Schule

St.-Tönnis-Straße 37 · Worringen

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0515
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSchule
Adresse St.-Tönnis-Straße 37, 50769 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 01.07.1980
Stadtteil Worringen

1889 errichtet; Eckhaus zu Breiter Wall, T-förmiger Grundriß, zwei Geschosse, Giebelgeschoß, acht Achsen, Satteldach, Backsteinfassade mit Stilelementen der Romanik, vier Achsen als Giebelrisalit, Eingang auf der fünften Achse, eingeschnittene Bogenfenster, Sprossenfenster nach historischem Vorbild erneuert, Eingangstüre neu. Im Inneren original erhalten: Plattenbelag im Flur sowie Basalttreppe bis ins 1. OG verdeckt, schwarzweiße Fliesen auf Treppenpodest, Handläufe, vereinzelt Türlaibungen, preußische Kappendecken in Klassenräumen und im Keller. Rückseite: Gleicher Aufbau wie die Vorderseite, neuer, verputzter Abortanbau, Fenster nach historischem Vorbild erneuert, äußere Kellertreppe. Zum Denkmal gehören auch ein Gedenkstein von 1767 und zwei Grabsteine von 1580 und 1730 vom ehemaligen Kirchhof Alte Neusser Landstraße vor dem Schulgebäude.

Worringen zählt aufgrund seiner bedeutenden Historie und seiner fast kleinstädtischen Struktur - ehemals mit einem System aus "Stadttoren", Wällen und Gräben umwehrt sowie beherrscht von dominanten Burganlagen - zu den interessantesten Kölner Dörfern. Die ursprüngliche Struktur des Ortes ist weitgehend noch erhalten und durch zahlreiche, teilweise bis ins Mittelalter zurückgehende Bauten ablesbar. Zur Geschichtlichkeit des Orts und seiner städtebaulichen Entwicklung gehört auch obiges Schulgebäude aus der Zeit vor der Jahrhundertwende.

1888 gab die königlich-preußische Regierung ihr Einverständnis für die Errichtung eines Schulgebäudes neben dem Wallgraben der früheren, mittelalterlichen Befestigung Worringens zwischen Schmalem und Breitem Wall. 1889 wurde der Schulbau bezogen. Er war der Nachfolgebau eines 1833 erbauten, 1842 aufgestockten und 1889 abgebrochenen Schulgebäudes. Neben den Klassenräumen für die dort unterrichteten Knaben befanden sich in dem Schulhaus auch Lehrerwohnungen, die zuvor in dem 1890 abgebrochenen Pastoratsgebäude eingerichtet waren.

Die ehemalige alte Knabenschule (heute "St.-Tönnis-Haus") ist ein typischer Schulbau des 19. Jahrhunderts. Backstein war das vorherrschende Material, welches durch Werksteingliederung oder Zweifarbigkeit aufgelockert wurde. Das Mittel der Symmetrie, Giebel auf Risaliten oder Flügelbauten war das Motiv für ein öffentliches Gebäude, welches sich durch historisierendes Formengut von der übrigen Wohnbebauung architektonisch absetzt. Der romanische Fassadendekor stellt hier auch die Verbindung zur benachbarten Pankratiuskirche her.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0