Wohnhaus

Sechzigstraße 85 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8544
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Sechzigstraße 85, 50733 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.05.2001
Stadtteil Nippes

Erbaut um 1890 auf L-förmigem Grundriss. 3 Geschosse, 3 Achsen.

Satteldach; ausgebautes DG mit einer großen, nicht originalen, zweifenstrigen Gaube.

Traufkasten auf 9 Konsolen (Palmettenartiges Unterteil mit menschlichem Oberkörper).

Backsteinfassade mit aufwendigen historisierenden Stuckgliederungen: profilierte Fensterrahmungen, konsolengestützte Fensterverdachungen (im 1. OG in linker und rechter Achse als Rundbogen-, in Mittelachse als Dreiecksgiebel, im 2. OG horizontal); Sohlbankgesimse im 1. u. 2. OG, im 1. OG Brüstungen mit je 5 Ballustern, von Diamantquadern flankiert.

EG mit Fugenschnitt, Putzsockel mit einem Kellerfenster (orig. Lochblech).

Durch Profilierung betonter Hauseingangsbereich in der linken Achse, mit einer Stufe;

Haustüre (mit Oberlicht) verändert; ehem. Ladenbereich völlig verändert.

Segmentbogige Fensteröffnungen mit modernisierten, in den Oberlichten begradigten Rahmen.

NB: Das Innere des Hauses und die rückwärtige Fassade konnten nicht besichtigt werden.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes - als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet - zu einem bedeutenden Industriestandort. Diese Entwicklung begann 1860 mit der Errichtung der Eisenbahn-Zentral-Werkstätten westlich der Bahnlinie Köln-Neuss-Krefeld. Südlich der Werkstätten entstand seit den 1860er Jahren für Arbeiter, kleine Beamte, Angestellte und Gewerbetreibende das neue Wohnviertel "Sechzig" mit der "Eisenbahnstraße" als seiner Hauptstraße, die seit 1892 den Namen des Viertels trägt. Zwischen Ürdinger Straße und Nohlstraße ist das Haus Nr. 85 als einziges Zeugnis erhalten geblieben, das trotz gewisser Veränderungen im Erdgeschoss und im Dachbereich das Erscheinungsbild der schmalen Straße in der Zeit um 1890 dokumentiert.

Seine Bewahrung und Erhaltung ist daher aus ortsgeschichtlichen, bau- und städtebaulichen Gründen unabdingbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0