Wohnhaus
Krieler Straße 6 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8801 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Krieler Straße 6, 50935 Köln |
| Baujahr | 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.04.2018 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut: 1895; zweigeschossige, historistische Villa über nahezu quadratischer Grundfläche; Portikus; Stufengiebelbekrönung und Mansarddach; gelbe Klinkerfassade mit Stuckgliederung; hoher, verputzter Sockel; größtenteils originale Holzfenster;
Straßenfront: zwei Achsen; Erdgeschoß: drei Rundbogenfenster mit diamantquaderartigem Schlußstein, horizontale Stuckstreifen, Geschoßgesims; Obergeschoß: drei hochrechteckige Fenster mit leicht segmentbogenförmigem Oberlicht, stuckierte Fensterrahmung; Dachgeschoß: nordwestlich: stuckierter Stufengiebel mit Rundbogen- und Rundfenster, südwestlich: stuckiertes Traufgesims mit Konsolen, Mansarddach, zwiebeldachbekrönte Gaube; südwestlich angefügter Portikus: Rundbogenöffnung, gemusterte Bodenfliesen, Werksteinstufen;
Seitenansicht: zwei Achsen: südöstliche: Erdgeschoß: ein Rundbogenfenster, Geschoßgesims, Obergeschoß: zwei hochrechteckige Fenster mit leicht segmentbogenförmigem Oberlicht, Dachgeschoß: stukierter Stufengiebel mit zwei Rundbogenfenstern; südwestliche: Portikus mit Rundbogenöffnungen, Obergeschoß: Balkon (Balusterbrüstung, Balkontür), über Eck verkröpftes, stuckiertes Traufgesims mit Konsolen, Mansarddach;
Im Inneren original erhalten: Grundriß größtenteils;
Die Einfriedung (verputzte Pfosten, Metalltore und -gitter) ist Bestandteil des Denkmals.
Der schon 1888 eingemeindete Kölner Stadtteil Lindenthal hat seine Entwicklung zu einem geschlossenen Vorort ähnlich wie z.B. Sülz oder Ehrenfeld zwar dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu verdanken, geht in seinem dörflichen Ursprung jedoch bis an die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert zurück.
Die eigentliche, neuzeitliche Entwicklung des Gebietes, das heute Lindenthal heißt, zu einem Kölner Vorort ist den Kölner Bürgern Fühling und Thelen zu verdanken, die in den 1840er Jahren an der Dürener Straße ein etwa 40 Morgen umfassendes Areal erwarben und durch Wege und Straßen zuerst für Schrebergärten und ab 1846 dann für Wohnhäuser - das erste Haus wurde in der Falkenburgstraße gebaut - erschlossen. Dank der günstigen Bodenpreise war schon von Anfang an eine starke Durchgrünung bestimmend, die zusammen mit der Tatsache, daß es hier kaum Industriebetriebe und Ziegeleien gab, dazu führte, daß sich in Lindenthal auch wohlhabende Kölner Bürger niederließen. So setzte in Lindenthal schon vor der Eingemeindung nach Köln eine Villenbebauung ein, die ihren ersten Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hatte. Unterstützend für diese Entwicklung war die Anlegung des Stadtwaldes in den Jahren 1895-98.
In unmittelbarer Nähe zum Stadtwald entstanden zeitgleich eine Reihe repräsentativer Villen zu denen auch das o.g. Objekt gehört. Die damalige Erstbewohnerschaft hatte einen hohen repräsentativen Anspruch an die Gestaltung des Gebäudes und an den Wohnkomfort, der sich auch heute noch ablesen läßt.
Diese, den Bau in seiner Grundhaltung charakterisierenden Merkmale, sind im wesentlichen erhalten und am Gebäude ablesbar geblieben, weshalb das o.g. Objekt als integraler Bestandteil der Villenbebaung in Lindenthal als unverzichtbares bauliches Dokument unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0