Villa
Krieler Straße 13 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8060 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Villa |
| Adresse | Krieler Straße 13, 50935 Köln |
| Baujahr | um 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.03.1997 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut um 1903; zweigeschossige Villa (einseitige Anbindung an das Nachbarhaus) mit Souterrain und ausgebautem Mansarddach; runder Eckturm mit polygonalem Aufsatz als markanter Akzent; Putzfasaden mit Stuckgliederung des Jugendstil.
Straßenfront/Eckturm: 2 Achsen/Eckturm dreiachsig; horizontale Profilierungen des Kellersockels/EG; profilierte Fensterrahmungen (Jugendstilmotive barocker Provenienz); Betonung der linken Achse durch breites, dreiteiliges Fenster (EG) und Balkon (OG) mit profilierter Unterseite/Abschlußkante (Balkongeländer erneuert); Fenster erneuert (außer EG Eckturm: original mit Beschlägen).
Seitenfront: 4 Achsen (Eingang rechts); Treppenaufgang mit originalem schmiedeeisernem Geländer; Kellersockel mit aufgeputzten Lagerfugen; Obergeschosse glatt verputzt; 3 Dachgauben; originale Kellerfenstervergitterungen; Eingangstür erneuert.
Rückfront: verputzt; Treppenhaus links; rechts Wintergarten mit Fachwerkapplikationen (2 Achsen) im EG, Balkon mit erneuertem Geländer im OG (4 Achsen); 3 verschieferte Gauben im DG; Fenster erneuert.
Innen original: Grundrisse im Souterrain/EG/OG; im DG leicht verändert; Stukkaturen: großflächiger Deckenstuck im linken Straßenzimmer (beschlagwerkartiges Juendstilornament, Hohlkehle, doppelte Stuckleiste); innenliegender Raum (zwischen Straßen- und Gartenzimmer) mit Stuckkehlen; Durchgang zum Gartenzimmer mit profilierten Vertäfelungen.
Veränderungen: Bodenbelag im Treppenhaus aus Solnhofener Platten (50er Jahre); hölzernes Treppengeländer (50er Jahre); Wohnungseingangstüren 20er Jahre (?); rückwärtiges Treppenhaus und Teil des EG (zwischen Treppenhaus und Wintergarten) verändert.
Bestandteile des Denkmals sind auch die straßenseitige zweiseitige Einfriedung (Metallgeländer mit zweiflügligem Tor/verputzter Sockel) die seitliche Grünfläche und der rückwärtige Garten.
Der schon 1888 eingemeindete Kölner Stadtteil Lindenthal hat seine Entwicklung zu einem geschlossenen Vorort ähnlich wie z.B. Sülz oder Ehrenfeld zwar dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu verdanken, geht in seinem dörflichen Ursprung jedoch bis an die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert zurück.
Die eigentliche, neuzeitliche Entwicklung des Gebietes, das heute Lindenthal heißt (das einstige Dorf Lind lag zwischen dem Stadtwald und dem heutigen Krankenhaus Hohenlind) zu einem Kölner Vorort ist den Kölner Bürgern Fühling und Thelen zu verdanken, die in den 1840er Jahren an der Dürener Straße ein etwa 40 Morgen umfassendes Areal erwarben und durch Wege und Straßen zuerst für Schrebergärten und ab 1846 dann für Wohnhäuser - das erste Haus wurde in der Falkenburgstraße gebaut - erschlossen. Dank der günstigen Bodenpreise war schon von Anfang an eine starke Durchgrünung bestimmend, die zusammen mit der Tatsache, daß es hier kaum Industriebetriebe und Ziegeleien gab, dazu führte, daß sich in Lindenthal auch wohlhabende Kölner Bürger niederließen. So setzte in Lindenthal schon vor der Eingemeindung nach Köln eine Villenbebauung ein, die ihren ersten Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hatte.
Der Stadtwald - heute Inbegriff der Grünen Lunge Kölns - wurde 1895 nach einem Entwurf von Gartenbaudirektor Adolf Kowallek als erster Kölner Großpark angelegt. Der älteste Teil des Stadtwalds war der Park der alten Kitschburg, am Beginn des Stadtwaldgürtels/Ecke Dürener Straße gelegen. Bis 1898 wurde der Stadtwald angelegt und bis 1910 sukzessive erweitert und umgestaltet.
In unmittelbarer Nähe entstanden zeitgleich eine Reihe repräsentativer Villen, bzw. Doppelvillen (mit jeweils einseitiger Anbindung ans Nachbarhaus), zu denen auch das o.g. Objekt gehört. Die damalige Erstbewohnerschaft hatte einen außerordentlich hohen repräsentativen Anspruch an die Gestaltung des Gebäudes und an den Wohnkomfort, der sich auch heute noch anhand der Grundrißdisposition ablesen läßt.
Diese, den Bau in seiner Grundhaltung charakterisierenden Merkmale sind im Wesentlichen erhalten und am Gebäude ablesbar geblieben, weshalb das o.g. Objekt als integraler Bestandteil der Villenbebauung in Lindenthal als unverzichtbares bauliches Dokument unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0