Wohnhaus
Siebachstraße 12 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8529 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebachstraße 12, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.04.2001 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1890; 3 Vollgeschosse, Attikageschoss; 3 Achsen; schlichte, wiederhergestellte Putzfassade mit sparsamen Stuckgliederungen; Stockwerksgesimse; Traufgesims.
Segmentbogenfenster (im EG mit Rollläden) mit älteren Rahmen.
EG auf Werksteinsockel mit 2 Kellerfenstern, verändert (geriffelte Streifen nicht mehr vorhanden); im Hauseingang 3 Stufen, veränderte, ältere Haustüre mit Oberlicht.
Gem. Haustyp im Innern vorhanden hölzerne Treppenanlage sowie backsteinsichtige rückseitige Fassade.
Das Innere und die rückseitige Fassade des Objektes konnten nicht besichtigt werden.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NRW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes – mit der Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet 1888 - zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860er Jahren das neue Arbeiterviertel „Sechzig", als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber fast alle nicht aus der Frühzeit des „Sechzig“, sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. Das Haus Siebachstr. 12, erbaut um 1890, ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses im Erscheinungsbild im ganzen recht gut erhalten gebliebenen Ensembles. Zugleich ist das Haus ein wertvolles Dokument der langwierigen Entstehungsgeschichte des Quartiers um die Wilhelmstraße. Angelegt 1873/74, also eine der alten Straßen des modernen Nippes, hatte die ursprüngliche Wilhelmstraße lediglich Niehler und Neusser Straße miteinander verbunden. Erst Ende der 1890er Jahre begann der Ausbau einer Verlängerung über die Neusser Straße hinaus bis hin zur Merheimer Straße. Als letztes Stück entstand die Partie zwischen der seit 1900 als breite Alleestraße gestalteten Kempener und der Siebachstraße. Das Haus Siebachstraße 12 dokumentiert – zusammen mit dem ganz ähnlich gestalteten, heute leider völlig veränderten Nachbarhaus Nr. 14 - die spätere Ausbauphase nach der Eingemeindung nach Köln. Es ist somit aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0