Hofanlage Komarhof
Geisbergstraße 139 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0290 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Hofanlage Komarhof |
| Adresse | Geisbergstraße 139, 50939 Köln |
| Baujahr | 1724, 1772, 1806 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.07.1980 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Der Komarhof ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da er die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende im Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerkbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die jumgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Der Komarhof liegt im Süden Klettenbergs zwischen aufgeböschten, älteren Gleis-Trassen (Bahnhof Zollstock). Er ist nach dem Weißhaus der älteste Hof Klettenbergs.
Für die Erhaltung und Nutzung des Objekts liegen künstlerische, städtebauliche und wissenschaftliche Gründe vor.
Der laut inschriftlicher Datierung 1724 erbaute Komarhof bewirtschaftete früher einen großen Teil des Landes, auf dem um die Jahrhundertwende Klettenberg errichtet wurde. Die geschlossene Hofanlage, noch heute im Besitz der Stadt Köln, wie ein Wappen am Eingangstor zeigt, hat eine weit ins Mittelalter reichende Geschichte. Vom Herrenhaus der heutigen Anlage sind nur die Außenmauern historisch, da ein Brand 1974 den Dachstuhl und das Innere vernichtete. Mit sieben Achsen steht es zweigeschossig an der Längsseite des Hofgeviertels, während der geschweifte, ebenfalls getünchte Giebel mit dreifach gekuppeltem Fenster im Dachgeschoß zur Eingangsseite zeigt (daneben originale Toreinfahrt).
Das satteldach-gedeckte Gebäude ist im Giebel vier Achsen breit. Der Eingang befindet sich in der Mittelachse zum Hof. Die nach dem Original erneuerten Fenster haben hölzerne Klappläden. Ein wesentlicher Teil der Anlage ist die gegenüberliegende Scheune, die in ihrem historischen Teil die Jahreszahl 1772 aufweist. Die Außenmauer der Scheune besteht aus - teilweise historischem - Fachwerk, der größte Teil des Gebäudes wurde jedoch erneuert.
Die Südseite des Hofgeviertels schließt einen, wohl um die Jahrhundertwende erbauten, Stallungsbau ab, dessen längs laufendes Knüppelwalmdach von vorgesetzten, gleichartig gedeckten Giebelbauten akzentuiert wird. Dieser Schauseite gegenüber liegt zum Hof hin eine wesentlich einfachere Fassade, die zum Teil mit modernen Anbauten verdeckt ist. Eingeschossig sind auch die, ebenfalls ins ausgehende 19. Jahrhundert weisenden, schlichten Stallungsbauten, die sich nördlich an das Herrenhaus anschließen.
Die weiteren Bauten des Geviertels sind aus diesem Jahrhundert, da im Krieg Teile der Hofbebauung zerstört wurden.
Der Hof war bis 1550 Lehngut des Stifts St. Maria im Kapitol, wurde später als Rittergut genutzt und 1584/86 dem städtischen Waisenhaus vermacht. Die älteste, bekannte Ansicht stammt von 1657; 1724 und 1806 wurden Umbauten vorgenommen.
Die jetzige Lage zeigt den Hof noch eingebettet in die ehemals weitflächige Landschaft, die aber jetzt von Eisenbahntrassen abgegrenzt wird. Dadurch wirkt der Hof aber stärker als selbständig-geschlossener Block, getrennt von den inzwischen nahe gerückten Baumassen der Wohnhäuser. Er ist als einer der stattlichsten Höfe Kölns besonders schützenswert und als Dokument der Kölner Geschichte unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0