Wohnhaus

Domstraße 47 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0788
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Domstraße 47, 50668 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.10.1981
Stadtteil Altstadt/Nord

Das um 1900 errichtete Gebäude ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich dokumentiert das Wohn- und Geschäftshaus den Ausbau des nördlichen Teils der Kölner Altstadt. Im Zeitalter der Industrialisierung hatte Köln einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der diesen raschen Bevölkerungszuwachs und eine rege Bautätigkeit zur Folge hatte. Die noch freien Grundstücke innerhalb des Festungsgürtels wurden zuerst ausgenutzt und mit Häusern, je nach Lage, unterschiedlicher, sozialer Bestimmung bebaut.

Baugeschichtlich aussagefähig ist das viergeschossige, dreiachsige Traufenhaus mit Seitenhaus auf L-förmigem Grundriß (Backstein) als Beispiel einer Bauweise mit Dekorelementen des Jugendstils sowie als Typ des sogenannten Kölner Dreifensterhauses.

Die asymmetrisch konzipierte Fassade, deren Erdgeschoßzone mit linker Eingangsachse und Ladengeschäft in rustizierter Fugenschnittstruktur wieder hergestellt wurde, weist kleinteiligen Quaderputz, ein doppeltes Gesims zwischen Erdgeschoß und erstem Obergeschoß sowie ein Traufgesims als horizontale Gliederung auf. Die rechte Achse ist plastisch hervorgehoben durch eine flache, erkerartige Wandvorlage mit Gesimsabschluß unter der Traufe und wirkt vertikal auf die Fassade ein. Hier dominieren dreiteilige Fenster mit versetzten Kämpfen, während die beiden übrigen Achsen die zu der Zeit üblichen, dem Original nachempfundenen T-Fenster aufweisen.

Alle Fenster sind profiliert gerahmt und mit vegetabilischer Ornamentik und Maskenstuck (zweites Obergeschoß) bekrönt. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportionen, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Im Inneren des Gebäudes sind an originalen Ausstattungsteilen unter anderem noch ein inkrustierter Terrazzofußboden mit Mosaikkante, Terrazzotreppe, schmiedeeisernem Geländer mit Holzhandlauf, ein Wohnungstürabschluß sowie Flurfenster und Fensterbänke erhalten.

Städtebaulich ist das o.g. Objekt Bestandteil eines Gebäudeensembles (siehe auch Nr. 45 und 36 und andere), das das ehemalige Erscheinungsbild der Domstraße anschaulich und rekonstruierbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0