Wohn- u. Geschäftshaus
Kuenstraße 29 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0920 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kuenstraße 29, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.01.1982 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Kuenstraße liegt im nach der Jahrhundertwende erschlossenen, östlichen Stadtteil. Sie gehört zum Ensemblegebiet von Nippes.
Das um 1904 erbaute, fünfgeschossige Eckgebäude ist durch seine Ecklage zur Niehler Straße als städtebauliche Dominante dieser Straßenkreuzung konzipiert. Der großstädtische Bau weist zur Kuenstraße drei, zur Niehler Straße vier Achsen auf. Nach beiden Seiten hin sind Erker vorgebaut, die erst im zweiten Obergeschoß beginnen und eine (verbreiterte) Achse zweigeschossig bzw. zur Niehler Straße dreigeschossig akzentuieren. Das Erdgeschoß dieses ausgesprochen gründerzeitlichen Baus ist gewerblich genutzt.
In den Obergeschossen zeigt die Stuckfassade Dekorationselemente des Jugendstils, wobei besonders ein im dritten und vierten Obergeschoß quer verlaufender Rauhputzstreifen auffällt, der vom Verputz der Erker aufgenommen wird. Dieses Dekorationselement - Rauhputz und Glattputz als für den Jugendstil typisches Gestaltungselement - wiederholt sich in dem über der schrägen Eckachse aufstehenden Schmuckgiebel, dessen ornamentaler Schwung einen geradezu spielerischen Ausdruck besitzt.
Der gesamte Bau steht deutlich unter dem Einfluß mitteldeutscher Vorbilder, wenn nicht vorbilder aus Berlin selbst Pate gestanden haben. Durch die original erhaltene Haustüre erschließt sich der Eingang mit ornamentiertem Terrazzoboden, einer Decke mit stuckierten Kehlleisten und Wandstuck. Sehr schöne Balkongitter in der Eckachse. Die Terrazzotreppe mit Holzgeländer führt in die Wohngeschosse mit originalen Wohnungs- und Zimmertüren.
Die Bebauung der Kuenstraße blieb überdurchschnittlich gut erhalten, wobei insbesondere auf den vollständig historischen Bestand der gegenüber liegenden Gruppe Nr. 34 bis 40 hingewiesen werden muß. Auch das Nachbarhaus Nr. 27 aus den zwanziger Jahren spricht von der Kontinuität der Bebauung, die die ursprüngliche Maßstäblichkeit des Straßenraums bewahrt hat. Jenseits der Niehler Straße setzt sich die Kuenstraße mit Vorgärten fort.
Das Gebäude wurde in die Denkmalliste eingetragen und ist unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0