Wohnhaus

Siebachstraße 99 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8546
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siebachstraße 99, 50733 Köln
Baujahr1890 bis 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.05.2001
Stadtteil Nippes

Erbaut 1890/1900; 3 Achsen; 4 Geschosse.

Flaches Satteldach mit vorkragendem Traufgesims

Putzfassade mit historisierenden Stuckelementen: profilierte Fensterrahmungen, Sohlbänke (im 2, OG und im Attikageschoss auf je 2 Konsolen), Fensterverdachungen (im 1. OG Segmentbögen, im 2. OG horizontal).

Im EG horizontale Stuckbänder; Segmentbogen-Fenster mit mod. Rahmen und Rollläden; Stockwerksgesims zwischen EG und 1. OG; Putzsockel.

Im Hauseingang 1 niedrige Stufe, originale Haustüre mit verändertem Glaseinsatz.

Hochrechteckige Fensteröffnungen, modernisierte Rahmen (im 1. u.2. OG mit Oberlichten).

Im Innern:

Im Vestibül original s/w-Bodenfliesen. Treppenanlage: originale hölzerne Treppe mit Antrittspfosten, hölzernem Handlauf und gedrechselten Stäben, hölzernen Podesten (heute teilweise überbaut in den Wohnungseingangsbereichen). In den Wohnungen Reste alter Türen.

Rückseite:

Backsteinsichtig mit sparsamen Gliederungen. Modernisierte Fenster.

Zum Denkmal gehörig:

Backsteinsichtiger, viergeschossiger Anbau mit Pultdach; modernisierte Fenster.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes - als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet – zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860 Jahren das neue Arbeiterviertel „Sechzig“, als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden, mehrheitlich schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber nicht aus der Frühzeit der „Sechzig“, sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. In dem Abschnitt zwischen Wilhelm- und Wartburgstraße dominieren die viergeschossigen Gebäude der 1890er Jahre. Das Haus Nr. 99 ist, zusammen mit dem ganz ähnlich gestalteten Haus Nr. 97, ein unverzichtbarer Bestandteil des Ensembles Nr. 91-119, dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite die aus den 1890er Jahren stammende, erhaltene Reihe der Häuser Nr. 94-98 korrespondiert.

Seine Erhaltung ist daher aus städtebaulichen, architekturgeschichtlichen und ortsgeschichtlichen Gründen notwendig.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0