Wohn- u. Geschäftshaus

Hansaring 94 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1200
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Hansaring 94, 50670 Köln
Baujahr1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.12.1982
Stadtteil Neustadt/Nord

Ein im Jahr 1890 errichtetes, inschriftlich datiertes Wohn- und Geschäftshaus mit drei Achsen und fünf Geschossen, dessen oberstes später ausgebaut wurde.

Das rustizierte Erdgeschoß mit Toreinfahrt (linke Achse, mit originalem, schmiedeeisernen Gitter), Ladenlokal und originaler Hauseingangstüre mit reich verziertem Türgewände (rechte Achse) bildet den asymmetrischen Unterbau zu den Obergeschossen mit symmetrischer Fassadengliederung. Die Grundstruktur der Stuckfassade ist einem Werkstein-Mauerverband nachempfunden. Fenstergesimse, ein markantes Muschelfries zwischen drittem und vierten Obergeschoß sowie die individuelle Gestaltung eines jeden Obergeschosses bewirken eine horizontale Gliederung.

Geschoßverbindende Fenstergewände, Stuckfensterteilungen, die im zweiten Obergeschoß der Außenachsen angebrachten dreieckförmigen Erker, die seitlichen, Lang- und Kurzwerk imitierenden Fassadenränder und der ehemalige Ziergiebel stellen vertikale Gliederungselemente dar.

Im Inneren des Vorderhauses ist das Treppenhaus bis zum Hochparterre mit Marmortreppe, auf Hochparterre-Niveau endenden Marmorwänden, reicher Wand- und Deckenstuckierung, originaler Flurlampe und originalen Handläufen mit schmiedeeisernen Halterungen ausgestattet. Zu den Obergeschossen führt eine originale Steintreppe mit Stuckverzierungen unterhalb der Treppenläufe, schmiedeeisernem Geländer und Holzlauf. Im ersten und zweiten Obergeschoß sind die Rahmen der Wohnungsabschlüsse in ursprünglicher Form erhalten. In den Wohnungen sind einige Stuckdecken und originale Wohnungstüren vorhanden.

Die Durchfahrt zu den Hinterhäusern ist mit Wand- und Deckenstuck ausgestattet, die Rückfront in Backstein ausgeführt. Erhaltenswerte Details sind hier die zum Teil originalen Fensterteilungen, schmiedeeiserne Balkongitter und eine verzierte Stucktafel mit dem Baujahr des Hauses auf der Mauer zum Nachbargrundstück. Im ersten Hinterhaus sind die Stuckgewände der Wohnungsabschlüsse sowie einige Zimmertüren in ursprünglichem Zustand.

Das im Stil der Renaissance errichtete Objekt zeichnet sich aus durch die nahezu vollständig erhaltenen Fassaden der Vorder- und Rückfront mit ihren qualitätvollen Schmuckdetails, die repräsentative Ausstattung des Treppenhauses im Vorderhaus sowie durch die originalen Details (Stuckdecken, Zimmertüren) in den Wohnungen. Mit den benachbarten, originalen Häusern Nr. 98,92,90 und 88 bildet das Objekt ein städtebauliches Ensemble. Es ist Dokument für die originale, repräsentative Bebauung am Hansaring, wie sie in dem ab 1881 von H.J. Stübben ausgeführten Neustadtplan ursprünglich vorgesehen war.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0