Wohnhaus

Niehler Straße 70 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8528
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Niehler Straße 70, 50733 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.04.2001
Stadtteil Nippes

Erbaut um 1900; 2 Geschosse, 3 Achsen; historisierende Stuckfassade, im EG (auf Werksteinsockel) mit Quader- und Bossenwerk, Rustika; im 1. OG Quaderwerk; Sohlbankgesimse im EG und 1. OG.

Satteldach; ausgebautes DG mit 2 orig. Gauben; Traufgesims mit Blattwerkfries sowie Rundbogenfries auf 14 Konsolen.

Segmentbogige Fensteröffnungen, modernisierte Rahmen mit Oberlicht (im EG mit Rollläden). Hauseingangbereich mit 7 Stufen, Haustüre verändert.

Im Innern:

Ausschließlich orig. erhalten die Treppenanlage mit Holztreppe (Stufen PVC-belegt), hölzernen Podesten hölzernem Handlauf und gedrechselten Stäben, Antrittspfosten. Im Vestibül Wände und Boden modern verfliest. Im Treppenhaus im 1. OG noch vorhanden der Raum der ehem. Toilette auf der Halbetage.

Wohnungseingangstüren verändert; Zimmertüren verändert; Decken abgehängt; Wohnungsgrundrisse verändert.

Rückseite:

Backsteinsichtig (gestrichen), eine kleine Gaube; modern. Fenster; backsteinsichtiger, gestrichener Anbau mit Dachterrasse (heute glasüberdeckt).

Nicht zum Denkmal gehörig:

Modernere zusätzliche Anbauten und Überdachungen im Hof.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NRW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Kölner Vorort Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (d. h. eine steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätten der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Niehler Straße, dem Lauf der alten Römerstraße nach Norden folgend, ist eine alte Verbindungsstraße zwischen dem Ortsteil Niehl und Köln. Stellten zu Beginn des 19. Jahrhunderts einige Hofanlagen ihre einzige Bebauung dar, so begann die Verdichtung mit der industriellen Ansiedlung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: an der östlichen Straßenseite liegen teilweise aus der Frühzeit der Industrialisierung stammende Fabrikanlagen, z. B. jene der 1869 gegründeten Clouth Gummiwerke AG. Parallel dazu wurden zunächst hauptsächlich die südlich der Florastraße gelegenen Bereiche besiedelt. Seit den 1880er und in den 1890er Jahren entstand an der Niehler Straße eine Vielzahl recht aufwendig gestalteter Wohn- bzw. Wohn- und Geschäftshäuser, von denen nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und den Abrissen in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts doch noch einige, immer noch das Straßenbild prägende erhalten geblieben sind. Zu diesen gehört das um das Jahr 1900 entstandene, heute zwischen zwei gestaltlosen Nachbarn eingezwängte, nur zweigeschossige, aber in seiner Fassade zur Straße hin aufwendig gestaltete Haus Nr. 70, in dem lange Zeit der Kölner Kunstmaler und Restaurator Johannes Diekmann (Werke u. a. für St. Peter und St. Pantaleon) lebte.

Der Erhalt des Hauses Niehler Straße 70 ist zur Bewahrung des Straßenbildes, aus städtebaulichen, ortsgeschichtlichen und architekturgeschichtlichen Gründen erforderlich.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0