Wohnhaus
Hansaring 88 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0841 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hansaring 88, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.12.1981 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das viereinhalbgeschossige, vierachsige Gebäude ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das Wohnhaus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Kölner Neustadt. Es handelt sich bei diesem um 1890 errichteten Bauwerk um ein Dokument des Hauptausbaus der Neustadt, die im westlichen Teil im ausgehenden 19. Jahrhundert flächenhaft nach dem von H.J. Stübben 1881 vorgelegten Entwurf bebaut wurde und speziell in diesem Abschnitt, dem Hansaring, im wesentlichen in den Jahren 1887-90 erfolgte. Das Wohnhaus zeugt von der ehemals repräsentativen Bebauung (reicher Stuckzierat, Erker, schmiedeeiserne Gitter vor den Fenstertüren, aufwendige Innenausstattung) entlang dem Hansaring.
Die repräsentative und aus kunsthistorischer Sicht qualitätvolle Fassade im Stil der italienischen Renaissance zeichnet sich durch Reichtum und Hochwertigkeit der Gestaltungsweise sowie durch die aufeinander abgestimmten, originalen Details im Hausinneren aus. Das Haus besitzt eine ausgeglichene Gliederung in der Senkrechten durch die vier Fensterachsen und in der Waagerechten durch die Reihung der Fenster, Geschoßgesimse, Friese und das Kranzgesims. Die Fassade in ihrer Gliederung und handwerklichen Ausgestaltung zeugt von gediegener, künstlerischer Qualität.
Über dem rustizierten Souterrain und Hochparterre - mit dem von einem Zierdach auf Säulen bekrönten Hauseingang in der linken Achse - sind die Fassadenflächen der drei Obergeschosse einem Werkstein-Mauerverband nachempfunden. Vertikale Gliederungskomponenten stellen der Erker auf sokkelförmiger, reich verzierter Konsole in der zweiten Achse (erstes bis drittes Obergeschoß) sowie die hohen, schmalen Fensteröffnungen dar. Die Rundbogenform der Fenster im Hochparterre (mit Schlußsteinen in Form von Stuckköpfen) wird im dritten Obergeschoß aufgenommen. Im ersten Obergeschoß sind die Fenster von stark profilierten Gewänden eingefaßt, die oben in die Form eines gedrückten Kielbogens einmünden. Im zweiten Obergeschoß sind die Stichbogenfenster eingebunden in das darüber angebrachte Fries mit figürlichen und Maßwerk-Motiven. Die Fensterteilungen im Hochparterre sind original, ebenso der schmiedeeiserne Mantel der Toreinfahrt in der rechten Hausachse sowie die Ziergitter der Obergeschoßfenster.
Im Hausinneren ist das Treppenhaus mit Marmortreppen, Stuckwänden bis zum Hochparterre, ornamentiertem Stützbogen, schmiedeeisernem Geländer mit Holzlauf, zwischen zweitem und dritten Obergeschoß originalen, von Zierstuckleisten eingefaßten Wohnungsabschlüssen mit reichem Holzschnitzwerk sowie Stuckleisten und Stuckrosetten unterhalb der Treppenläufe und Podesten ausgestattet. Die originalen Details in den Wohnungen mit großzügigem Zuschnitt sind ausgesprochen qualitätvoll, z.B. im zweiten Obergeschoß: Türgewände mit geschnitzten Überdachungen, ein Zimmer mit Wand- und Dekkenstuck, durch eine mit Schnitzereien verzierte Flügeltüre von einem Raum mit bemalter Stuckdecke in Holzstruktur abgetrennt. Erkerzimmer mit stark profilierter Stuckdecke. Holzwandverkleidungen in der Diele, originale Wandschränke, originaler Dienstbotenaufgang. In der Küche originale Fußboden- und Wandkacheln sowie umlaufendes Holzbord.
Mit den unmittelbar benachbarten Bauten Nr. 92 und 94 bildet das Haus Hansaring 88 eine städtebauliche Einheit. Dieses gesamte Ensemble entstammt nicht nur der gleichen Zeit, sondern ist auch insgesamt durch die gleichen Stilmerkmale (überwiegend Elemente der Renaissance) geprägt. Die Bauten besitzen alle die gleiche Geschoßzahl und u.a. ein Souterrain und durch Erker betonte Achsen. Aus städtebaulicher Sicht ist die Erhaltung dieses Ensembles unbedingt erforderlich, da mit diesem eine, wenn auch kleine, Fassadenabwicklung entlang der Ringstraße, die ansonsten nur noch einige historische Bauwerke aufweist, möglich ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0