Wohn- u. Geschäftshaus (nur straßenseitig)

Sechzigstraße 42 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8351
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus (nur straßenseitig)
Adresse Sechzigstraße 42, 50733 Köln
Baujahrum 1870 bis 1875
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 31.08.1998
Stadtteil Nippes

1870/75; Dreigeschossiger, neoklassizistischer Putzbau mit stuckierter Fassade, traufständig, Satteldach.

Fassade: Fünf Achsen, Mitteleingang (Haustür erneuert); Erdgeschoß (verändert), durchgehende Fasche unter Gesims zwischen Erd- und Obergeschoß; Fenster (verändert), Fensterrahmung jeweils in Art einer Ädikula (1 Obergeschoß: Segmentbogengiebel, Mittelfenster mit Dreiecksgiebel; 2. Gesims; vorkragendes Kranzgesims als Konsolgesims.

westl. Seitenwand: verputzt, (Erdgeschoß verändert), durchgehende Fasche zwischen Erd- und Obergeschoß (verändert); an der südwestlichen Ecke Aufnahme der Hauptgliederung der Fassade; zwei Fenster im Giebel (erneuert), Mittelkamin.

Rückseite: schlicht, ehem. Abortanbau entfernt (durchgehender Glasbausteinstreifen); rückwärtig eingeschossiger Anbau (verändert).

Inneres: unterkellert (Tonnengewölbe in Backstein); ehem. großer Gastraum im Erdgeschoß (westliche Haushälfte und rückwärtiger Anbau, verändert); Treppe (erneuert), ehem. je Geschoß zwei Wohnungen (Zusammenlegung jeweils zu einer Wohnung).

Als Dokument des ältesten erhaltenen Baubestandes im gründerzeitlichen Nippes ist das Wohn- und Geschäftshaus Sechzigstr. 42 bedeutend für den Stadtteil Nippes der Stadt Köln. Im Bereich der kurz vor 1875 als "Eisenbahnstraße" angelegten Straße läßt sich das Gebäude seit 1875 nachweisen. Eigentümer und vermutlich auch Bauherr war ein Gastwirt Kirschhöfer, der zusätzlich eine "Spezereihandlung" betrieb. Als eines von 9 Gasthäusern (1875) in der damaligen Eisenbahnstraße dauerte diese Nutzung, unbeschadet verschiedener Besitzwechsel, bis in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg an. Kriegsschäden, von denen der westliche Teil der Sechzigstraße besonders schwer betroffen war, konnten teilweise bereits um 1944 wieder behoben werden.

Als eines der wenigen denkmalwerten Gebäude im westlichen Bereich der Sechzigstraße besitzt das Wohn- und Geschäftshaus Sechzigstr. 21 zudem einen hohen städtebaulichen und stadtbaugeschichtlichen Wert: Zusammen mit den unweit gelegenen Häusern Nohlstr. 28 und Sechzigstr. 85 bildet es das letzte Zeugnis der Erstbebauung im westlichen Bereich der heutigen Sechzigstraße, die als ehem. "Eisenbahnstraße" im sogenannten "Viertel an der Sechzig" - ausgehend vom Nippeser Eisenbahnausbesserungswerk - eine der Hauptsachen der Entstehung und Entwicklung des gründerzeitlichen Nippes gewesen war.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0