Wohnhaus
Niehler Straße 50 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8552 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Niehler Straße 50, 50733 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.01.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1907 (inschriftlich datiert; ursprünglich Wohn- und Geschäftshaus) auf polygonalem Grundriss; 4 Geschosse, 2 Achsen; ausgebautes Dachgeschoss mit einer orig. Gaube in der rechten Achse und einem großen, dreiecksgiebelbekrönten, zweifenstrigen Dachhaus in der linken Achse; 2 moderne Dachflächenfenster.
Stuckfassade mit Fugenschnitt und aufwendigen Dekorationen zur Betonung der hochrechteckigen Fensteröffnungen. Profiliertes Gurtgesims zwischen EG und 1. OG.
3/8-Erker über 1. u. 2. OG mit abschließendem Balkon und vier schmalen seitlichen Fenstern.
Fensterrahmen modernisiert.
EG mit Putzsockel und Fugenschnitt; der ursprüngliche Ladenbereich ist fortgefallen und zu Wohnraum umgestaltet worden.
Hauseingangsbereich mit einer niedrigen Stufe, Haustüre verändert.
Im Innern:
Im Vestibül inkrustierter Terrazzoboden mit farbiger Rosette, Decken- und Wandstuck, farbige Fliesen halbhoch.
Geschwungene Terrazzotreppe mit eisernem Geländer und hölzernem Handlauf.
Originale Treppenhausfenster.
Wohnungseingangstüren original. Zimmertüren und Deckenstuck teilweise erhalten.
Rückseite:
Verputzter Anbau mit modernisierten Fenstern. 2 Gauben.
Nicht zum Denkmal gehörig:
Dachterrasse auf dem Anbau.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Kölner Vorort Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (d. h. eine steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätten der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Niehler Straße, dem Lauf der alten Römerstraße nach Norden folgend, ist eine alte Verbindungsstraße zwischen dem Ortsteil Niehl und Köln. Stellten zu Beginn des 19. Jahrhunderts einige Hofanlagen ihre einzige Bebauung dar, so begann die Verdichtung mit der industriellen Ansiedlung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: an der östlichen Straßenseite liegen teilweise aus der Frühzeit der Industrialisierung stammende Fabrikanlagen, z. B. jene der 1869 gegründeten Clouth Gummiwerke AG. Parallel dazu wurden zunächst hauptsächlich die südlich der Florastraße gelegenen Bereiche besiedelt.
Seit den 1880er, den 1890er Jahren und bis ins erste Jahrzehnt des 20 Jahrhunderts entstand an der Niehler Straße eine Vielzahl recht aufwendig gestalteter Wohn- bzw. Wohn- und Geschäftshäuser, von denen nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und den Abrissen in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts doch noch einige, immer noch das Straßenbild prägende erhalten geblieben sind. Zu diesen gehört das wie sein unmittelbarer Nachbar Nr. 48 im Jahre 1907 entstandene und mit ihm heute zwischen zwei gestaltlosen Nachbarn eingezwängte, im Inneren und im Äußeren recht aufwendig gestaltete Haus Niehler Straße 50, so dass hier, im Kreuzungsbereich mit der Kuenstraße, zusammen mit den gegenüberliegenden Häusern Kuenstraße 29, Niehler Straße 35, 43 und 45 ein repräsentatives Ensemble bewahrt geblieben ist.
Der Erhalt des Hauses Niehler Straße 50 ist aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen erforderlich.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0