Wohnhaus

Löwenburgstraße 18 · Klettenberg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2925
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Löwenburgstraße 18, 50939 Köln
Baujahr1928 bis 1929
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.04.1985
Stadtteil Klettenberg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Löwenburgstraße ist eine auf den Klettenbergpark zulaufende, relativ spät erschlossene Wohnstraße im südlichen Stadtteilbezirk.

Die Anlage aus vier Einfamilienhäusern mit Flachdächern wurde 1928 bis 1929 vom Architekten Wilhelm Riphahn zusammen mit Caspar Maria Grod geplant. Die 2geschossigen Putzbauten sind kubisch im Bauhausstil gegliedert. Die beiden mittleren Bauten der Reihe wurden kräftig zurückgesetzt, während die beiden Seitenbauten von der Straße nur durch einen schmalen Vorgarten getrennt sind. Unmittelbar an die Straße geschoben sind die beiden Garagen in der Mitte, die 1geschossig dem Zentrum eine zusätzliche Plastizität verleihen. Die Fassaden der Mittelbauten zeigen im 1. OG jeweils drei Fenster, während die Seitenhäuser nur zwei Fenster aufweisen. Hierdurch entsteht bei diesen Gebäuden ein spannungsvolles Verhältnis zwischen Wand- und Fensterflächen, das noch durch die Horizontale des schmal vorkragenden Vordaches über der Eingangstür gesteigert wird. Mit sparsamen Mitteln (Glasbausteine) wird der Eingangsbereich akzentuiert; allerdings bietet derzeit Haus Nr. 18 weitgehend den Origfinalzustand mit originalen Fenstern und Haustür. Die Fassadenebenen werden durch ihre Farbigkeit weiter differenziert. Auf den Flankenbauten und dem Haus Nr. 22 haben sich Dachaufbauten (Seitenlichter mit Glasbausteinen) erhalten. Von den Bauten blieb Nr. 18 am meisten von Umbaumaßnahmen verschont. Nr. 24 ist im Geiste des Bauhauses erneuert worden. Das Haus Nr. 20 hat leider den originalen Eingang verloren. Trotz dieser Eingriffe ist die Baugruppe als ganzes unbedingt erhaltenswert, zeigt sich doch noch heute die ursprüngliche Plastiztität und Diffe- renziertheit des originalen Bauhausstils, der in W. Riphahn wohl seinen in Köln bedeutendsten Vertreter hatte. Die für Klettenberg zweifellos ungewöhnliche Anlage, die offensichtlich bewußt mit den gerade in diesem Stadtteil sehr einheitlichen Stilelementen brach, ist inzwischen historischer Bestand und ist unverzichtrbar. Sie ist auch aus wissenschaftlichen Gründen als Werk eines Bauhausarchitekten schützenswert, dessen soziales Engagement auch in seinen Bauten sichtbar wird.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0