Wohnhaus

Breiter Wall 6 · Worringen

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6450
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Breiter Wall 6, 50769 Köln
Baujahr1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.04.1992
Stadtteil Worringen

1902 erbaut, schräg zur Straße stehender, giebelständiger Backsteinbau mit abgetrepptem Giebel sowie Putz- und Backsteingliederungen, 2 1/2 Geschosse, Satteldach. Fensteranordnung und -größe sowie Haustür verändert, ursprünglicher Hauseingang an der Giebelfront entfernt (1945). Im Innern erhalten: Holztreppe mit mächtigem schlichten Antrittspfosten und mit Kugelabschluß, Geländer mit gedrechselten Stäben, im Keller gewölbte Kappendecken mit Fischgrätmauerwerk. Nicht zum Denkmal gehören der rückwärtige 2geschossige Anbau (einst Stall und Waschküche, in den 50er Jahren aufgestockt) sowie das daran anschließende später errichtete backsteinsichtige Wirtschaftsgebäude.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Worringen zählt aufgrund seiner bedeutenden Historie und seiner fast kleinstädtischen Struktur - ehemals mit einem System aus "Stadttoren", Wällen und Gräben umwehrt sowie beherrscht vom dominanten Burganlagen - zu den interessantesten Kölner Dörfern. Die ursprüngliche Struktur des Ortes ist weitgehend noch erhalten und durch zahlreiche, teilweise bis ins Mittelalter zurückgehende Bauten ablesbar. Zur Geschichtlichkeit des Ortes und seiner städtebaulichen Entwicklung gehört auch obiges Gebäude, das durch seinen abgetreppten Giebel und den schmückenden Putzgliederungen an den Ecklisenen baukünstlerisch zu den qualitätvollen Zeugnissen der historischen Bebauung von Worringen gehört. Das Wohnhaus der ehemaligen Korbmacherei Bös liegt im Einmündungsbereich des Breiten Walls in die St. Tönnisstraße und spiegelt durch das Hineinragen in den Straßenraum die einstige, sich nicht an den heutigen Fluchtlinien orientierende Dorfbebauung wider. Es ist integraler Bestandteil einer Denkmalgruppe am Breiten Wall, jener Straße, die bereits 1768 als neuer Brükkenweg zur Kirche bezeichnet und nach der Verlagerung der drei domkapitularischen Höfe - Pilgrams - Dicker - und Großhof nach dem Brand 1721 außerhalb des Wallgrabens an die St. Tönnisstraße allmählich erschlossen wurde und seit 1824 als öffentlicher Weg fungierte. Von 1824 stammte auch der Giebelbau, in dessen Nachfolge obiges Gebäude errichtet wurde. Gegenüber den drei Höfen in der Nachbarschaft zu St. Pankratius gelegen, trägt das Haus Breiter Wall 6 städtebaulich zur Veranschaulichung des historischen Worringer Ortskerns bei. Die Ensemblewirkung wird nicht zuletzt auch dadurch betont, daß mit dem aufsteigenden Fries an der Giebelfront auch baukünstlerisch Bezug auf das gegenüberliegende Gebäude der ehemaligen Knabenschule (St. Tönnisstr. 37) genommen wird.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0