Wohnhaus
Erbaut um 1900; 4 Geschosse, 4 Achsen; aufwendig gegliederte historisierende Stuckfassade. Hochrechteckige Fenster (mod. Rahmen), im 1. OG von je zwei Säulen gerahmt und bekrönt von Dreiecksgiebeln, darunter Reliefs, Sohlbänke auf Konsolen ruhend; im 2. OG gerahmt von kannelierten Pilastern, horizontal überdacht mit Relief, Sohlbankgesims; im 3. OG quaderartig gerahmt, Sohlbankgesims.
Traufe mit Karniesgesims, auf 9 Konsolen ruhend; Kranzgesims.
EG verändert, scharriert; Putzsockel.
Im Hauseingang eine niedrige Stufe, Haustüre verändert.
Im Innern:
Reste der orig. farbigen Bodenfliesen erhalten, sonst s/w-gefliest; Treppenanlage: originale, leicht gedrehte Holztreppe (Stufen mit PVC verlegt) mit hölzernen Podesten, hölzernem Handlauf und gedrechselten Stäben, im Treppenhaus hölzerne Sockelleisten.
Wohnungseinganstüren verändert, ihre Laibungen teilw. erhalten. In den Wohnungen die Decken teilweise abgehängt.
Alte hölzerne Kellertür.
Rückseite:
Fassade des Haupthauses und des großen Anbaus (4- bzw. 2-geschossig; Pultdach), backsteinsichtig, der niedrigere Anbau teilw. verputzt. Traufgesimse und Friese aus Backstein. Segmentbogige Fensteröffnungen; veränderte Rahmen.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NRW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes - als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet – zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860 Jahren das neue Arbeiterviertel „Sechzig“, als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden, mehrheitlich schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber nicht aus der Frühzeit der „Sechzig“, sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. In dem Abschnitt zwischen Wilhelm- und Wartburgstraße dominieren die viergeschossigen Gebäude der 1890er Jahre. Das Haus Nr. 91 ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Ensembles Nr. 91, 97, 99, 107-119, dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite die aus den 1890er Jahren stammende, erhaltene Reihe der Häuser 94-98 korrespondiert. Der Erhalt seiner straßenseitigen Backsteinfassade ist daher aus städtebaulichen, architekturgeschichtlichen und ortsgeschichtlichen Gründen notwendig.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_8532- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohnhaus
- Adresse
- Siebachstraße 91 , 50733 Köln
- Stadtteil
- Nippes
- Baujahr
- um 1900
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 11.04.2001
- Koordinaten
50.96208° N, 6.94915° E