, rückwärtiges Treppenhaus (Treppe erneuert), jeweils beidseitig 2 Räume (Zwischenwände z. T. entfernt, Türöffnungen verlegt, Fußböden und Türen erneuert, Decken verkleidet); Dachstuhl als schlichte Nadelholzkonstruktion.

Das o. g. Objekt - hier die weitgehend erhaltenen Außenwände (Straßenfassade, Giebelwände, Rückwand), der Keller, die Geschoßbalkenlage und die Dachstuhlkonstruktion - ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal bedeutend für den Stadtteil Niehl der Stadt Köln ist, als auch städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Als dörfliche Siedlung war Niehl über Jahrhunderte hinweg von Fischerei und Landwirtschaft geprägt. Zeugnisse dieser dörflichen Vergangenheit stellen noch heute das unregelmäßige Straßennetz und eine weitgehend dörflich geprägte Parzellierung dar, vom Baubestand des alten Dorfes Niehl selbst haben sich jedoch nur noch Reste erhalten. Landwirtschaftliche Nutzbauten sind aus dem Ortsbild gänzlich verschwunden.

Zu den selten erhaltenen dörflichen Bauten des "alten" Niehl zählt das Haus Merkenicher Straße 176, das - zusammen mit einer kleinen Gruppe anderer Häuser - noch eine Vorstellung vom Wohnen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen um die Mitte des 19. Jahrhunderts vermittelt. In seiner schlichten baulichen Ausgestaltung, aber auch in seiner Proportionierung, zeugt es noch heute vom dörflichen Lebensraum und den Wohnansprüchen seiner in der Landwirtschaft tätigen Besitzer. Bereits um 1880/90, wenige Jahrzehnte später, hatte das Bauen in Niehl deutlich städtischere Formen angenommen: sichtbar vollzog sich somit der Wandel vom Dorf hin zum (Wohn-)Vorort, der 1888 durch die Eingemeindung Niehls nach Köln festgeschrieben worden war. Als seltenes bauliches Dokument des "alten" Dorfes Niehl ist das Wohnhaus des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens Merkenicher Str. 176 daher aus ortsgeschichtlichen und ortsbaugeschichtlichen Gründen bedeutend für die Stadt Köln.

Eine besondere städtebauliche Qualität besitzt das Haus Merkenicher Straße 176 zusammen mit den benachbarten Baudenkmälern Merkenicher Str. 193 und 178, die als bauliche Zeugnisse einer Epoche hier in selten unmittelbarer Nachbarschaft überliefert sind. Gemeinsam zeugen sie insbesondere von der dorftypischen Maßstäblichkeit der Bebauung und von der für das alte Dorf Niehl charakteristischen traufständigen Bauweise. Nahe an der Kreuzung zur heutigen Sebastianstraße gelegen, bestimmen sie eindrucksvoll den Straßenraum bis in diesen Bereich. Für die Erhaltung und Nutzung des Baudenkmals Merkenicher Str. 176 sprechen daher vor allem städtebauliche Gründe.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0