Wohnhaus

Drosselweg 22 · Niehl

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8517
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Drosselweg 22, 50735 Köln
Baujahr1913 bis 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.02.2001
Stadtteil Niehl

Giebelständiges, 1913/1914 auf rechteckigem Grundriss erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen; äußerst sparsam gegliederte Putzfassade.

Ausgebautes Mansard-/Zwerchdach mit einer kleinen Gaube hinter der linken Giebelwand, hoher, spitzer Dreiecksgiebel mit einem kleinen rechteckigen Fenster und einer darüber liegenden kleinen, polygonalen Öffnung. Alle Fenster modernisiert (Kunststoff; mit eingelegten Sprossen), mit Schlagläden (Kunststoff); Sohlbänke.

Mehrstufige, glasüberdachte Terrazzotreppe zum Hauseingang (in rechter Achse); Hauseingangstüre erneuert.

Im Innern:

Treppenanlage: original erhaltene Holztreppe mit Holzgeländer, hölzernem Handlauf und glatten Stäben. Auf Halbetage ein verändert genutzter früherer Toilettenraum erhalten.

Vestibül und Treppenhaus völlig verändert (bis in erste Etage ca. ¾ der Wandhöhe verfliest). Wohnungsgrundrisse verändert; zwischen EG und 2. OG Decken geöffnet und Innentreppen eingebaut; Wohnungseingangstüren verändert.

Rückseite:

Verputzt; modernisierte Fenster; 2 Balkone mit mod. Brüstungsgittern, im EG Balkon zur Terrasse umgebaut.

Zum Denkmal gehörig:

Vorgarten mit Einfriedungsmauer (Gitter erneuert), rückw. Garten.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Für das öffentliche Interesse an seiner Erhaltung und Nutzung sprechen folgende ortsgeschichtliche, städtebauliche und baugeschichtliche Bedeutungskriterien:

Das alte, ehemalige Bauern- und Fischerdorf Niehl, urkundlich erstmals erwähnt im Jahre 927, wurde 1888 zu Köln hin eingemeindet. Niedrige giebel- und traufständige Häuser des 19. Jahrhunderts zeugen im Ortskern noch von der dörflich-ländlichen Struktur. Diesen Charakter bewahrte Niehl bis ins 20. Jahrhundert, als mit der Ausweitung des Kölner Stadtgebietes und besonders seit den 30er Jahren mit der Ansiedlung der Fordwerke im Norden Niehls eine allmähliche städtische Prägung einsetzte. Siedlungsbauten führten zur Änderung der ländlich geprägten Wohnbebauung zu Mietwohnobjekten und bildeten den dörflichen Charakter Niehls hin zum Arbeiterwohnort in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Produktionsanlagen. Ferner entstanden nach 1900 gehobene Wohnsiedlungen an der westlichen und südlichen Peripherie, u.a. auch die noch sehr gut erhaltene Wohnanlage für eine wohlhabende Bevölkerung am Drosselweg nahe des Rennbahngeländes und des Weidenpescher Parks, die hier am abgelegen Drosselweg ein qualitätvolles Wohnen in ruhiger Umgebung mit eigenem Garten suchte. Nach städtebaulichem Konzept und Wohnwert kann die Anlage etwa mit dem von F. Klein ungefähr gleichzeitig angelegten Pauliplatz in Braunsfeld verglichen werden. Die städtebauliche und architektonische Gestaltung entspricht der Gartenstadtidee und dem baulichen Ideengut der damals in Köln stattfindenden Werkbundausstellung.

Das Wohnhaus Drosselweg 22 ist ein typisches, städtebauliche und stadtplanerische Grundzüge in Niehl vor dem Ersten Weltkrieg verdeutlichendes Dokument innerhalb der homogen wirkenden Bebauung des Drosselweges und als unverzichtbarer Bestandteil des geschlossenen Ensembles aus Gründen zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0