Wohnhaus
Ubierring 11 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1959 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ubierring 11, 50678 Köln |
| Baujahr | 1913 |
| Architekt / Planung | Schweitzer, Koeter |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.01.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des südlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der südlichen Neustadt (Südstadt) dokumentiert. Die Bebauung nach dem von H.J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan verlief in mehreren Phasen. Der repräsentative Ubierring entstand im wesentlichen zwischen 1900 - 1906 und vereinzelt 1910 - 1913 als eine Allee mit hohen Geschäftshäusern bzw. Häusern öffentlicher Einrichtungen und Wohnungsgebäuden für Mieter mit gehobenen Wohnansprüchen.
Das viergeschossige Haus mit Souterrain und Dachausbau wurde 1913 von den Architekten Schweitzer & Koeter in neoklassizistischem Stil errichtet. Die Werksteinfassade ist horizontal in vier Zonen gegliedert: Erdgeschoß mit Souterrain, erstes und zweites Obergeschoß, drittes Obergeschoß als Attika-Geschoß mit Dachzone. Die Trennung unterhalb dieser Zonen erfolgt durch sparsam und stilisiert dekorierte Gesimse. Die mittlere Zone, die das erste und zweite Obergeschoß umfaßt, zeigt einen breiten Erker mit dreiteiligen Fenstern und Balkon und ist mittels kannelierter Lisenen zusammengefaßt. Die Fensterbrüstungen des ersten Obergeschosses sind mit Balustradenmotiven dekoriert, der übrige Dekor der Fassade besteht aus einer Reliefplatte im Erker, fein profilierten Fenstergewänden und einem stilisierten, ädikula-ähnlichen Portal. Das Erdgeschoß zeigt neben dem dekorierten Eingang eine unauffällige Türöffnung eines Nebeneingangs zum VG und zwei breite, bis zur Hälfte sichtbare, vergitterte Fenster. Eine breite, vierfensterige Dachgaube akzentuiert die Mittelachse des Gebäudes und verlängert die Fassade in die Zone des Mansarddachs, wo sich noch je ein eingeschnittenes Fenster links und rechts befinden. Das Attika-Geschoß (drittes Obergeschoß) ist auffallend flach und fast dekorlos (nur mit breit abgestuften Fenstergewänden) gehalten.
Marmorfußboden im Hausflur mit farbigem Marmorsockel und Stuckdecke, Treppenhaus ebenfalls in weißem Marmor und schwarz lackiertes, kantiges Stabgeländer, Deckenstuck und Zimmertüren in den meisten Zimmern des Vorderhauses gehören zum originalen Bestand des Gebäudes.
Für die Hausforschung stellt das Haus Ubierring 11 eine späte, repräsentative, großstädtische Form des ehemals für Köln typischen Dreifensterhauses dar. Der einst kurze Hofanbau dieses Haustyps ist zu einem Hinterhaus ausgewachsen, das zusammen mit dem Anbau des Nachbarhauses den Hinterhof zu einem engen Luft- und Lichtschacht werden ließ.
Das Haus ist das rechte Gebäude eines fast symmetrischen Komplexes dreier Häuser (Nr. 7 - 11), der an die schon bestehende Bebauung dieses Straßenabschnitts angebunden ist. Die neoklassizistische Werksteinfassade, die sehr charakteristisch für den Ubierring ist, korrespondiert in Material und repräsentativen Ausdruck mit anderen Gebäuden dieser Allee (Rautenstrauch-Joest-Museum 1904, Maschinenbauschule 1902-1904 u.a.) und prägt wesentlich das Erscheinungsbild dieses südlichen Teils der Ringstraße mit.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0