Wohnhaus

Ubierring 7 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0874
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Ubierring 7, 50678 Köln
Baujahr1913
Architekt / PlanungSchweitzer, Koerfer
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.12.1981
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut 1913, Architekten Schweitzer und Koerfer, Teil einer Wohnhausgruppe. Vier Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß mit breitem, flach abschließenden Zwerchhaus im Mittelteil (verändert) sowie mit jeweils einer neueren, hier seitlich anschließenden Loggia und mit drei darüber liegenden, neueren Gauben. Drei Achsen, zweigeschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon in der Mittelachse, Werksteinfassade mit Gliederungen im Stil des Neoklassizismus, Fenster und Türen verändert.

Rückseite mit anschließendem, rechts und links einen Hof bildenden Hinterhaus weitgehend verputzt (Fassadenteil zum links gelegenen Hof weitgehend geschlämmt), Fenster und Türen weitgehend verändert (eine originale Türe zum rechts gelegenen Hof), neuerer Fahrstuhl an der Rückfront des Vorderhauses.

Im Inneren original erhalten: Im Vestibül Marmorboden, Marmortreppe, Verkleidung der Sockelzone mit dunklem Marmor, Deckenstuck; im Flur Marmorboden, Marmortreppe mit Holzgeländer, Zwischenpodeste mit Marmor, weitgehend Verkleidung der Sockelzone mit dunklem Marmor; im Souterrain Nebentreppenhaus mit schwarzweißem Fliesenboden und Holztreppe mit Holzgeländer, teilweise auch schwarzweißer Fliesenboden im rückwärtigen Bereich, einige Holztüren; in den Wohnungen teilweise Stuckdecken.

Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtig an das Hinterhaus anschließende Freifläche (ehemals als Garten genutzt).

Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reichs im ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie legt sich, den alten Wallstraßen folgend, halbkreisförmig um die Altstadt. Als ihr Kernstück wurde die Ringstraße, ein baumbestandener und mit öffentlichen Grünflächen versehener "Prachtboulevard", bestehend aus 10 Teilstücken von unterschiedlicher Breite und Gestaltung, angelegt. Der Ubierring, der in seinem östlichen Teil parkartig erweitert ist, bildet das letzte, südliche Teilstück des Rings zum Rheinufer hin. Seine Bebauung erfolgte im wesentlichen erst zu Beginn unseres Jahrhunderts, um 1900-1906. Das Haus Nr. 7 wurde 1913 nach den Plänen des auch über Köln hinaus bedeutenden Architekten Jacob Koerfer in Partnerschaft mit Leopold Schweitzer errichtet. Mit seinen beiden, von denselben Architekten konzipierten Nachbargebäuden Nr. 9 und 11 bildet es eine Wohnhausgruppe, die insgesamt einheitlich gestaltet wurde, und die noch heute Aufschluß über die Ansprüche seiner einstigen Bewohner gibt. Das Haus Nr. 7 verfügt, wie seine beiden Nachbarhäuser, über eine repräsentative Werksteinfassade im Stil des Neoklassizismus, die jeweils in der Mittelachse eine besondere Betonung durch den Erker und das flache Zwerchhaus erfährt. Das o.g. Gebäude, das im Ensemble mit den Nachbarhäusern Nr. 9 und 11 die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung und das historische Erscheinungsbild am Ubierring bewahrt, wird somit zum unverzichtbaren Dokument für die Architekturentwicklung in Köln vor dem Ersten Weltkrieg.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0