Wohnhaus
Siebachstraße 8 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8560 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebachstraße 8, 50733 Köln |
| Baujahr | 1890 bis 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.09.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1890 / 1900; drei Geschosse, drei Achsen.
Backsteinfassade mit Stuckgliederungen, Stockwerks- und Sohlbankgesimse; Hervorhebung der Fensteröffnungen.
Flaches Satteldach mit Traufgesims.
Segmentbogenfenster im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss, hochrechteckige Fenster im 2. Obergeschoss, straßenseitig stilgerecht erneuerte Fensterrahmen mit Isolierverglasung.
Erdgeschoss in Backstein, gegliedert durch Stuck-Quaderung; breites Gesims zum
1. Obergeschoss; Natursteinsockel.
Originale Haustüre mit Glaseinsatz und Ziergitter (restauriert), im Hauseingang zwei Stufen.
Im Inneren:
Im Vestibül Natursteinbodenplatten (geflickt); originale Treppenanlage.
NB:
Die rückseitige Fassade konnte gar nicht, das Innere nur teilweise besichtigt werden. Erh. Geb. vom 21.03.1978; Beihilfe gewährt 1980; Abstimmung Fassadensanierung und Restaurierung der Haustüre 1996.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (DSchG). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes – mit der Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet 1888 – zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860er Jahren das neue Arbeiterviertel „Sechzig“, als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber fast alle nicht aus der Frühzeit des „Sechzig“, sondern aus en 1880er und 1890er Jahren.
Das Haus Siebachstr. 8, erbaut zwischen 1890 und 1900, ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses im Erscheinungsbild im Ganzen recht gut erhalten gebliebenen Ensembles. Zugleich ist das Haus ein wertvolles Dokument der langwierigen Entstehungsgeschichte des Quartiers um die Wilhelmstraße.
Angelegt 1873/74, also einer der alten Straßen des modernen Nippes, hatte die ursprüngliche Wilhelmstraße lediglich Niehler und Neusser Straße miteinander verbunden. Erst Ende der 1890er Jahre begann der Ausbau einer Verlängerung über die Neusser Straße hinaus bis hin zur Merheimer Straße. Als letztes Stück entstand die Partie zwischen der seit 1900 als breite Alleestraße gestalteten Kempener Straße und der Siebachstraße. Das Haus Siebachstr. 8 dokumentiert – zusammen mit dem ganz ähnlich gestalteten Haus Nr. 12 und dem heute leider völlig veränderten Haus Nr. 14 – die spätere Ausbauphase nach der Eingemeindung nach Köln. Es ist somit aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0